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Slomka zurück in der Warteschlange

Nach Rauswurf in Hamburg Slomka zurück in der Warteschlange

Nach dem Rauswurf beim HSV reiht sich Mirko Slomka wieder ein in die Warteschlange der Fußball-Trainer. In Hannover wird derzeit zwar keiner gesucht – aber bei vielen an der Leine hat der einst erfolgreiche Bundesligacoach noch ein Stein im Brett.

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Abfahrt Richtung Hannover: Slomka nach dem Rasuwurf in Hamburg.

Quelle: dpa

Hannover. Der Audi Q5, in den Mirko Slomka gestern vor der Hamburger Geschäftsstelle stieg, hat ein hannoversches Kennzeichen. Ein Stück Heimat war also auch an seinem Abschiedstag beim Hamburger SV dabei, und es ist bittere Ironie, dass der Hannoveraner Slomka seinen Job nach einer Niederlage in Hannover verloren hat.

Mirko Slomkas Geschichte mit Hannover 96 führt bis in die 1980er Jahre zurück. Ein Rückblick in Bildern.

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Hannover 96 hat Slomka viel zu verdanken. Er hat den Verein 2010 am letzten Bundesliga-Spieltag vor dem Abstieg gerettet und anschließend zweimal in die Europa League geführt. Unumstrittene Verdienste, die immer mit seinem Namen verbunden bleiben werden. Slomka wohnt in Hannover, er kennt dort fast jeden, aber als er vergangenen Sonntag mit dem Hamburger SV in der HDI-Arena auftauchte, reagierte das 96-Publikum freundlich bis reserviert.

Die Erfolge mit 96 waren für Slomka lange Zeit wie ein Schutzschild, an dem Kritik abprallte. Doch bereits in der erfolgreichen Zeit in Hannover hatte Slomka für Irritationen gesorgt, zum Beispiel mit in die Länge gezogenen Vertragsverhandlungen. Auch der Weggang von Sportdirektor Jörg Schmadtke hatte damit zu tun, dass ihm die Zusammenarbeit mit dem Trainer keinen Spaß mehr gemacht hat.

Mirko Slomka war nicht nur Trainer beim Hamburger SV und Hannover 96. Ein Rückblick seiner bisherigen Karriere.

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Viele Fans haben Slomka zudem übel genommen, dass er meinte, nach seiner Entlassung das erste Spiel seines Nachfolgers Tayfun Korkut in Wolfsburg auf der Tribüne verfolgen zu müssen. Seit gestern hat der 47-Jährige wieder viel Zeit für Tribünenbesuche. Die HDI-Arena liegt praktisch um die Ecke, und 96-Klubchef Martin Kind hat bereits wissen lassen, dass Slomka dort immer willkommen ist.

Kommentar: Slomkas Rückkehr in die Warteschlange

Es ist keine zwei Jahre her, da hat es Mirko Slomka genossen, dass sein Name genannt wurde, als der FC Bayern nach einem Nachfolger für Jupp Heynckes Ausschau hielt. Slomka hatte Erstaunliches geschafft und aus Hannover 96 einen Europacupklub gemacht. Er galt danach als Trainer für einen großen Klub. Zwei Rausschmisse später, bei 96 und jetzt in Hamburg, muss sich der 47-Jährige in der Warteschlange der Trainer weit hinten neu anstellen.

Acht Trainer und fünf Interims-Übungsleiter haben in den vergangenen sieben Jahren beim HSV ihr Glück versucht, insofern ist Slomka nur einer von vielen, die gescheitert sind an einem Klub, der in der Vergangenheit kaum eine falsche Personalentscheidung ausgelassen hat. Viele haben schon vergessen, dass die Hanseaten einen Weltklassetrainer wie Jürgen Klopp und einen Spitzenmanager wie Jörg Schmadtke nicht für passend gehalten haben.

Auch Slomkas Verpflichtung war ein Fehler, der neue Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer hat nicht lange gewartet, um ihn zu korrigieren. Von 96 war Slomka gewohnt, der starke Mann zu sein. Mit dieser Art und Weise und seinem Hang zur Selbstdarstellung musste er scheitern in einem Verein, in dem es unzählige Mitbestimmer gibt und einen Milliardär wie Klaus-Michael Kühne, der keine Gnade kennt, wenn ihm jemand nicht passt. Und Slomka war  nicht nach seinem Geschmack.

Erst die Rettung in der Relegation mit Ach und Krach, dann der verpatzte Saisonstart: Slomka hat in sieben Monaten in Hamburg nichts vorzuweisen, was für ihn als Trainer spricht. Als er am Sonntag nach der 0:2-Niederlage bei Hannover 96 von „guten Ansätzen“ sprach, war zu ahnen, dass Slomka in Hamburg bald Geschichte sein wird.

Von Heiko Rehberg

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