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Ein ungleiches Duell

Bayern München gegen Paderborn Ein ungleiches Duell

Spitzenreiter Paderborn fordert den FC Bayern und will in München nicht nur Fotos machen.

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Bayern-Trainer Guardiola (l.) will mit den Münchenern hin, wo Paderborns Trainer Breitenreiter (r.) bereits ist: an die Tabellenspitze.

Quelle: dpa

Paderborn. 17. September 1994: André Breitenreiter, 20 Jahre alt, spielt zum ersten Mal in der Fußballbundesliga. Im Trikot des Hamburger SV tunnelt er erst Lothar Matthäus und versenkt dann den Ball im Tor von Oliver Kahn. Es war das 1:0 für die Hanseaten gegen den FC Bayern München (Endstand: 1:1). 11. Februar 1996: Breitenreiter - noch immer im Trikot des HSV - trifft in der Liga wieder gegen die Münchener. Sein Tor zum 1:1 leitet die Wende zum 2:1-Sieg der Hamburger ein. Und fortan hatte Breitenreiter in Hamburg einen Spitznamen: „Bayern-Killer“. Heute (20 Uhr) könnte der mittlerweile 40-Jährige wieder in diese Rolle schlüpfen. Nicht mehr wie damals - als bissiger Offensivspieler - sondern als Trainer.

Mit dem SC Paderborn, Aufsteiger und Sensations-Tabellenführer der Bundesliga, flog Coach Breitenreiter gestern nach München, wo die Ostwestfalen am Abend in der Allianz-Arena zum - zumindest tabellarischen - Spitzenspiel beim Meister antreten. Nach vier Spieltagen noch ungeschlagen und mit acht Punkten auf der Habenseite grüßt der SCP nun die Bayern (punktgleich, aber ein um zwei Treffer schlechteres Torverhältnis) von ganz oben. Breitenreiter aber bleibt gelassen und stellte nach dem 2:0-Heimerfolg gegen Hannover 96 am Sonnabend klar, wie er die Lage bei seinem Klub einordnet: „Das ist nur eine Momentaufnahme für die Jungs, den Verein und alle SCP-Fans.“

Auch wenn die Saison jung und der Weg der Ostwestfalen zu ihrem erklärten Ziel, dem Klassenerhalt, noch lang ist: Der Start der Breitenreiter-Mannschaft in die erste Bundesligasaison der Klubgeschichte lässt auch die Münchener Startruppe aufhorchen. „Wir müssen die Situation und Paderborn ernst nehmen“, mahnt Torwart Manuel Neuer. Trainer Pep Guardiola erwartet heute vom SCP die Art von Spiel, mit dem jüngst nicht nur Hannover, sondern auch Mainz (2:2), der HSV (3:0) und Köln (0:0) Probleme hatten: „Sie gehen nach vorne, weil sie keinen Druck haben. Sie haben Qualität und einen guten Trainer.“

Der Erfolg der mit Sparsamkeit zusammengestellten SCP-Mannschaft (Etat rund 15 Millionen Euro) lässt sich aber auch anders erklären. Spieler wie Moritz Stoppelkamp, der als teuerster Zugang im Sommer für 700 000 Euro von 1860 München kam (zum Vergleich: Bayerns Javi Martinez kostete 2012 rund 40 Millionen Euro), Elias Kachunga (Mönchengladbach) oder Stefan Kutschke (VfL Wolfsburg) hatten sich in der Vergangenheit nicht bei Bundesligisten durchsetzen können und wittern nun in Paderborn ihre Chance unter Gleichgesinnten. Und das klappt. Kachunga hat in dieser Saison schon dreimal getroffen, Stoppelkamp glänzte am Wochenende mit seinem 82,3-Meter-Rekordtor gegen seinen Ex-Klub Hannover 96.

Das Außenseiterimage gefällt den Ostwestfalen, in ihren Reihen wird taktisch damit gespielt. So wie jetzt vor dem Gipfel in München. „Die Jungs sollen das Spiel genießen. Das Ergebnis steht für mich nicht an erster Stelle“, dämpfte Breitenreiter gleich mal taktisch clever die Erwartungen. Aber ein kleine Kampfansage ließ dann doch nicht lange auf sich warten: „Die Bayern sind eine Klasse für sich, wir haben die Ehre, uns dort mit Weltmeistern zu messen. Aber wir wollen nicht nur Fotos machen mit den Weltmeistern, wir wollen auch dort Vollgas geben.“

Guardiola, der mit den Bayern am vergangenen Mittwoch in der Champions League mit 1:0 gegen Manchester City gewann und am Sonnabend in der Liga nur ein 0:0 beim Krisenklub HSV einfuhr, erklärte den Enthusiasmus bei den Aufsteigern Paderborn und auch Köln (8.) auch damit, dass die großen Vereine in dieser Phase der Saison - nach einer WM und mit dem Start der Champions-League - „Punkte verlieren“. Von Profis der Spitzenklubs würde „zu viel verlangt“.

Franck Ribéry (Patellasehnenentzündung) fehlt den Münchenern auch heute, Arjen Robben (muskuläre Probleme) ist „vielleicht“ (Guardiola) gegen den Tabellenführer dabei. Paderborn muss auf Alban Meha (Meniskuseinriss), Mahir Saglik (Muskelbündelriss) und Marvin Bakalorz (Erkältung) verzichten. Dafür werden 4064 Fans der Ostwestfalen den Weg nach München antreten und vor dem Spiel auf dem Oktoberfest feiern gehen. Da wollen auch die Bayern hin. Aber „wenn wir nicht gewinnen“, droht Guardiola, „bleiben wir besser zu Hause.“

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