Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
„Peinlich, amateurhaft, fürchterlich“

Kritik an Schweinsteiger „Peinlich, amateurhaft, fürchterlich“

Der Kapitän der Nationalmannschaft wollte noch einmal raus in die große Fußball-Welt. Doch beim berühmtesten Premier-League-Club läuft es nicht für Bastian Schweinsteiger. Seine Probleme wurden beim Deutschland-Debüt im ManUnited-Trikot deutlich.

Voriger Artikel
Gladbach verpasst die Europa League
Nächster Artikel
Lewandowski mit Doppelpack in Zagreb

Schwach: Bastian Schweinsteiger.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Genug Zeit zu überlegen wäre gewesen - doch Bastian Scheinsteiger wollte nicht reden. Zwei Minuten vor Mitternacht zog der zuvor ausgetanzte Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft wortlos seinen Rollkoffer durch den Keller des Wolfsburger Stadions. Was Schweinsteiger nach dem 2:3 beim VfL und dem ernüchternden Champions-League-Aus von Manchester United dachte? Was er von der erneuten Kritik seines Trainers Louis van Gaal hält? Das blieb unbeantwortet, als Schweinsteiger nach mehr als einer Stunde im Raum für die Dopingkontrolle schweigend das Stadion verließ.

Auskunftsfreudiger war Schweinsteigers Trainer, der den einstigen Bayern-Star am späten Dienstagabend erneut abwatschte. Vor der Kritik an seinem deutschen Mittelfeldspieler wies der niederländische Coach aber noch einen englischen Journalisten in seiner unnachahmlichen Art zurecht: „Willst du mich unterbrechen?“, harschte der Coach den Reporter an: „Ich will die Antwort geben, und du musst zuhören.“Anschließend strafte van Gaal seinen einstigen Lieblingsspieler aus Münchener Tagen mit einem schlichten Satz ab. „Ich wechsele einen Spieler nicht einfach nur so aus“, sagte der United-Trainer, der Schweinsteiger schon in der 69. Minute vom Platz geholt hatte.

Von der Bank aus musste der deutsche Nationalspieler kopfschüttelnd mit ansehen, wie einer der größten Clubs des Weltfußballs beim Emporkömmling aus Wolfsburg verlor und in die zweitklassige Europa League abrutschte. Das hatte sich Schweinsteiger bei seinem Wechsel zum populärsten Premier-League-Club anders vorgestellt.

"Der Fußballer hustete und prustete"

Die Kritik in England war gnadenlos. „Peinlich, amateurhaft, fürchterlich“, titelte die britische Zeitung „The Times“ (Mittwoch). Schweinsteiger stand im Mittelpunkt. „Der Deutsche war eine riesige Enttäuschung. Er sah langsam aus und war ein Schwachpunkt statt eine treibende Kraft“, urteilte die „Manchester Evening News“. „Er war aus irgendwelchen Gründen der Einzige, der Handschuhe trug. Es sah so aus, als nagt die Zeit an ihm“, schrieb „The Sun“.

Auch der „Guardian“ spottete: „Der Fußballer, der so lange wie ein Mercedes surrte, hustete und prustete, als die VW-Logos an ihm vorbeirasten. Er ließ zu viele Gelegenheiten zu, bis er endlich ausgewechselt wurde.“

Der selber kritisierte Trainer teilte allein gegen Schweinsteiger aus. „Er will auf dem höchsten Level spielen, besonders in Deutschland“, sagte van Gaal. Doch das habe nicht geklappt: „Ich kann nicht sagen, dass er der Schweinsteiger war aus meiner Zeit in München.“ Der ehemalige Münchener Coach hat sich offenbar auf Schweinsteiger eingeschossen. Bereits vor einigen Tagen monierte er, dass der DFB-Kapitän nicht auf hohem Niveau spiele. Das stimmt zwar und gilt vor allem auch für das Wolfsburg-Spiel. Dennoch beachtlich, dass der Coach einen Spieler, den er persönlich geholt hat, öffentlich derart maßregelt.

Erschreckend schwache Zweikampfquote

Dass Schweinsteiger in Wolfsburg schwach spielte, stand außer Frage. Er hatte mit 94 Prozent zwar die beste Passquote seiner Mannschaft, doch spielte der 31-Jährige vornehmlich Quer-, Rück- und andere Sicherheitspässe. Erschreckend war zudem die Zweikampfquote von nur 20 Prozent - die schlechteste des gesamten Teams.

Am schlimmsten dürfte es sich für den früheren Bayern-Star aber angefühlt haben, wie ihn sein WG-Mitbewohner von der WM in Brasilien austanzte. Bei Julian Draxlers weltmeisterlicher Vorbereitung des zweiten VfL-Tores offenbarte sich der Unterschied am deutlichsten - auf der einen Seite der dynamische Draxler, auf der anderen der statisch agierende Schweinsteiger. Hinterher war es der 22 Jahre alte Wolfsburger und nicht etwa Manchesters Trainer, der den übertölpelten Routinier nach Mitternacht in Schutz nahm. „Der steckt das gut weg“, sagte Draxler: „Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken um ihn.“

Von Michael Rossmann und Carsten Lappe, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Fußball
Naldo machte mit seinem zweiten Treffer den Sieg gegen ManUnited perfekt.

Dank eines Sieges gegen Bastian Schweinsteiger und Manchester United hat sich der VfL Wolfsburg erstmals in seiner Clubhistorie für die K.o.-Phase der Champions League qualifiziert. Auf den Kapitän der deutschen Nationalelf warten dagegen sportlich harte Zeiten.

mehr
Mehr aus Fußball
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wie hat mein Verein gespielt

Von Kreisliga bis Bundesliga: Hier finden Sie alle Fußball-Ergebnisse.

Recken besiegen HSC 2000 Coburg

Die TSV Hannover-Burgdorf bleibt sich treu in der Handball-Bundesliga. Starken Auftritten folgen Zitterpartien, und so wurde es am Sonntag gegen den HSC 2000 Coburg nichts mit dem allseits erwarteten klaren „Recken“ -Erfolg.

Die HAZ-Sportexperten schreiben gemeinsam den RotenBlog
27. November 2016 - Christian Purbs in Allgemein

Und wieder zwei Punkte weg. Und wieder war mehr möglich für die „Roten“. Auch wenn Daniel Stendel die Tore nicht selbst schießen kann, was er garantiert am liebsten machen würde, in Düsseldorf gab auch der 96-Trainer keine glückliche Figur ab.

mehr
Anzeige