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"Den Hütchenaufsteller gibt es bei uns nicht“

Volkan Bulut "Den Hütchenaufsteller gibt es bei uns nicht“

Am Freitag trifft Hannover 96 auf Schalke 04. Ein Hannoveraner wird dabei eine besondere Rolle spielen - allerdings auf der anderen Seite: Volkan Bulut. Er ist bei Schalke 04 der Assistent von André Breitenreiter

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Gemeinsam „auf Schalke“: Volkan Bulut (l.) und André Breitenreiter.  

Quelle: dpa

Hannover. „Ich lebe meinen Traum“, sagt Volkan Bulut, während er in einem Eiscafé auf der Lister Meile sitzt, einen Cappuccino trinkt und von der Fußball-Bundesliga erzählt. Und von einem ganz besonderen Spiel, das für den 33-Jährigen am Freitag ansteht: gegen Hannover 96, den Club seiner Heimatstadt, auf den er keine Rücksicht nehmen kann - Bulut ist nämlich Ko-Trainer von André Breitenreiter bei Schalke 04. In fünf Jahren hat er es von der Bezirksliga in die Europa League geschafft. Der Junge aus der List ist im großen Fußball angekommen. Prag statt Sehnde, München statt Misburg. Ein kleines Fußballmärchen - und Bulut mittendrin.

Für das hannoversche Trainergespann Breitenreiter/Bulut ging es in den vergangenen Jahren stetig bergauf. Gleich drei Spielklassen sprang das Duo auf seinen bisherigen Stationen nach oben. Erst zweieinhalb Jahre Regionalliga in Havelse, dann zwei Jahre beim SC Paderborn mit dem sensationellen Aufstieg in die 1. Liga. Und seit diesem Sommer die Mammutaufgabe bei Schalke 04. „In Deutschland gibt es mit Bayern München nur noch einen einzigen größeren Club als unseren“, sagt Bulut nicht ohne Stolz. „Schalke ist für uns definitiv nicht bloß ein Sprungbrett zum nächsten Verein. Wir sind dort genau am richtigen Ort.“

Fremde bitten ihn jetzt um ein Foto

Mehrere Freunde und Familienmitglieder aus Hannover werden Freitag in der Veltins-Arena live mit dabei sein. „Sind aber natürlich alle Schalke-Fans“, sagt Bulut mit einem Augenzwinkern. In der Jugend spielte er selber sechs Jahre lang für 96. Deshalb ist die anstehende Partie für ihn keine wie jede andere. „Dann würde ich lügen.“

Seine Eltern besaßen in der List zunächst einen Kiosk und betrieben später ein Bistro, wohnen bis heute im Stadtteil. Noch immer wird Bulut auf der Lister Meile von den Menschen angesprochen. Allerdings nicht, weil sie ihn aus dem Fernsehen kennen, sondern weil es sich um frühere Weggefährten handelt. „Das ist in Gelsenkirchen schon etwas anders. Da bitten mich häufig auch Fremde um ein gemeinsames Foto. Die Menschen dort identifizieren sich einfach komplett mit dem Club und kennen jeden aus und neben dem Team.“

Als Aktiver bis in die Oberliga

Bulut kickte für diverse Vereine im Raum Hannover und schaffte es als Aktiver immerhin bis in die Oberliga. „Ich habe schon als Spieler immer versucht, mitzudenken und Verantwortung zu übernehmen“, sagt er. Dass es allerdings so schnell gehen würde, damit hatte Bulut nicht gerechnet. Nachdem er aufgrund einer Knieverletzung seine ambitionierte Spielerkarriere mit 26 Jahren beenden musste, stieg er 2009 als Spielertrainer beim FC Can Mozaik ein. Spiele in der Bezirksliga hielt das Knie gerade noch aus. Sein Vater saß damals im Vorstand des Vereins.

Im Januar 2011 erinnerte sich dann Breitenreiter auf der Suche nach einem geeigneten Ko-Trainer an seinen ehemaligen Mitspieler aus gemeinsamer Zeit beim SC Langenhagen. Telefonisch fragte er Bulut, ob er sich vorstellen könne, zu ihm ins Trainerteam des TSV Havelse zu wechseln. „Noch am gleichen Tag habe ich André kurzentschlossen zugesagt“, sagt der Inhaber der Trainer-A-Lizenz. Und das war vermutlich eine der besten und wegweisendsten Entscheidungen seines Lebens.

"Den Hütchenaufsteller gibt es bei uns nicht“

Und was macht eigentlich ein Ko-Trainer bei Schalke? Bulut erzählt von Gegneranalyse, dem Gestalten von Trainingsinhalten und der Leitung bestimmter Übungseinheiten. „André lässt allen Mitgliedern seines Trainerteams eine hohe Wertschätzung zukommen. Den berühmten Hütchenaufsteller gibt es bei uns nicht.“

Im Mai nächsten Jahres möchte Bulut seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Hennef beginnen, der höchsten Trainerausbildung in Deutschland. Und noch eine weitere neue Aufgabe wartet beinahe zeitgleich auf den jungen Familienvater. „Meine Frau erwartet im Mai Zwillinge“, sagt er und hat ein schönes Kompliment für Evrim, die komplett alleine den Umzug nach Gelsenkirchen organisierte, während er mit Schalke im Trainingslager war. „Weltklasse macht sie das alles“, sagt er und wählt dabei ungewollt einen Begriff aus dem Fußballjargon.

Von Ole Rottmann

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