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ProFans kritisiert DFB für "Kollektivstrafen und Materialverbote"

Fußball ProFans kritisiert DFB für "Kollektivstrafen und Materialverbote"

Das Fanbündnis ProFans hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen der Strafe gegen Zweitligist 1860 München heftig kritisiert. "Mit seinem Urteil beweist der DFB zum wiederholten Male seine Beratungsresistenz in Sachen Fanangelegenheiten", heißt es in der Stellungnahme.

Köln. Die Löwen waren wegen Verfehlungen ihrer Fans zu einem Zuschauer-Teilausschluss auf Bewährung verurteilt worden. Sollte es wegen eines Wiederholungsfalls zu einer Vollstreckung des Urteils kommen, dürfen beim folgenden Heimspiel nur 12.000 Eintrittskarten für den Heimbereich verkauft werden. Zudem müssen zwei Blöcke der Nordtribüne in der Allianz Arena geschlossen bleiben. Es dürfen dort auch keine Banner, Plakate oder Transparente aufgehängt werden.

Dies ist ProFans ein Dorn im Auge. "Seit Jahren kritisiert ProFans die Praxis, auf vermeintliches Fehlverhalten mit Kollektivstrafen und Materialverboten zu reagieren", teilte das Bündnis mit: "Die Bestrafung trifft wieder einmal hauptsächlich Unbeteiligte."

Dazu seien die Urteile in ihrer Entscheidungsfindung und Bemessungsgrundlage "vollkommen intransparent". "Es ist auch immer wieder erstaunlich, dass das Sportgericht den Veranstalter in der Regel in Mithaftung nimmt, nur bei DFB-Veranstaltungen wie dem Pokalfinale wird darauf verzichtet", sagte ProFans-Sprecher Alex Schulz: "Solche abgehobenen und intransparenten Strukturen verbindet man eigentlich eher mit der FIFA."

Der TSV 1860 hat dem Urteil zugestimmt, für die Vorfälle hat der Klub laut Geschäftsführer Markus Rejek "keinerlei Verständnis". Anhänger der Sechziger hatten bei den Spielen in Darmstadt, Karlsruhe und Ingolstadt sowie in der Relegation in Kiel Pyrotechnik gezündet und die Bengalos teilweise in den Innenraum geworfen. Neben der Bewährungsstrafe haben die Löwen auch eine Geldstrafe von 40.000 Euro erhalten. Bis zu 30.000 Euro davon kann der Verein für "sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen" verwenden.

 

? 2015 SID

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