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Wahrnehmungsstörung des Tages: Markus Gisdol (1899 Hoffenheim)

Fußball Wahrnehmungsstörung des Tages: Markus Gisdol (1899 Hoffenheim)

Irgendwie schien es so, als habe Markus Gisdol einen Realitätsverlust erlitten. Noch weit nach dem 1:1 (1:0) gegen Borussia Dortmund wetterte der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim gegen seinen Tribünenverweis in der 51. Minute und schimpfte auf Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden).

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Wahrnehmungsstörung des Tages: Markus Gisdol (1899 Hoffenheim)

Quelle: firo Sportphoto/Christian Kaspar-Bartke / SID-IMAGES/FIRO

Sinsheim. Dabei ist es Gisdol, der sich nach seinem unsäglichen Verhalten an der Seitenlinie hinterfragen muss. Der 46-Jährige tobte ohne Unterlass an der Seitenlinie, er hatte an nahezu jedem Pfiff gegen sein Team lautstark und wild gestikulierend etwas auszusetzen. Wenn der 4. Offizielle Wolfgang Stark (Ergolding) für jeden Dialog mit Gisdol einen Euro bekommen hätte, wäre er ein reicher Mann geworden. Der Coach hätte schon viel früher aus seiner Zone verbannt werden müssen.

Irgendwann war das Maß dann aber auch für Welz und Co. voll. Nachdem Gisdol den Schiedsrichter-Assistenten im Anschluss an eine tatsächlich falsche Abseitsentscheidung bedrängt und am Arm gezogen hatte, war für den Trainer Feierabend.

"Da fasse ich ihn einmal kurz an, und dann ruft er gleich seinen Chef und sagt: 'Der hat mich angefasst, schick ihn auf die Tribüne.' Da werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt", äußerte der gebürtige Geislinger: "Vielleicht hat er eine Anfassphobie. Pep Guardiola darf zehnmal den Linienrichter anfassen, und da wird nicht reagiert."

Als Gisdol damit konfrontiert wurde, dass er möglicherweise aufgrund seines Verhaltens in der Summe auf die Tribüne musste, zeigte sich der Trainer uneinsichtig: "Wir können uns alle Szenen gerne noch einmal ansehen. Ich bin sicher, ich hatte immer recht."

Interessanterweise beschwerte sich Gisdol gar nicht über die Szene in der 59. Minute, als dem BVB nach einem Handspiel von TSG-Außenverteidiger Jeremy Toljan ein klarer Strafstoß verweigert wurde. Das ignorierte auch Sportchef Alexander Rosen, als er zu seiner deplatzierten Schiri-Schelte ansetzte. "Das war eine katastrophale Schiedsrichter-Leistung", sagte Rosen: "Noch peinlicher als seine Leistung war sein Auftreten. Eine glatte sechs von mir. Nur er hat im Spiel gestört."

? 2015 SID

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