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Deutschland schlägt Polen mit 3:1

EM-Qualifikation Deutschland schlägt Polen mit 3:1

Weltmeister Deutschland ist nach dem 3:1 gegen starke Polen vor der Montag-Partie in Glasgow gegen Schottland Erster in Gruppe D. Bester Mann auf dem Platz: Mario Götze.

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Thomas Müller und Mario Goetze waren die Helden des Abends. Die Bayern-Stars erzielten alle drei Treffer.

Quelle: dpa

Frankfurt. Schwere Geburt, gesundes Kind. Weltmeister Deutschland ist nach dem 3:1 gegen starke Polen vor der Montag-Partie in Glasgow gegen Schottland (20.45 Uhr) Erster in Gruppe D. Bester Mann auf dem Platz: Mario Götze. Der ließ seiner Ich-kann-es-Regierungserklärung Taten folgen. Einen Tag, nachdem er einen Heiligenschein angeknipst und sich ins rechte Licht gerückt hatte, knipste er im wahren Leben.

Der Bayern-Profi wirbelte, machte das 2:0 (18.) und das 3:1 (83.) und damit den Weg zum Dreier frei. Götze zeigte als falscher Neuner ein richtig gutes Spiel. Fürs 1:0 sorgte Götzes Bayern-Kollege Thomas Müller (12.), Robert Lewandowski (36.) traf zum 2:1. Deutschland auf Platz eins. Mal ehrlich: Hatten je Zweifel an der EM-Teilnahme in Frankreich bestanden?

Joachim Löw wartete in seinem 123. Spiel als oberster deutscher Fußball-Lehrer mit zwei Überraschungen auf, brachte Emre Can (Liverpool) für Sebastian Rudy (Hoffenheim) hinten rechts und Karim Bellarabi (Leverkusen) für Marco Reus (BVB) links offensiv.

Einzelkritik: Note 1 für Götze

Manuel Neuer: Keine Chance beim Flugkopfball von Trainingskollege Robert Lewandowski (36.). Weltklasse-Parade als der polnische Kapitän frei vor ihm abzog (45.).  Note 2
Emre Can: Gutes Debüt für den Ex-Bayern, und das in seiner Geburtsstadt. Defensiv nicht immer aufmerksam, aber mit guter Spieleröffnung, harmonierte über rechts ordentlich mit Thomas Müller. Manchmal zu ungestüm. Note 3
Jerome Boateng: Versuchte mit vielen weiten Bällen über das Mittelfeld direkt in die Spitze zu flanken. In der Rückwärtsbewegung gegen Ende von Halbzeit eins auch unsicher. Note 4
Mats Hummels: Kam im Lauf- und Kopfballduell zu spät gegen Lewandowski, der das 1:2 der Polen per Flugkopfball erzielte. Nicht immer Herr der Lage. Vorne fast mit dem 3:1 per Kopf (72.). Note 4
Jonas Hector: Assist für den Kölner, der über links das 1:0 von Müller stark vorbereitete. Auch vor dem 2:0 legte er perfekt auf Mario Götze ab. Der Linksverteidiger hat sich das Vertrauen von Löw erspielt und einen Stammplatz gesichert. Note 2
Bastian Schweinsteiger: Der Kapitän ging mit kraftvollen Grätschen und sicherem Aufbauspiel voran. War an der Entstehung beider Tore beteiligt. Note 3
Toni Kroos: Ballverteiler im Mittelfeld, hatte eine defensive Rolle. Gewann viele Bälle, ordnete das Spiel. In den letzten zehn Minuten vor der Pause war die Lücke im Mittelfeld zu groß. Note 3
Thomas Müller: Wer braucht einen echten Mittelstürmer, wenn man einen Müller hat? Vollstreckte cool zum 1:0 (12.). Schon sein 28. Treffer im 64. Länderspiel. Stocherte fast das 3:1 rein (72.), aber viel mehr war nicht. Note 3
Mesut Özil: Unauffällig. Fand nicht hinein, außer bei Ecken kaum am Ball. Wurde etwas besser als er nach Karim Bellarabis Aus über links kam. Note 4
Karim Bellarabi: Der Leverkusener zeigte Kämpferherz, gab keinen Ball verloren. Legte vor dem 1:0 ab auf Hector. Machte über links Alarm. Nach einem Zusammenprall raus (52.). Note 3
Mario Götze: Genau sein Ding, genau sein Tor. Von halblinks in die Mitte ziehen und flach ins kurze Torwarteck abziehen. Tor Nummer 15 im DFB-Trikot. Rettete per Kopf auf der Linie (45.). Am Ende Doppelpacker (82.). Note 1
Ilkay Gündogan: Kam nach 52 Minuten, um mehr Stabilität ins Zentrum zu bringen. Führte sich mit einem tollen Solo ein, brillanter Pass auf Götze, viele gute Akzente. Note 2
Lukas Podolski: Kam in der Nachspielzeit für Götze.

Von Patrick Strassel

Rein in eine hochspannende Klasse-Partie mit offenem Visier. Die zeitige deutsche Führung in der 12. Minute nach Traum-Kombination. Bellarabi schickt den Kölner Linksverteidiger-Monopolisten Jonas Hector, Rückpass auf Thomas Müller – 1:0! Es geht hin und her. Polen macht mit, Manuel Neuer muss gegen Kamil Grosicki (Rennes) retten (17.). Dann schlägt Götze zu. Dribbling, Flachschuss, 2:0 – die Arena bebt (18.). Deutschland drückt auf das 3:0 und kassiert das 2:1. Robert Lewandowski köpft eine Außenrist-Flanke von Grosicki ein (36.). Grosickis Antipode Emre Can? Anderweitig unterwegs.

Nachspielzeit, jetzt spielt Polen – nach verunglücktem Neuer-Pass kommt Lewandowski an den aufspringenden Ball, lädt volley ab. Neuers Oberarm verhindert das 2:2. Sekunden vorm Halbzeitpfiff köpft Lewandowski eine Ecke ins linke Eck. Dort steht Götze und wehrt ab. Pause, durchatmen, Frankfurter Äppelwoi.

Lewandowski hat Deutschland ein Mittelstürmer-Problem attestiert. Polen hat kein Mittelstürmer-Problem, aber ein grundsätzlicheres. Das Team von Coach Adam Nawalka besitzt einen gottbegnadeten Mittelstürmer mit Hauptwohnsitz München. Dazu kommen zehn Mitspieler aus Rennes, Swansea, Warschau, Grosny und so weiter. Dieses Ungleichgewicht lässt eigentlich keine Schnitte gegen den Weltmeister zu. Eigentlich. Wie schon beim polnischen Hinspiel-2:0 gab es ein Duell auf Augenhöhe. Deutschland offensiv mit der Leichtigkeit vom Zuckerhut und Götze. Polen mit Leidenschaft und Lewandowski.

Schiedsrichter Nicola Rizzoli (Italien), Final-Referee vom 13. Juli 2015, hat auch mit Wiederbeginn wenig Mühe mit der fairen Partie. Löw will mehr Tiefgang, bringt BVB-Ass Ilkay Gündogan für den leicht angeschlagenen Bellarabi (53.). Gündogan ist vier Kilo leichter als einst und super drauf, setzt Götze ein – Pfosten (57.).

Wer deckt eigentlich den Herrn Grosicki? Keiner, Neuer muss wieder gegen die Nummer elf ran (68.). Es bleibt ein Krimi. Mats Hummels köpft, Lukasz Fabianski ist aber blitzschnell unten (72.).

Dann die Entscheidung, Götze macht nach Müller-Schuss den Deckel drauf (82.). Und sagt später: „Es ist schön, zwei Tore erzielt zu haben. Beim 2:2 wäre es nochmal eng geworden. Glück für uns.“ Auf nach Glasgow.

Von Guido Schäfer

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