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Tränen, wütende Pfiffe und Randale

Brasiliens WM-K.o. Tränen, wütende Pfiffe und Randale

Nach der 1:7-Demütigung durch die Deutschen schlug die Partystimmung der Brasilianer in Frust und Trauer um. Im Estadio Mineirao flossen bei gestandenen Männern und kleinen Kindern die Tränen, aber auch Fäuste flogen beim Frustabbau auf den Rängen.

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Bitterer WM-Abschied für Brasilien: Fernandinho fällt enttäuscht ins Tor.

Quelle: dpa

Belo Horizonte . Entsetzen, Trauer, Wut: Nach vier Gegentoren in nur sieben Minuten und dem unglaublichen 1:7 (0:5)-Debakel im WM-Halbfinale gegen Deutschland verfiel ganz Brasilien in Schockstarre. „Ich wollte dem brasilianischen Volk Freude bereiten, das haben wir nicht geschafft. Wir müssen uns alle entschuldigen“, sagte David Luiz im ZDF. Torwart Julio Cesar meinte: „Die Deutschen spielen seit sechs Jahren zusammen, die Deutschen waren einfach besser. Nach dem ersten Gegentor sind wir zusammengebrochen.“

Im Estadio Mineirao flossen bei gestandenen Männern und kleinen Kindern die Tränen, aber auch Fäuste flogen beim Frustabbau auf den Rängen. In Belo Horizonte machten sich einige Hunderte Fans schon vor dem Halbzeitpfiff auf den Heimweg - sie konnten das Desaster nicht mehr ertragen. Es war das abrupte Ende einer riesigen WM-Party, die am Dienstag wenige Stunden vor dem Spiel noch euphorisch begonnen hatte.

Torfestival im Halbfinale: Deutschland schießt sich gegen Brasilien für das WM-Finale warm.

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Mit lauter Sambamusik hatten sich die Seleção-Stars bei der Ankunft des Mannschaftsbusses in Stimmung gesungen, am Ende eines katastrophalen Fußballabends erklang landauf, landab nur ein Trauermarsch. Noch nie hat ein Gastgeber in der WM-Geschichte eine solche Klatsche kassiert.

Dabei hatten die Fan-Feste in den WM-Städten weit vor Anpfiff wegen des Zuschauerandrangs die Pforten vorzeitig schließen müssen, doch nach dem Tor-Hagel der DFB-Elf in Durchgang eins suchten viele schnell das Weite. Nur die deutschen Schlachtenbummler feierten, wie im Mineirão, wo es hämisch „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“ aus dem Fanblock klang.

Brasiliens Presse reagierte noch während des Spiels mit verbitterten Schlagzeilen. „Schande im Mineirão“ (Estadão), „Beschämende Leistung“ (O Globo), „Erniedrigung“ (Zero) war zu lesen. Im ZDF meinte Ex-Weltmeister Rivaldo: „Die Vorstellung der Selecao ist eine Enttäuschung für alle Brasilianer. Das ist nur schwer zu akzeptieren.“
Den Frust über das Debakel bekam auch Staatspräsidentin Dilma Rousseff ab, die mit Schmährufen beschimpft wurde. Drei Monate vor der Präsidentenwahl hatte die Amtsträgerin nach den bisherigen Auftritten des fünfmaligen Weltmeisters bei den Wählern im Stimmungshoch gelegen. Das ist jetzt vorbei.

Als André Schürrle mit seinem Traumtor zum 7:0 die höchste Pleite einer brasilianischen Nationalmannschaft perfekt machte, wechselten die Fans in Gelb endgültig ins deutsche Lager über, bedachten die Elf von Bundestrainer Joachim Löw mit Standing Ovations und riefen „Ole!“ beim Passspiel von Thomas Müller und Co.

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Von diesem Fußballspiel, von diesem Halbfinale bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, werden alle Beteiligten und alle, die dabei waren, ob in Belo Horizonte oder vor den Bildschirmen, noch in vielen, vielen Jahren erzählen.

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