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Panenka-Geniestreich und Pires-Lachnummer: Zehn legendäre Elfmeter

Fußball Panenka-Geniestreich und Pires-Lachnummer: Zehn legendäre Elfmeter

Lionel Messi und Luis Suarez haben mit ihrem Strafstoß-Trick gegen Celta Vigo für Aufsehen gesorgt - die Barca-Stars haben spektakuläre Vorbilder. Der SID hat zehn legendär-kuriose Elfmeter zusammengestellt.

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Panenka-Geniestreich und Pires-Lachnummer: Zehn legendäre Elfmeter

Quelle: CARL DE SOUZA / SID-IMAGES

Köln. Antonin Panenka, 20. Juni 1976, CSSR - Deutschland (EM-Finale/6:4 n.E.)

Die Mutter aller Zauber-Elfmeter. Im Endspiel von Belgrad hatten die Tschechen Matchball, führten im Elfmeterschießen 4:3, ein Treffer von Panenka würde den ersten großen Titel für den zweimaligen Vize-Weltmeister bringen. Anstatt den Ball aber mit Wucht gen Netz zu jagen, guckte Panenka den deutschen Keeper Sepp Maier aus und schaufelte die Kugel über drzen verdutzten Weltmeister ins Tor. Bis heute ist der "Panenka-Heber" eine beliebte Variante in der Grauzone zwischen Genialität und Arroganz.

Uli Hoeneß, 20. Juni 1976, CSSR - Deutschland (EM-Finale/6:4 n.E.)

Panenka zauberte, Hoeneß hatte kurz zuvor geholzt. Beim Stande von 3:4 im Elfmeterschießen jagte der Bayern-Angreifer das Leder in den Nachthimmel von Belgrad. Der Legende nach wurde der Ball nie wieder gefunden, nach dem bittersten Elfer der deutschen Fußball-Geschichte machte Panenkas Coup die Tschechen zum Europameister.

Johan Cruyff, 5. Dezember 1982, Ajax Amsterdam - Helmond Sport (5:0)

Der berühmteste Zwei-Mann-Elfmeter der Fußball-Geschichte. Die bereits 35 Jahre alte Klub-Legende Cruyff lief beim Stand von 1:0 zum Strafstoß an, passte aber kurz auf Dänen-Youngster Jesper Olsen, der den Doppelpass mit Cruyff komplettierte. "König Johan" musste nur noch ins Tor schieben und meinte hinterher: "Es war kurz vor Weihnachten, und wir wollten unseren Fans ein Geschenk machen!" Erfinder der Variante ist Cruyff dennoch nicht: 1958 hatten die Belgier Rik Coppens und Andre Piters derart in der WM-Qualifikation gegen Island getroffen.

Pierre Littbarski und Stephan Engels, 17. Oktober 1987, Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln (1:1)

Besonders pfiffig wollten die Kölner im Bundesliga-Duell im Waldstadion sein, stellten sich dabei aber besonders ungeschickt an. In der achten Minute legt sich Littbarski den Ball zum Elfmeter zurecht, doch er schießt nicht selbst. Stattdessen läuft Engels von links in den Strafraum und verwandelt. Schiedsrichter Bodo Kriegelstein erkennt den Treffer zunächst an, nimmt dies aber auf vehementen Einspruch der Frankfurter zurück. Mit Recht: Der ausführende Schütze muss klar erkennbar sein. Der Elfmeter wird wiederholt, Engels ist diesmal als ausführende Instanz klar ersichtlich - scheitert aber an Eintracht-Keeper Hansi Gundelach.

Robert Pires und Thierry Henry, 22. Oktober 2005, FC Arsenal - Manchester City (1:0)

Jeder für sich gehörten Pires und Henry zu den genialsten Fußballern ihrer Zeit, an jenem Herbstnachmittag in Highbury wirkten die beiden Franzosen im Zusammenspiel aber eher wie Laurel und Hardy. Beim Versuch, die legendäre Cruyff/Olsen-Variante zu wiederholen, täuschte Pires den Schuss an, berührte aber nicht den Ball, und Henry preschte in vollem Lauf an der Kugel vorbei. Für ManCity gab es Freistoß, für Pires jede Menge Spott. Immerhin: Arsenal gewann - durch einen Pires-Elfmeter.

Zinedine Zidane, 9. Juli 2006, Italien - Frankreich (WM-Finale, 6:4 n.E.)

Noch ein Genie, noch ein großes Vorbild - doch diesmal sogar noch besser als das Original: Im Endspiel von Berlin packt der große "Zizou" in der zehnten Minute den Panenka aus, setzt den Ball an die Unterlatte, von da aus landet er einen halben Meter hinter der Linie. Trotz der Führung verliert Frankreich an jenem Juli-Tag alles - das Finale ebenso wie den späteren Rotsünder Zidane, der Marco Materazzi mit einem Kopfstoß niederstreckt. Es war das letzte Spiel in der Karriere des Meisters.

Pavol Durica, 27. März 2008, Debreceni VSC - FC Fehervar (3:1)

Was da einst in Pavol Durica gefahren war, als er im ungarischen Pokalspiel in Debrecen kurzzeitig wirklich alles über Fußball vergaß, ist bis heute ungeklärt. In der 84. Spielminute parierte Fehervar-Keeper Zsolt Sebök einen Elfmeter glänzend, hatte aber nicht mit Vordermann Durica gerechnet. Der slowakische Abwehrspieler, Bruder des späteren Hannoveraners Jan Durica, schlug eiskalt zu und zirkelte den Abpraller höchst sehenswert ins eigene Tor. Durica fiel fassungslos ins Gras, der nicht minder fassungslose Trainer Laszlo Disztl warf die Leihgabe aus dem Team.

Khalid Askri, 9. September 2010, Maghreb Fes - FAR Rabat (8:7 n.E.)

From Hero to Zero. Askri, Torwart des marokkanischen Topklubs FAR Rabat, pariert im Elfmeterschießen des Pokal-Achtelfinals gegen Fes einen Schuss glänzend, dreht sich Richtung Fans und klopft mit seiner Hand aufs Herz. Was Askri nicht sieht: Der Ball hat nach seiner Parade mächtig Drall bekommen und trudelt gemächlich zurück über die Linie. Rabat scheidet aus, Askri ist der Depp - und seitdem ein veritabler YouTube-Star.

Ezequiel Calvente, 24. Juli 2010, Spanien - Italien (U19-EM/3:0)

Calvente galt einst als Wunderknabe des spanischen Fußballs. Im EM-Vorrundenspiel gegen Italien (3:0) gab er einen vermeintlichen Appetizer für eine große Karriere: Calvente lief zum Elfer an, holte mit dem rechten Bein weit aus - und verwandelte mit dem linken Standbein. Die Showeinlage brachte indes schlechtes Karma: Spanien verlor das Finale gegen Frankreich, Calvente wurde zum Fußball-Vagabunden. In der Saison 2012/13 kam er auf 25 Bundesliga-Minuten für den SC Freiburg, mittlerweile kickt er bei Ungarns Schlusslicht Békéscsaba.

Theyab Awana, 17. Juli 2011, Vereinigte Arabische Emirate - Libanon (6:2)

In einem akuten Anfall von Arroganz sorgte Emirate-Jungstar Awana im Test gegen die Libanesen für den Endstand, als er sich im Elfmeter-Anlauf um 180 Grad drehte und den Ball mit der Hacke versenkte. Den Ruhm konnte er indes nur kurz genießen: Zwei Monate später starb Awana bei einem Autounfall.

© 2016 SID

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