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Wo der Irrsinn regiert

Transfers im Fußball Wo der Irrsinn regiert

Europas Topklubs sind im Einkaufswahn: Bereits 1,6 Milliarden Euro wurden diesen Sommer für neue Spieler ausgegeben.

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Top-Transfer des Sommers - bisher: Der WM-Torschützenkönig James Rodriguez kam für 80 Millionen Euro aus Monaco zu Real Madrid.

Quelle: imago

Die Homepage von Real Madrid ziert aktuell ein Foto von James Rodriguez und Cristiano Ronaldo nach der ersten gemeinsamen Trainingseinheit auf dem Vereinsgelände, bei dem der mit einem T-Shirt bekleidete Neuzugang Rodriguez arg schmalbrüstig wirkt, während ihn der mit einem ärmellosen Hemdchen bekleidete Weltfußballer im muskelbepackten Arm hält. 80 Millionen Euro haben die „Königlichen“ bekanntlich lockergemacht, um ihr Portfolio mit dem kolumbianischen Ausnahmekicker zu erweitern.

Der WM-Torschützenkönig und der vom FC Barcelona für fast dieselbe Summe verpflichtete „Beißer“ Luis Suarez stellen bislang die Rekordtransfers des Sommers dar. Speziell die spanischen Aushängeschilder scheinen getrieben von der ewigen Sehnsucht, neue Stars ins Schaufenster zu stellen, die absurde Ablösesummen und abstruse Gehälter verschlingen. „Manchmal habe ich den Eindruck, dass bei einigen Klubs gehörig Eitelkeit dabei ist. Mit einem Märchen sollte man schnell aufhören: dass so ein Transfer refinanzierbar ist: 80 Millionen Euro plus 15 bis 20 Millionen Euro Gehalt sind nicht refinanzierbar. So viele Trikots kannst du nicht verkaufen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge kürzlich in einem „Sport1“-Interview und sprach von einem „gewissen Transferwahnsinn“.

Doch es werden weiter astronomische Summen investiert. Die fünf Topligen in England, Spanien, Deutschland, Frankreich und Italien haben bereits fast 1,6 Milliarden Euro allein an Ablösesummen ausgegeben. Laut des Internetportals „transfermarkt.de“ entfielen dabei auf die englische Premier League 613 Millionen, auf die spanische Primera Division 410 Millionen und auf die italienische Serie A noch 237 Millionen Euro. Die Bundesliga liegt bei vergleichsweise bescheidenen 202 Millionen Euro. Rechnet man die Einnahmen aus Spielerverkäufen dagegen, steht die deutsche Eliteklasse lediglich mit 23 Millionen im Soll - die aufgepumpte englische Liga dagegen mit 227 Millionen.

Aber verwundert das? „Im Durchschnitt hat ein englischer Klub Personalkosten von 99 Millionen Euro“, rechnete Christian Seifert bei der Vorstellung des Liga-Reports zum Jahreswechsel vor, und plakativ übermittelte der Vorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL) diese Botschaft: „Die Premier League hat die Möglichkeit, jeden Klub - bis auf Bayern München - leer zu kaufen.“

Und wenn die Preisschilder für den kolumbianischen WM-Teilnehmer Juan Cuadrado auf 50 Millionen oder für den chilenischen WM-Fighter Arturo Vidal auf 60 Millionen schnellen, weil sich Barcelona (Cuadrado) oder Manchester United (Vidal) für sie interessieren, strahlt das ebenfalls auf die Bundesliga ab. Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen spricht von einem „völlig überhitzten Transfermarkt“. Zu dem Wettrüsten aus dem Ausland gesellt sich das Wissen der Berater, dass hierzulande erneut mehr Fernsehgeld ausgeschüttet wird, das fast alle Klubs umgehend in ihre Lizenzspieleretats umleiten.

Vereinsmanager vermeiden es, auf die Agenten schmutzige Lieder zu singen - doch hinter vorgehaltener Hand wird von teils hanebüchenen Verhandlungstaktiken erzählt. „Du bist mit Spielern fast schon durch, dann kommt ein Anruf von einem größeren Verein dazwischen - und alles kommt ins Stocken“, schildert Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner den Alltag. Werders Geschäftsführer Thomas Eichin glaubt für die nächsten Wochen gleichwohl an „Domino-effekte großer spektakulärer Transfers“. Wenn die internationalen Spitzenklubs Ende August endgültig ihre aufgeblähten Aufgebote ausdünnen müssen, lassen sich mitunter interessante Leihgeschäfte realisieren.

Insider gehen davon aus, dass auch deutsche Weltmeister noch mit dem einen oder anderen unmoralischen Angebot aus Spanien oder England konfrontiert werden. Vermittler lassen dabei gerne über ausländische Medien eine Art Testballon steigen. Spekulationen und Halbwahrheiten in dieser Gemengelage zu trennen, erscheint nahezu unmöglich. Das neueste Gerücht eines spanischen Radiosenders besagt, der FC Barcelona wolle für 39 Millionen Euro den Abwehrrecken Jérôme Boateng kaufen.

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