Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
So viel Geld kostet einen Fußballfan eine Saison

Vereinsliebe So viel Geld kostet einen Fußballfan eine Saison

Dauerkarte, Trikot, Bier und Bratwurst im Stadion – echte Fußballfans lassen sich den Ausflug ins Stadion einiges kosten. Wie viel genau, hat eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatung PwC unter 1.000 Dauerkartenbesitzern der 18 deutschen Erstligaklubs ermittelt.

Voriger Artikel
Hammerlose für deutsche Vereine
Nächster Artikel
Ronaldo zu Europas Fußballer des Jahres gekürt

Fanartikel, Fahrtkosten, Verpflegung: Die Fußballsaison lassen sich viele Fans bis zu 1.000 Euro kosten.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Frankfurt am Main. Treue Fußballfans lassen sich ihre Vereinsliebe im Schnitt mehr als 1.000 Euro pro Saison kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatung PwC unter 1.000 Dauerkartenbesitzern der 18 deutschen Erstligaklubs. Demnach zahlen die Anhänger in der am Wochenende beginnenden Spielzeit 2016/17 durchschnittlich 326 Euro allein für die Dauerkarte. Hinzu kommen gut  42 Euro für Essen und Getränke an den Spieltagen - bei 17 Heimspielen also insgesamt mehr als 700 Euro. Hiervon profitiert auch die umliegende Gastronomie. Für Fanartikel geben die Befragten im Schnitt 85,50 Euro pro Saison aus. Wer sein Team nicht nur bei den Heim-, sondern auch bei Auswärtsspielen unterstützt, kommt sogar auf deutlich höhere Ausgaben. So beziffern die Umfrageteilnehmer allein die Fahrtkosten pro Auswärtspartie auf fast 70 Euro.

"Vereine sollten die Erlöspotenziale nicht überreizen"

„Unsere Studie zeigt, dass in der Fußball-Bundesliga nicht nur mit Fernsehrechten, Sponsoring oder VIP-Lounges gewaltige Summen umgesetzt werden, sondern auch mit den sogenannten ganz normalen Fans. Davon profitieren die Vereine, ebenso wie die lokale Wirtschaft“, sagt Werner Ballhaus, Leiter der Medien- und Unterhaltungsindustrie bei PwC in Deutschland. Zugleich warnt Ballhaus davor, die Erlöspotenziale zu überreizen. „Die Einführung von Montagsspielen ab der Saison 2017/18 sehen gut 70 Prozent aller Dauerkartenbesitzer skeptisch. Und von denen lassen wiederum 44 Prozent offen, ob sie sich auch in Zukunft eine Jahreskarte kaufen werden - während sieben Prozent sogar meinten, wegen der Montagsspiele künftig keine Dauerkarte mehrerwerben zu wollen. Das ist ein Warnsignal an die Vereine.“

Fans stehen neuen Einnahmequellen positiv gegenüber

Trotzdem finden sich in der Umfrage nur wenige Belege für die beliebte These, die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs führe zu einer Entfremdung zwischen den Vereinen und ihren Fans. Im Gegenteil: 56 Prozent der Dauerkartenbesitzer sprachen sich dafür aus, dass ihr Klub neue Einnahmequellen erschließt, um mit der finanzkräftigen internationalen Konkurrenz speziell aus der englischen Premier League mithalten zu können. Wie solche Erlöse beispielsweise aussehen könnten, hatte am Ende der vorigen Saison der FC Bayern München vorgemacht, als er für die Übertragung der Meisterfeier erstmalig Gebühren von einem Fernsehsender verlangte.

Apps als wichtige Informationsquelle

Eine immer größere Rolle bei der Fanbindung spielt das Smartphone. So nutzen bereits 55 Prozent der Dauerkartenbesitzer die offizielle App ihres Vereins. Zudem gaben 30 Prozent der Befragten an, auf mobilem Wege Fanartikel zu kaufen - während weitere 46 Prozent meinten, sie würden diese Möglichkeit wahrnehmen, wenn ihr Lieblingsklub sie anbieten würde. Die veränderte Mediennutzung gerade jüngerer Fans zeigt sich auch darin, dass die Vereins-Homepage für 62 Prozent aller Dauerkartenbesitzer mittlerweile die wichtigste Quelle darstellt, wenn sie Informationen über ihren Klub suchen. Die Tageszeitungen und deren Onlineausgaben liegen mit 49 Prozent deutlich dahinter. „Die Vereine haben heute ganz andere Möglichkeiten als früher, ihre Anhänger direkt anzusprechen. Auch dieses Instrument sollten die Klubs nutzen, um die Fans noch enger an sich zu binden“, sagt PwC-Experte Ballhaus.

Ein einheitliches Bezahlsystem für alle Stadien?

Ein großes Thema für viele Anhänger ist auch das bargeldlose Zahlen im Stadion, das mittlerweile von gut 60 Prozent aller Dauerkartenbesitzer befürwortet wird. Rund die Hälfte der Befragten würde es begrüßen, wenn sich die Erstligisten auf ein einheitliches Bezahlsystem einigen könnten. „Tatsächlich liegen für die Vereine in diesem Bereich noch Potenziale brach“, sagt Ballhaus. So meinten 91 Prozent aller Befragten, sie würden ein Punkte-Sammelsystem - analog zum Payback im Einzelhandel - ihrer Klubs nutzen. Als Prämien kämen zum Beispiel Vergünstigungen für Tickets oder Fanartikel oder die Teilnahme an besonderen Vereins-Events infrage.

Drei Viertel der Befragten für höhere Sicherheitsstandards

Auch die Furcht vor Terrorismus treibt viele Fans um, nicht zuletzt wegen der Pariser Anschläge am Rande des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland im vergangenen November. So sprachen sich drei Viertel aller Befragten dafür aus, die Sicherheitsstandards rund um die Bundesligapartien zu erhöhen. „Viele Fans sind verunsichert und infolgedessen auch dazu bereit, mehr Geld für mehr Sicherheit auszugeben“, so Werner Ballhaus. Gut ein Drittel zeigt laut Umfrageergebnisse eine erhöhte Zahlungsbereitschaft. Rund 94 Prozent der Dauerkartenbesitzer meinten, sie hätten angesichts der aktuellen Lage Verständnis für verstärkte Sicherheitskontrollen beim Einlass ins Stadion.

ots/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fußball
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wie hat mein Verein gespielt

Von Kreisliga bis Bundesliga: Hier finden Sie alle Fußball-Ergebnisse.

Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.

Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr
Anzeige