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"Wir verdienen hier alle genug"

Manuel Neuer im Interview "Wir verdienen hier alle genug"

Wenn ihm Joachim Löw am Sonnabend im Testspiel gegen England (20.45 Uhr, ZDF) keine Pause gönnt, wird Manuel Neuer zum 64. Mal im deutschen Tor stehen. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland verrät Neuer auch, ob er sich einen Wechsel in die englische Premier League vorstellen kann.

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Könnte am Sonnabend sein 64. Länderspiel absolvieren: Manuel Neuer. 

Quelle: dpa

Berlin. Herr Neuer, am Sonntag werden Sie 30 Jahre alt. Ein komisches Gefühl?

Ich habe keine Angst vor der Drei vorne. Vielleicht hat der eine oder andere Spieler Respekt vor der Zahl. Aber ich fühle mich fit, ich bin jung. Wenn man auf seinen Körper hört, dann weiß man eigentlich immer, wo man steht. Und ich stehe voll im Saft, denke gar nicht daran, dass die Karriere irgendwann Richtung Ende gehen könnte.

2005 wurden Sie beim FC Schalke 04 zum Fußballprofi. Denken Sie manchmal: Mensch, wie die Zeit vergeht …?

Nein. Ist doch schön, dass man viel Erfahrung sammeln konnte und früh zwischen den Pfosten stand im Profifußball. Ich bin froh über das, was ich bisher erleben durfte.

Und die besten Jahre kommen noch?

Schauen wir mal (lacht).

Am Sonnabend geht es gegen England. Deren Torhüter werden oft ein wenig belächelt. Kennen Sie einen guten?

Joe Hart (fällt derzeit mit einer Wadenverletzung aus, d. Red.) sehe ich als sehr guten Torhüter. Er spielt mit Manchester City stets in der Champions League. Und ich würde das auch nicht so über einen Kamm scheren, dass jetzt alles schlecht ist, was die Engländer an Torhütern hervorgebracht haben. Natürlich gab es in deren Fußball-Historie unglückliche Situationen. Aber auf die darf es nicht beschränkt werden.

Sie standen bei der WM 2010 im Tor, als Deutschland 4:1 gegen England gewann - nachdem Frank Lampard klar zum eigentlichen 2:2 getroffen hatte und der Treffer vom Schiedsrichter übersehen wurde. Ein weiteres Kapitel im Mythenbuch der Duelle zwischen Deutschland und England.

Beide Nationen sind klassische Fußballnationen, haben in dem Sport auch eine große Bedeutung. Und viele Duelle waren einfach geschichtsträchtig. Das macht den Reiz dieser Begegnung aus. Aber die geschichtlichen Sachen, die hast du auf dem Platz nicht unbedingt vor Augen. Hinzu kommt jetzt, dass auch die Ligen der beiden Länder konkurrenzfähig mit Blick auf den direkten Vergleich geworden sind.

Was meinen Sie?

Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Bundesliga mindestens ebenbürtig ist mit der englischen Premier League. Das gibt einem Länderspiel zwischen beiden Nationen einen zusätzlichen Reiz. Es wird immer mehr verglichen. Man kann daran gut sehen, wie sich der deutsche Fußball entwickelt hat. Wir (der FC Bayern, d. Red.) und Dortmund zum Beispiel müssen uns da sicher nicht verstecken.

Aber die Engländer haben mehr Geld - selbst kleine Klubs können damit um sich werfen. Könnte Sie das auch noch locken? Bert Trautmann, Jens Lehmann - es gab schon deutsche Keeper, die auf der Insel gefeiert wurden.

Zunächst mal: Auch wir verdienen hier alle genug. Und die Bundesliga gefällt mir sehr gut. Wie gesagt: Es wurden große Schritte gemacht in den letzten fünf bis zehn Jahren. Ich mag die Spielweise des FC Bayern, in ihr kommt mein Spiel zur Geltung. Ich bin gerne anspielbereit, bin im Aufbauspiel dabei. Dabei bin ich sehr präsent. Es gibt ja diesen englischen Begriff Sweeper Keeper („Sweeper“ bedeutet „Kehrmaschine“ und kann im Fußball mit „Libero“ übersetzt werden - Libero-Torwart also, d. Red). Der bin ich gerne, wenn es sinnvoll ist. Das passt zu mir, damit habe ich Spaß am Fußball. Natürlich ist es für den einen oder anderen Spieler ein großer Reiz, nach England zu gehen. Auch, weil man in England eventuell mehr Geld verdienen kann. Aber man muss auch wissen, dass man da ein anderes Leben führen wird.

Pep Guardiola, aktuell noch Ihr Trainer in München, geht im Sommer zu Manchester City. Er könnte diese Spielweise doch nach England bringen. Vielleicht mit Ihnen.

Das ist ja ein langer Prozess. Auch für Manchester City. Wenn Pep das so einführen möchte, dann dauert das. Es wird nicht von heute auf morgen der Fall sein.

Ihr ehemaliger Bayern-Kollege Bastian Schweinsteiger musste die Nationalmannschaft verlassen - er ist schon wieder verletzt. Wie sehr trifft Sie das?

Er ist unser Kapitän. Es ist ärgerlich, dass er jetzt wieder ausfällt. Die Frage ist, für wie lange? Der Zeitpunkt ist natürlich alles andere als perfekt. Aber grundsätzlich ist es so, dass er jetzt gerade zurückgekommen war, die ersten Minuten für Manchester gespielt hatte und wieder dabei war, in die Gänge zu kommen. Wenn dann wieder eine alte Verletzung auftritt, dann ist das einfach doppelt blöd.

Belastet das auch die deutsche Mannschaft?

Es zerrt an den Nerven. In erster Linie an seinen natürlich. Und für uns ist es schade, weil wir jetzt mit Blick auf die Europameisterschaft zwei wichtige Spiele (am Dienstag folgt der Test in München gegen Italien, d. Red.) haben. Es sind Gegner, auf die wir in Frankreich in K.-o.-Spielen treffen könnten. Es ist einfach bitter, dass Basti fehlt. Und wir hoffen, dass er so schnell wie möglich zurückkehren wird.

Sie sind die unangefochtene Nummer eins im deutschen Team, einen Konkurrenzkampf gibt es nur hinter Ihnen. Wie halten Sie da die Spannung hoch?

Wichtig ist, dass man hungrig bleibt, nicht sagt: Naja, jetzt habe ich dies und das erreicht, das nächste mache ich doch mit links. Und dann gehst du raus, schnürst dir die Schuhe - und spielst ein bisschen. Das ist nicht mein Stil, so verstehe ich meinen Job auch nicht. Man muss alles dafür tun, seine Ziele zu erreichen - und vielleicht noch besser zu werden. Ich bin einfach ehrgeizig. Auch wenn ich jetzt 30 werde.

Interview: Eric Zimmer

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