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Der verrückteste Typ der Fußball-Bundsliga

Marco Sailer Der verrückteste Typ der Fußball-Bundsliga

Marco Sailer ist der verrückteste Typ im Bundesliga-Abstiegskampf. Mit Darmstadt will er das Wunder?Klassenerhalt schaffen – dafür lässt er sich einen 20 Zentimeter langen Bart wachsen und lebt vegan. Dabei war seine Karriere eigentlich schon beendet – bis plötzlich das Telefon klingelte …

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Fußballer mit Bart: Marco Sailer.

Quelle: dpa

Herr Sailer, Sie haben mit Darmstadt den Durchmarsch von der dritten bis in die Bundesliga erlebt. Wenn Darmstadt dieses Jahr die Klasse hält, …
… dann explodiert die Stadt. Es kitzelt das ganze Jahr schon. Jetzt merkt man die Galligkeit richtig, dass wir auch diesen letzten Schritt gehen wollen.

Sie haben Kultstatus am Böllenfalltor. Was machen Sie anders als andere?
Meine Art, Fußball zu spielen, kommt hier gut an. Bei mir gibt’s eben nur ein Gas, und das ist Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde, und das sieben Tage die Woche. Meine Eltern haben mir diese Einstellung mitgegeben. Wenn ich etwas mache, dann richtig und für niemand anderen. Ich muss 100 Prozent geben, damit meine Mannschaft davon auch profitiert. So funktioniert Teamsport. Das ist mein Lebensmotto.

Erst mit 28 Jahren gaben Sie Ihr Bundesliga-Debüt. Nach Jahren in der dritten Liga stand Ihre Karriere damals schon kurz vor dem Aus.
Es war eine komische Situation in meinem Leben. In Heidenheim hatte ich eigentlich noch einen Vertrag, dann wurde mir aber mitgeteilt, dass sie dort nicht mehr mit mir planen. Ich durfte auch nicht mehr am Trainingsbetrieb teilnehmen. Das war extrem schwierig für mich. Ich hab‘ im Wald für mich trainiert, fernab von jeden Fußballplätzen. Das war eine extrem harte Zeit.

Sie haben eine Ausbildung in einer Bank gemacht und ein abgeschlossenes Management-Studium. Haben Sie damals daran gedacht, hinter dem Schalter zu stehen und Überweisungen auszufüllen?
Eigentlich war die Sparkasse keine Option für mich. Für mich war es damals kurz vor zwölf, mein großer Traum hätte zu Ende sein können. Dann hat Dirk Schuster angerufen.

Diese Sekunde, in der das Telefon bimmelte, hat alles verändert.
Ich hatte damals einfach noch keinen Bock, die Flinte ins Korn zu werfen. Dirk Schuster sagte mir dann, dass er mich mal im Training sehen will. Das war meine Chance. Nach der ersten Einheit sagte er dann, dass er mich unbedingt haben wollte. Ich bekam wieder Selbstvertrauen und das Gefühl, gebraucht zu werden. Und dann ging’s für mich hier wirklich los.

Hat Sie diese Zeit auch verändert?
Persönlich, menschlich gar nicht. Privat hat sich sicher einiges getan. Der Alltag eines Bundesliga-Spielers ist nicht so wie der eines Drittligakickers. Ich habe mich automatisch mitentwickelt. Viele sehen das als positiv an mir, manch andere wiederum behaupten, ich sei ein bisschen komisch geworden. Man muss mit seinem Beruf mitwachsen, die Erde unter meinen Beinen habe ich aber nie verloren.

Sie leben vegan. Kann sich das ein Profisportler überhaupt erlauben?
Für mich war es zunächst ein Selbstversuch. Meine Frau lebte länger schon vegan. Anfangs habe ich mich quergestellt, schließlich bin ich mit Fleisch aufgewachsen. Ich habe es dann als Teilzeit-Veganer versucht und schnell gemerkt, dass sich etwas an meinem Körper verändert hat. Ich wurde leichter, fühlte mich fitter.

Um andere zu überzeugen, haben Sie sogar Ihren Rauschebart aufs Spiel gesetzt. Sie suchen 30 Spitzensportler, die sich wie Sie 30 Tage lang vegan ernähren wollen. Gelingt es nicht, kommt der Bart ab. Immerhin stolze 20 Zentimeter. Die sieht es aus?
Der Bart bleibt dran. Die 30 sind komplett, selbst ein Eishockeyspieler und mit Simon Geschke auch ein Etappensieger der Tour de France sind mit dabei. Das hätte ich nicht erwartet. Meine Hoffnung mit der Herausforderung war ja, dass einige sagen, der Bart sehe so blöd aus, das mache ich nicht mit. Der Plan ging nicht auf. Dabei wurde ich kürzlich wegen des Rauschebarts schon am Berliner Flughafen auf Sprengstoff kontrolliert. Aber ich habe ein reines Gewissen.

Was passiert mit dem Bart?
Er wird auf jeden Fall nicht auf dieser Länge bleiben. Ein paar Zentimeter gehen ab. Aber ganz abrasiert wird er nicht. Meine Frau und meine Tochter haben sich schon zu sehr daran gewöhnt.

Interview: Carsten Bergmann

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