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FBI interessiert sich für Joseph Blatter

Bestechungsskandal ISL FBI interessiert sich für Joseph Blatter

Schon wieder Joseph Blatter. Jetzt soll das FBI gegen den Schweizer ermitteln. Der Fall ist aber alt, es geht um die Bestechung hochrangiger FIFA-Funktionäre durch die Sportmarketingfirma ISL. Ein Brief soll belegen, dass Blatter davon gewusst hat.

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FIFA-Präsident Joseph Blatter (rechts) unterhält sich 2009 mit dem ehemaligen FIFA-Präsidenten Joao Havelange bei einer Pressekonferenz in Nassau, Bahamas. 

Quelle: dpa

London. Der suspendierte FIFA-Präsident Joseph Blatter steht laut BBC erneut im Zentrum von Ermittlungen. Die US-Bundespolizei FBI untersuche die Rolle des 79 Jahre alten Schweizers in dem früheren gigantischen Bestechungsskandal um die inzwischen bankrotte Sportmarketing-Firma ISL. Rund 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) wurden in den 90er Jahren von der ISL an hochrangige Funktionäre des Fußball-Weltverbandes gezahlt. Unter ihnen waren auch zwei Brasilianer: der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange und das ehemalige Exekutivmitglied Ricardo Teixeira. Als Gegenleistung wurden ISL lukrative TV- und Vermarktungsrechte zugeschanzt.

Neu beleuchtet wird nun die Rolle Blatters im ISL-Skandal. Der umstrittene Schweizer soll laut BBC-Bericht von der Bestechung gewusst haben. Das gehe aus einem Brief hervor, der offenbar von Havelange stamme. Darin habe der Brasilianer von den erhaltenen ISL-Zahlungen berichtet. Blatter habe "vollständige Kenntnis von allen Aktivitäten" gehabt und sei "jederzeit" informiert gewesen, berichtete die BBC. Der Schweizer hatte diese Vorwürfe stets bestritten.

Das Schreiben sei Bestandteil von Ermittlungsakten, die das FBI von den Schweizer Behörden im Zuge seiner Untersuchungen erhalten habe. Bereits früher sei man dort Bestechungsvorwürfen in Bezug auf ISL nachgegangen. Damals habe der Bundesanwalt unter anderem "Havelanges Erklärungen im Zusammenhang mit Blatter" untersucht.

Bereits Ende April 2013 hatte die FIFA-Ethikkommission unter Richter Hans-Joachim Eckert einen Schlussstrich unter die ISL- Bestechungsaffäre gezogen - und Blatter entlastet. Der FIFA-Boss sah sich reingewaschen, Havelange hatte seinen Titel als FIFA-Ehrenpräsident zuvor abgegeben.

Eckert hatte in seinem Abschlussbericht festgestellt, es gebe keine Hinweise dafür, "dass Präsident Blatter Provisionszahlungen von ISL, ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jean-Marie Weber oder von anderen erhalten hat". Auch gebe es "keinerlei Anhaltspunkte" dafür, dass der FIFA-Präsident für Schmiergeldzahlungen an seine langjährigen Mitstreiter Havelange und Teixeira verantwortlich gewesen sei. Allerdings sei Blatters Verhalten ungeschickt gewesen, hieß es.

Der FIFA-Boss ist derzeit - ebenso wie UEFA-Präsident Michel Platini - von der FIFA-Ethikkommission für 90 Tage gesperrt. Hintergrund ist eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken aus dem Jahr 2011. Die beiden Spitzenfunktionäre hatten die Zahlung mit Beratertätigkeiten Platinis aus den Jahren 1998 bis 2002 erklärt. Sie sollen vom 16. bis 18. Dezember von der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission angehört werden. Am 26. Februar soll Blatters Nachfolger gewählt werden.

Im Zuge ihrer Ermittlungen hatte das US-Justizministerium zuletzt Anklage gegen 16 weitere Verdächtige in Süd- und Mittelamerika erhoben, am Wochenende schlug die Polizei zu: In Peru wurde der ehemalige Verbandschef Manuel Burga festgenommen. In Ecuador verhängte eine Richterin unter anderem Hausarrest gegen Verbandschef Luis Chiriboga und Generalsekretär Francisco Acosta.

dpa

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