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Kruse fliegt aus Nationalelf – und auch beim VfL?

Vorbildrolle nicht erfüllt Kruse fliegt aus Nationalelf – und auch beim VfL?

Bundestrainer Joachim Löw hat Max Kruse vom VfL Wolfsburg für die kommenden Länderspiele aus dem Kader der Fußball-Nationalmannschaft gestrichen. In einer Mitteilung des DFB hieß es am Montag, Kruse komme seiner Vorbildrolle als Nationalspieler nicht nach.

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Max Kruse ist nicht mehr Teil der deutschen Nationalmannschaft.

Quelle: dpa

Berlin . Diese Aktion dürfte das Ende von Max Kruses Nationalmannschaftskarriere bedeuten: Weil der Stürmer vom VfL Wolfsburg am Sonntag innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal für negative Schlagzeilen gesorgt hat, streicht ihn Bundestrainer Joachim Löw aus dem Kader der deutschen Mannschaft für die Testspiele am Sonnabend in Berlin gegen England (20.45 Uhr, ZDF) und gegen Italien am Dienstag in München (20.45 Uhr, ARD). Somit ziehen heute nur noch 26 DFB-Stars ins Grand Hyatt Hotel am Berliner Marlene-Dietrich-Platz, in dem das Tüfteln für die Fußball-EM in Frankreich (ab 10. Juni) beginnt. Und das alles, weil Kruse an die Falsche geraten war.

Am Sonnabend feiert der Stürmer seinen 28. Geburtstag in einer Berliner Discothek – nur Stunden nach seinem glanzlosen Auftritt gegen Aufsteiger Darmstadt (1:1). Die „Bild“-Zeitung berichtet über das, was gegen 2 Uhr morgens am Sonntag auf der Feier passiert: Eine Frau macht Fotos von Kruse, der auf sie zuläuft, ihr das Smartphone wegnimmt und die Fotos löscht. Schlecht für den Kicker: Die Dame ist nicht einfach nur ein Disco-Gast, sondern Jessica Pillatzki (26), eine Reporterin der „Bild“.

Klaus Allofs bittet seinen Party-Spieler noch am Sonntag zum Rapport – da hatte die Nummer mit dem Handy schon die Runde bis zum Geschäftsführer des VfL Wolfsburg gemacht. Kruse, auf den eine Geldstrafe vom Klub wartet, zu seiner Aktion: „Natürlich war ich irgendwann genervt und habe dann vielleicht unpassend reagiert.“ Das findet auch Allofs. „Wir haben von den Vorkommnissen erfahren und uns mit Max zusammengesetzt. Wir haben dabei klargemacht, welches Auftreten wir in der Öffentlichkeit von unseren Spielern erwarten.“ Pikant: Erst vor einer Woche hatte Allofs Berichte bestätigt, wonach Kruse 75 000 Euro in einem Taxi hat liegen lassen. Schon für diesen Auftritt musste er 25 000 Euro Strafe zahlen.

"Unprofessionell verhalten"

Härter dürfte Kruse die von Löw ausgesprochene Sanktion treffen. Die Suspendierung des Wolfsburgers, der schon für St. Pauli, Mönchengladbach, Werder Bremen und den SC Freiburg gespielt hat, gilt zunächst nur für die Klassiker gegen England und Italien. Löws Ansage klingt allerdings nicht danach, als könne sich Kruse Hoffnungen darauf machen, mit ins EM-Trainingslager nach Ascona (Schweiz, 23. Mai bis 3. Juni) reisen zu dürfen. „Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele.“ Dafür brauche Löw Spieler, die fokussiert und konzentriert sind, „sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind“. Kruse sei mehrfach dieser Rolle nicht gerecht geworden. „Der Vorfall am zurückliegenden Wochenende widerspricht meinen Erwartungen. Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht.“

Kruse skandalt sich aus der Nationalmannschaft – und das, obwohl er Glück hat, überhaupt noch auf Topniveau Fußball spielen zu können. 2008 brach er sich das rechte Schien- und Wadenbein, über Monate musste ein 40 Zentimeter langer Nagel alles zusammenhalten. Kruse, ab 2009 auf St. Pauli unter Vertrag, spielte sogar mit dem Nagel. Trotzdem: Sein damaliger Trainer Holger Stanislawski nannte seinen Schützling gar einen „Vollpfosten“ – aus Spaß, dem ein gewisser Grad an Ernsthaftigkeit anhaftete. Denn Kruse gab einst selber zu, sich zu sehr auf seine Begabung verlassen zu haben. „Talent kann halt manchmal auch ein Fluch sein.“ Kompensiert hat er den Druck dann gerne im Nachtleben oder auf der Straße – wie in Gladbach, wo er mit einem Tarnfarben-Maserati vorfuhr. Wenig förderlich war auch ein Auftritt in einem Video, in dem er als „MC Max“ frauenfeindlich dahergerappt hatte. Es ist die Summe an Vorfällen, die Kruse jetzt um die EM bringen dürfte. 

Und Löw? Der zeigt ein weiteres Mal, dass „högschde Disziplin“ weiter sein Maßstab ist. 2008 schmiss er Kevin Kuranyi aus dem Team, nachdem der beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland in der Halbzeit nach Hause gefahren war. Und erst im Januar erwischte es Kevin Großkreutz, weil der bei Galatasaray Istanbul (wo er wegen einer Sperre nach einer Wechsel-Panne nicht spielen durfte) mit ständigen Flügen in die Heimat Dortmund aufgefallen war. Und jetzt spürt Kruse, was passiert, wenn Jogi sauer ist ...

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