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Gericht gibt Polizei Mitschuld für Hillsborough

Stadion-Unglück mit 96 Toten Gericht gibt Polizei Mitschuld für Hillsborough

Es war eine der schlimmsten Katastrophen im Fußball: Während der Partie Liverpool gegen Nottingham 1989 brach eine Massenpanik aus, 96 Fußballfans wurden zerquetscht. 27 Jahre später macht ein Gericht die Polizei dafür verantwortlich.

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Späte Gerechtigkeit: Nach der Gerichtsentscheidung jubelten Angehörige der Opfer.

Quelle: EPA/PETER POWELL

London. Erleichtert lagen sich Familien und Freunde in den Armen. Viele vergossen Tränen der Freude, ein paar jubelten, andere ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Die Anspannung bei den Angehörigen der Opfer wich und die Gewissheit wuchs, endlich Gerechtigkeit erfahren zu haben.

27 Jahre nach der Katastrophe im Hillsborough-Stadion, die 96 Todesopfer gefordert hat, hat das zuständige Gericht im britischen Warrington entschieden, dass die Fußball-Fans ohne eigenes Verschulden getötet worden sind. Es erscheint ein schwacher Trost zu sein, doch für die Familien und Freunde ist der am Dienstag veröffentlichte Entscheid des Gerichts so etwas wie eine späte Genugtuung.

Cameron: "Überfällige Gerechtigkeit"

Großbritanniens Premierminister David Cameron begrüßte die Entscheidung. Bei Twitter schrieb er von einem "Meilenstein" und der "längst überfälligen Gerechtigkeit für die 96 Liverpool-Fans, die bei diesem Desaster gestorben sind". Er wollte allen Beteiligten für den "außergewöhnlichen Mut und die Courage bei der langwierigen Suche nach der Wahrheit danken", fügte Cameron an.

Vor dem Gericht spielten sich Szenen wie beim Gewinn eines wichtigen Spiels statt. Fans lagen sich in den Armen, sangen Liverpools Vereinshymne "You'll never walk alone", lachten und weinten zugleich. Der FC Liverpool übertrug die Urteilsverkündung live im Internet.

Gericht: Polizei hat versagt

27 Jahre und 11 Tage nach der Tragödie von Hillsborough, als am 15. April 1989 96 Fans zu Tode gequetscht worden waren, sprach das Gericht die Fußball-Fans von jeglichem Fehlverhalten frei. Vielmehr habe die Polizei auf allen nur erdenklichen Ebenen versagt, das düsterste Kapitel in der Geschichte des britischen Sports scheint geschlossen. Das Halbfinale im FA Cup zwischen Liverpool und Nottingham Forest sei desaströs organisiert gewesen. Die Einsatzleiter habe die Tragödie "verursacht" oder zumindest "dazu beigetragen", hieß es im Urteilsspruch.

"Diese Entscheidung ist nur für die 96 Todesopfer, sondern für alle. Für uns Familien, Freunde, Fans. Für die gesamte Stadt, für die Gerechtigkeit", sagte Margaret Aspinall, die Vorsitzende der Hillsborough Family Support Group, die bei der Katastrophe ihren damals 18 Jahre alten Sohn James verloren hatte: "Wir haben ein Stück Vergangenheit umgeschrieben."

Untersuchung dauerte zwei Jahre

Eine erste Untersuchung hatte 1991 ergeben, dass für die Tragödie im Fußballstadion von Sheffield niemand verantwortlich zu machen war. 2012 hatte ein Gericht das Urteil aufgehoben und eine neue Untersuchung angeordnet. Zwei Jahre lang wertete die Jury Hunderte von Zeugenaussagen, Bildern und Videos der Katastrophe aus.

Die Jury kam nun zu dem Schluss, dass die Liverpool-Fans auf einer der Tribünen zu Tode gequetscht wurden, nachdem eine große Zahl von Menschen durch die Ausgangstore eingelassen wurden. Schuld an dem Tod der Fans waren nach Ansicht der Geschworenen Fehlverhalten und Versäumnisse der Polizei und anderer Verantwortlicher.

Bei dem FA-Cup-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest am 15. April 1989 war es zu der Panik auf den Rängen gekommen. 96 Menschen starben, 766 Menschen wurden verletzt. Schon früh hatte es Stimmen gegeben, die der Polizei die Schuld an dem Desaster gaben.

dpa/sid

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