Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Zünden von Knallkörper: BGH stellt Schadensersatzpflicht von Fans gegenüber Klubs fest

Fußball Zünden von Knallkörper: BGH stellt Schadensersatzpflicht von Fans gegenüber Klubs fest

Fußball-Klubs können künftig Fans in Regress nehmen, wenn sie zum Beispiel durch das Zünden von Knallkörpern Strafen durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verursachen.

Voriger Artikel
BVB gegen Freiburg ohne Bartra - Schürrle im Lauftraining
Nächster Artikel
Istanbul hebt Auswärts-Fanverbot für Derbys auf

Zünden von Knallkörper: BGH stellt Schadensersatzpflicht von Fans gegenüber Klubs fest

Quelle: FIRO SPORTPHOTO/SID-IMAGES

Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe stellte am Donnerstag eine Schadensersatzpflicht fest.

Der 1. FC Köln hatte den BGH angerufen, um ein Vorkommnis vom 9. Februar 2014 im Heimspiel der 2. Bundesliga gegen den SC Paderborn zu klären. Durch das Werfen eines Knallkörpers waren sieben Personen im RheinEnergie-Stadion verletzt worden. Der Verein bezahlte eine Geldstrafe aufgrund des Urteils des DFB-Sportgerichts und verlangte vom Beklagten Schadensersatz in Höhe von 30.000 Euro.

Der BGH hat den Fall zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen, damit dieses die weiteren Voraussetzungen des Schadensersatzanspruchs prüft. Es geht dann um die Feststellung der Höhe der Regressforderung.

"Potenziellen Tätern werden die gravierenden Konsequenzen ihres Handelns für das eigene Portemonnaie deutlich vor Augen geführt", kommentierte Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident für Recht- und Satzungsfragen, das Urteil sei "damit von fundamentaler Bedeutung für die Verfolgung und Ahndung von Zuschauerfehlverhalten durch die DFB-Sportgerichtsbarkeit".

Auch der FC ist zufrieden. "Die Entscheidung des BGH schafft für uns als Klub die dringend benötigte Rechtssicherheit bei der Frage, ob wir Strafen des DFB an diejenigen weitergeben können, die sie ursächlich zu verantworten haben", sagte Thomas Schönig, Vorstandsbeauftragter für Fankultur und Sicherheit beim 1. FC Köln.

Das DFB-Sportgericht hatte eine Geldstrafe von insgesamt 50.000 Euro sowie Bewährungsauflagen verhängt und weitere 30.000 Euro für Projekte und Maßnahmen, die der Gewaltprävention sowie der Ermittlung von konkreten Tätern bei den Fußballspielen dienen.

Das Landgericht hatte der Klage stattgegeben, das Oberlandesgericht hatte indes in der Berufung die Klage abgewiesen. Somit war der BGH am Zug.

"Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass jeden Zuschauer die Verhaltenspflicht trifft, die Durchführung des Fußballspiels nicht zu stören", hieß es in der Urteilsbegründung, "verstößt er hiergegen durch das Zünden und den Wurf eines Knallkörpers, hat er für die daraus folgenden Schäden zu haften und sie zu ersetzen." Dies gelte auch für dem Verein auferlegten Geldbußen durch den DFB.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte äußerst positiv auf das Urteil. "Knallkörper und Bengalos sind gefährliche Gegenstände, die in Fußballstadien nichts zu suchen haben. Bislang blieben Vereine auf den Strafzahlungen sitzen, die ihnen die Sportgerichte auferlegt hatten, wenn eigene Anhänger vorsätzlich zündelten", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow: "Fußballchaoten, die ihren Verein auf diese Weise schaden und Menschen in Gefahr bringen, geht es jetzt zurecht empfindlich an die Geldbörse."

© 2016 SID

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichtenticker
EC Hannover Indians siegt gegen Ice Fighters Leipzig

Auch ohne den erkrankten Coach Fred Carroll kam der EC Hannover Indians auf heimischem Eis zu einem 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)-Sieg gegen die Ice Fighters Leipzig.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
28. September 2016 - Norbert Fettback in HAZ-Laufpass

Es war ein interessantes Fernduell. Für Gwendolyn Mewes, die das „Laufpass“-Ranking nahezu uneinholbar anführt, ist in Berlin nach zehn Kilometern eine Zeit von 41:24 Minuten gestoppt worden.

mehr