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Krise beim Hamburger SV Baustelle Volkspark

Aufgeblähter Kader, Schulden, keine neuen Spieler – beim Hamburger SV ist kein Ende der Krise in Sicht. Die Sommerpause war die große Zeit der Umbauarbeiten. Und infrastrukturell geht es auch voran. Aber was ist mit der Mannschaft?

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Quelle: dpa

Hamburg. Das provisorische Trainingscenter aus Zelten und Containern neben dem Stadion ist wieder demontiert, die Umkleide im Bauch der Arena instand gesetzt. Die riesigen Buchstaben auf dem Stadiondach sind heruntergeholt, ab heute heißt die Spielstätte wieder offiziell Volksparkstadion, die Fertigstellung eines weiteren Trainingsplatzes steht kurz bevor. Die Sommerpause war die große Zeit der Umbauarbeiten beim Hamburger SV. Und infrastrukturell geht es auch voran. Aber was ist mit der Mannschaft? Das weiß man noch nicht so recht.

Um 10 und um 16 Uhr bittet Trainer Bruno Labbadia den zweimaligen Beinaheabsteiger heute zum ersten Training. Laktat- und Medizintests wurden bereits in den vergangenen zwei Tagen erledigt. Doch während die Bundesligakonkurrenz täglich Neuverpflichtungen verkündet, hatte der HSV gestern noch keinen einzigen Neuen verpflichtet. Dafür aber bereits etliche Spieler weggeschickt, auch solche mit laufendem Vertrag wie Maximilian Beister und Lasse Sobiech. Ein Hoffnung versprechender Neuaufbau ist das bisher noch nicht, eher ein Abriss.

Dass die Verträge der bisherigen Großverdiener Rafael van der Vaart, Marcell Jansen und Slobodan Rajkovic nicht verlängert würden, war zu erwarten. Heiko Westermann wollte ein neues Angebot zu stark reduziertem Gehalt nicht annehmen, Ivo Ilicevic hat das getan, alles nachvollziehbar. Dass Sobiech nicht nur ablösefrei zum FC St. Pauli gehen durfte, sondern auch noch eine Abfindung - wohl 250 000 Euro - als Kompensation für das niedrigere Gehalt am Kiez bekam, sorgte für Stirnrunzeln. Die Gratisvertragsauflösung beim Fanliebling Beister einschließlich Abfindungszahlung (angeblich 500 000 Euro) und dessen sofortige Verpflichtung durch Mainz 05 aber ließen einige eine „wahnsinnige Transferpolitik“ (Die Welt“) vermuten.

Haben Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, Sportchef Peter Knäbel und Trainer Bruno Labbadia („Es wird ein steiniger Weg“) tatsächlich den Verstand verloren? Oder treibt sie die pure finanzielle Not zu ihren Handlungen und der bisherigen Erfolglosigkeit bei den Neuzugängen?

Schließlich muss ein völlig aufgeblähter Gehaltsetat von 53 Millionen Euro um rund 13 Millionen reduziert werden. Nach dem Einstieg der Investoren Klaus-Michael Kühne und Helmut Bohnhorst konnte die Schuldenlast zwar von knapp 100 Millionen Euro auf gut 60 Millionen reduziert werden, wirtschaftlich gearbeitet hatte die HSV Fußball AG im ersten Jahr ihres Bestehens aber nicht. Die Bilanz wird zwar erst im Januar vorgelegt, von weiteren 10 Millionen Unterdeckung ist aber zu hören. Zum strikten Sparkurs gibt es also keine Alternative. Die Ablöseforderung von 2,5 Millionen für den Paderborner Süleyman Koc kann und will der HSV ebenso wenig erfüllen wie die ebenfalls 2,5 Millionen, die der VfL Bochum für den Österreicher Michael Gregoritsch aufruft. Hier wird noch verhandelt.

Mit der Vertragsauflösung von Beister (Gehalt 1,6 Millionen Euro) spart der HSV rund 1 Million Euro, mit der von Sobiech etwa 500 000 Euro. Mainz-Manager Christian Heidel sprang im allgemeinen HSV-Bashing nun sogar seinen Hamburger Kollegen bei: „Für Beister gab es mit Ablöse keinen Markt.“ Zumal für die Zukunft immer noch das Fragezeichen bleibt, ob der 24-Jährige nach seiner einjährigen Pause im Anschluss an seinen Totalschaden im Knie überhaupt wieder zu alter Form findet. Seit er im Januar wieder ins Training eingestiegen ist, waren die Trainer Joe Zinnbauer, Peter Knäbel und Labbadia nicht davon überzeugt. Sonst hätten sie ihn spielen lassen.

Beim Laktattest dabei war Verteidigertalent Jonathan Tah, 19, der gerne nach Leverkusen möchte, allerdings für die angebotenen 6 Millionen Euro nicht darf. Dafür ergebe ein Transfer keinen Sinn, sagt Knäbel. Leihspieler Jacques Zoua wird aus der Türkei zurückkommen und darf sich präsentieren. Der aussortierte Valon Behrami gehört noch dem HSV, soll nach Italien gehen, Peter Jiracek darf sich gerne einen neuen Klub suchen. Heute ist Trainingsbeginn, aber neu aufgebaut ist beim HSV noch gar nichts. Außer am Stadion.

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