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"Unglücklich und dumm": Aus der Traum für die deutschen Weltmeister

Fußball "Unglücklich und dumm": Aus der Traum für die deutschen Weltmeister

Unglücksrabe Bastian Schweinsteiger raufte sich fassungslos die Haare, Jerome Boateng kauerte bandagiert auf der Bank, Mesut Özil fiel wie vom Blitz getroffen auf den Rasen.

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Aus der Traum: Griezmann schießt deutsche Weltmeister aus der EM

Quelle: Von Holger SCHMIDT und Jürgen ZELUSTEK / SID

Marseille. Als der Traum vom Endspiel in Paris geplatzt war, rappelten sich die deutschen Weltmeister nur langsam wieder auf, um sich mit versteinerten Gesichtern von ihren Fans zu verabschieden. Zu bitter war das Aus im EM-Halbfinale gegen Frankreich, zu dramatisch.

"Wir haben eine gute EM gespielt, aber wir sind ausgeschieden. Das ist ein Halbfinale, blödere Momente gibt es nicht", klagte Torhüter Manuel Neuer, auch noch sichtlich mitgenommen, nach dem 0:2 (0:1) in Marseille. "Das ist kein faires Ergebnis." Teammanager Oliver Bierhoff fügte im ZDF frustriert hinzu: "Das war ein unglückliches und dummes Aus."

Bundestrainer Joachim Löw war angefasst. Auf die Frage, ob er auch künftig auf der Bank sitzen werde, presste er heraus: "Ich denke mal." Seiner Mannschaft machte er ein "Riesenkompliment" für das Spiel: "Wer viel riskiert, läuft Gefahr zu verlieren. Wer nichts riskiert, hat von vornherein verloren."

Es war ein selbstverschuldetes Aus. Nach einem Handspiel des zuvor überragenden Schweinsteiger und einem groben Abwehrfehler verlor die deutsche Mannschaft das packende Halbfinale gegen den Gastgeber.

Antoine Griezmann (45.+2 und 72.) verwandelte vor 64.078 Zuschauern zunächst den von Schweinsteiger verursachten Handelfmeter. Dann machte er der Hoffnung auf das zweite deutsche Double aus WM und EM nach 1974 mit seinem zweiten Tor ein Ende. In dieser Szene patzten Benedikt Höwedes, Joshua Kimmich, Shkodran Mustafi und am Ende sogar Neuer.

Frankreich erwartet in seinem dritten EM-Finale nach 1984 und 2000 am Sonntagabend (21.00 Uhr) Portugal - die Equipe tricolore hat noch kein Endspiel verloren.

Bis Schweinsteiger im Kopfballduell mit Patrice Evra seinen rechten Arm hochriss und den Ball blockte, hatte die deutsche Mannschaft das Spiel im Griff gehabt. Nach anfänglichen Problemen waren die Räume eng, der Ball lief gut, es gab mehrere Chancen - und Schweinsteiger war der stärkste Mann auf dem Platz.

Der berechtigte Elfmeter war ein Schock. Er zwang die Deutschen in die Offensive, Löw zeterte an der Seitenlinie. In der 61. Minute musste auch noch Abwehrchef Boateng verletzt raus. Beim Versuch, einen langen Pass zu schlagen, schmerzte sein rechter Oberschenkel.

Der gelbgesperrte Mats Hummels und der verletzte Sami Khedira hatten sich in der Rolle der Mutmacher wiedergefunden: "Auf geht's Jungs, ihr schafft das", schrieben sie in einem Tweet kurz vor dem Anpfiff vom Spielfeldrand. Für Hummels spielte Höwedes, mit dem die DFB-Auswahl erstmals ein Pflichtspiel verlor. Für Boateng kam Mustafi ins Spiel.

Die deutsche Defensive kam anfangs gewaltig ins Schwimmen. In den ersten Minuten übten die Franzosen enormen Druck aus, die deutsche Mannschaft wirkte überrascht. Neuer vereitelte einen Rückstand, indem er einen Schuss Griezmanns parierte, der Franzose war zuvor an Mesut Özil und Höwedes vorbeigestürmt (7.).

Erst nach dieser Szene gelang es der deutschen Mannschaft, das Spiel zu beruhigen. Prompt ergaben sich gute Gelegenheiten: Nach Vorlage des in die Startelf gerückten Emre Can verpasste Thomas Müller knapp (13.), kurz darauf war es der französische Torhüter Hugo Lloris, der einen Linksschuss von Can nach Vorlage von Özil glänzend parierte. Mario Gomez (Muskelfaserriss) fehlte im Sturmzentrum schmerzlich.

Die deutsche Mannschaft war jetzt im Spiel. Der Chef auf dem Spielfeld war Schweinsteiger, und er prüfte zwischendurch in der 25. Minute Lloris mit einem Schlenzer. Die beste Chance ergab sich dann aber doch für die Franzosen: Olivier Giroud gewann auf Höhe der Mittellinie ein Kopfballduell mit Boateng und lief auf und davon, verfolgt allein von Höwedes - im letzten Moment klärte der Schalker im Strafraum mit einer herausragenden Grätsche (42.).

Löw hoffte dann, dass sich Geschichte wiederholt - er brachte den WM-Helden Mario Götze für Can. Die deutsche Mannschaft mühte sich, aber eine Fehlerkette nach der Auswechslung von Boateng machte alles zunichte. Mustafi ließ sich von Paul Pogba austanzen, die folgende Flanke erreichte Neuer nur mit den Fingerspitzen, der Ball fiel Griezmann vor die Füße - 0:2.

Kurz drauf traf Kimmich mit einem Schlenzer das Lattenkreuz (74.). Fünf Minuten später hatte der eingewechselte EM-Debütant Leroy Sané das 1:2 auf dem Fuß. Das Aufbäumen kam spät. Zu spät.

© 2016 SID

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