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Bundesliga-Trainer verzichten auf Experimente

Vor dem Saisonstart Bundesliga-Trainer verzichten auf Experimente

Kaum Risiko, kaum Experimente: Die Trainer der Fußball-Bundesliga setzen hauptsächlich auf altbewährte Kapitäne statt auf frischen Wind. Nur Kölns neuer Coach sorgt für mächtig Wirbel, manche Trainer haben keine andere Wahl, als einen neuen Leader zu bestimmen.

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Vor dem Saisonstart hat Lukas Podolski nichts zu lachen.

Quelle: dpa (Archivbild)

Berlin. Dem Kölner Lukas Podolski wird die Binde am Arm fehlen, bei den meisten anderen Fußball-Bundesligisten führen die bewährten Kapitäne auch in der neuen Saison ihre Mannschaften an. Der neue FC-Coach Stale Solbakken degradierte ausgerechnet den Publikumsliebling, ansonsten wagte kaum ein Trainer, mit einer neuen Führungsperson ein Zeichen zu setzen. 13 Spielführer bleiben im Amt, vier neue stehen fest. Thomas Schaaf hat sich kurz vor dem Bundesliga-Auftakt offiziell noch nicht für den neuen Anführer von Werder Bremen entschieden. Bei der Generalprobe gegen den FC Everton lief Rückkehrer Per Mertesacker als Kapitän auf.

„Der eigentliche Kapitän ist ohnehin der Cheftrainer. Für den Sonnenschein, wenn alles gut läuft, brauche ich im Grunde keinen Kapitän“, erklärte Motivationsexperte Peter Boltersdorf, der unter anderem die Bundesligisten FC Schalke 04 und FSV Mainz 05 beraten hat, „ich muss einen auswählen, der stabil bleibt, wenn es Druck oder Konflikte gibt.“

Solbakken vertraut in der neuen Spielzeit dem brasilianischen Abwehrspieler Pedro Geromel. Sein Votum sei eine Entscheidung für das
gesamte Team gewesen, betonte der Norweger. Im Umfeld des FC löste die Personalie vor zehn Tagen mächtig Wirbel aus, Fans solidarisierten sich mit dem entmachteten Podolski, der enttäuschte Nationalspieler konnte die Gründe nicht ganz nachvollziehen. „Ein Trainer muss sich gut überlegen, will ich einen Kapitän, der meine Ideen umsetzt oder auf dem Platz Eigeninitiative entwickelt. Die Ideallösung wäre einer, der beides kann“, meinte Boltersdorf.

Leise wurde dagegen der Wechsel beim 1. FC Kaiserslautern vollzogen. Marco Kurz bestimmte den zuletzt herausragenden Mittelfeldspieler Christian Tiffert aus dem gewählten Mannschaftsrat, der 29-Jährige folgt auf Verteidiger Martin Amedick. Tiffert habe auf und neben dem Platz als Führungsspieler überzeugt. „Wir wollen ihm mit der Binde die Unterstützung geben, um diese Leistung auch in der aktuellen Saison bringen zu können“, sagte der FCK-Coach.

Keine andere Wahl als nach den Abgängen der alten Leader auf einen neuen zu bauen, haben neben dem SV Werder Bremen (Torsten Frings/Toronto FC), der 1. FC Nürnberg und der FC Schalke 04. Statt des Neu-Münchners Manuel Neuer trägt Benedikt Höwedes bei den Königsblauen die Verantwortung, für die Franken soll Raphael Schäfer als Nachfolger von Andreas Wolf (zu Werder) vorwegmarschieren. Der 32-Jährige ist bisher der einzige Torwart unter den Kapitänen und wurde als eine rare Ausnahme von seinen Kollegen gewählt.

Als einer von wenigen Mittelfeldspielern - die meisten Chefs agieren in der Abwehr - bleibt der Dortmunder Sebastian Kehl im Amt - obwohl er es auf dem Platz in der vergangenen Saison verletzungsbedingt kaum ausfüllte. „Jürgen Klopp hat mit mir ein Gespräch geführt und mir gesagt, dass es für ihn keine Veranlassung gab, das Amt noch mal zu überdenken“, erzählte der Routinier in der ZDF-Sendung „das aktuelle Sportstudio“.

Der deutsche Meister harmoniert in einer flachen Hierarchie, die unter anderem auch der bestätigte Bayern-Anführer Philipp Lahm pflegt. „Derjenige, der führen will, geht automatisch in eine Führungsrolle, egal ob er Kapitän ist oder nicht. Dann ist die Frage, wird er akzeptiert oder nicht“, betonte Boltersdorf. Der Kapitän müsse ein Vorbild sein.

Vorbildlich sollen sich die anderen Kommandogeber verhalten, die ihre Posten behalten: Andreas Beck (1899 Hoffenheim) und Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) bleiben auch unter ihren neuen Trainern Holger Stanislawski und Robin Dutt Kapitän. Weitere deutsche Nationalspieler sind zudem Heiko Westermann (Hamburger SV) und Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg). Heiko Butscher wurde beim SC Freiburg bestätigt, Uwe Möhrle soll den FC Augsburg in dessen erster Bundesliga-Saison zum Klassenverbleib führen. In Steven Cherundolo (Hannover 96), Nikolce Noveski (Mainz 05), Filip Daems (Borussia Mönchengladbach), Andre Mijatovic (Hertha BSC), Matthieu Delpierre (VfB Stuttgart) und Geromel setzen sechs Trainer auf ausländische Profis.

dpa

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