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Weltmeister-Trainer Joachim Löw Und was kommt jetzt?

Joachim Löws WM-Strategie ging voll auf. Künftig steht der 54-Jährige in einer Reihe mit den Weltmeister-Trainern Herberger, Schön und Beckenbauer. Doch welche Pläne und Ziele hat der Titelmacher jetzt noch? Die Vertragsfrage beim DFB lässt er zunächst offen.

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Nach dem Abpfiff umringt von Fotografen: Joachim Löw.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Beim Feiern im Stadion blieb Joachim Löw noch zurückhaltend. Nur ein paar Mal ballte er seine Hände kurz zur Faust und bedankte sich auf dem Rasen des Maracanã bei allen Spielerfrauen für ihre Unterstützung. „Der Bundestrainer hat den Titel auch sehr verdient. Es war auch nicht einfach für ihn“, erklärte Anführer Bastian Schweinsteiger nach dem umjubelten WM-Finalsieg gegen Argentinien. „Dass er es hinbekommen hat, dass alle Spieler zufrieden sind, das ist unglaublich, das ist eine große Leistung“, ergänzte der Vizekapitän. Erst bei der Titelparty am rot beleuchteten Ipanema-Strand konnte Löw seinen Erfolg genießen.

„Das war einfach fällig“, sagte der 54-Jährige nach dem Triumph. Vor zehn Jahren hatten der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Löw das Projekt gestartet. „Das ist jetzt ein Produkt von vielen Jahren“, betonte der DFB-Chefcoach und ergänzte: „Das ist eine Sache für die Ewigkeit.“ Nach einem zweiten Platz bei der EM 2008 und zwei dritten Rängen bei der WM 2010 und der EURO 2012 klappte es nun mit dem ganz großen Coup. „Ich freue mich für den Trainer, der in den letzten Jahren immer wieder im Halbfinale oder Finale war“, lobte Offensivmann Thomas Müller.

Löws WM-Konzept, durchaus mit einigen Risiken behaftet, ging in den Wochen von Brasilien voll auf. „Wir haben dem Bundestrainer vom ersten Tag an vertraut. Wir wissen, dass er ein sehr gutes Auge hat, ein sehr gutes Gespür hat für die Mannschaft, wie er wann spielen muss“, berichtete der Münchner Toni Kroos. „Er hat es wirklich geschafft, die Mannschaft total hinter sich zu bekommen. Er ist vorweggegangen und hat unglaubliche Worte gefunden in den Einzelbesprechungen“, verriet Schweinsteiger.

„Sehr entspannt, sehr zielgerichtet“, habe Löw gewirkt bei dieser WM, erzählte Kroos, den der Coach beim Turnier zu einem neuen Taktgeber im Mittelfeld befördert hatte. „Er wusste genau, was er macht. Er hat uns vertraut und gewisse Freiheiten gegeben. Wenn Misserfolg da ist, ist immer der Trainer der Erste. Jetzt haben wir Erfolg, da ist er genauso der Erste, der den größten Anteil daran hat“, sagte Kroos.

Ob der Bundestrainer nun nach dem absoluten Höhepunkt weitermache, sei „seine Entscheidung“, unterstrich der Bayern-Profi: „Für den deutschen Fußball wäre es gut, so weiterzumachen. Sich zu steigern, wird allerdings schwer.“ Assistenzcoach Hansi Flick, einer von Löws engsten Vertrauten, der nach Brasilien auf den Stuhl des DFB-Sportdirektors wechselt, geht von einer Fortsetzung der inzwischen achtjährigen Ära von Löw aus: „Ich hoffe es doch, absolut.“ Anzeichen für eine andere Entscheidung seines Noch-Chefs habe es nicht gegeben: „Nein, null.“

Manager Oliver Bierhoff hatte nach dem historischen 1:0-Triumph nach Verlängerung gegen Lionel Messis Argentinier eindeutig die Fortsetzung seiner Arbeit bis 2016 bestätigt. „Und wie ich Jogi die letzten Tage und Wochen gesehen habe, gehe ich auch bei ihm davon aus“, sagte Bierhoff. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist sicher, dass Löw weitermacht. „Wir haben doch den Vertrag bis 2016 verlängert“, bemerkte der Verbandsboss und erinnerte: „Er hat ja selber Vicente del Bosque zitiert.“ Der spanische Nationalcoach hatte nach dem WM-Sieg 2010 erklärt, nächstes Ziel sei der EM-Titel. „Er wird auch in zwei Jahren Trainer sein“, bemerkte Niersbach zu Löws Zukunft.

Und was sagte der Coach selbst? Auf die Frage, ob es Zweifel gebe an seinem Weitermachen, antwortete Löw bei der ARD: „Ich habe einen Vertrag. Ich muss mit dem Präsidenten nochmal reden, aber ich denke nicht.“ Eine kleine Ungewissheit bleibt dennoch. Denn der Freiburger hat sich beim DFB und im Nationalteam immer ein großes Stück Unabhängigkeit in allen Entscheidungen erhalten. Mit dem Gewinn des vierten WM-Titels in der deutschen Fußball-Historie ist die noch gewachsen.

„Man muss immer überlegen, wie man so eine Zeit prägen kann - und die kann man letztlich nur mit Titeln prägen. Keiner redet von Vize-Weltmeister, dann warst du der nette Kerl oder hast irgendwas toll gemacht, aber die Krönung fehlt natürlich“, meinte Bierhoff, der eine „unglaubliche Erleichterung“ empfand, nachdem vor 74 738 Zuschauern Joker Mario Götze in der 113. Minute den Triumph perfekt gemacht hatte. „Wir wussten genau, dass Champions irgendwann diesen letzten Schritt machen, die Sache zu Ende bringen. Wir haben immer daran geglaubt“, sagte Löw und ließ zumindest ein bisschen Interpretations-Spielraum offen. Sein einstiger Chef Klinsmann hatte nach dem Sommermärchen 2006 in Deutschland auch der öffentlichen Meinung getrotzt und seinen Posten an Löw weitergegeben.

Auf jeden Fall werde es nach so vielen Emotionen, nach so viel Druck erst einmal einen emotionalen Abfall geben, sagte der Bundestrainer: „Aber ich glaube, dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben.“ Verewigt in der Fußball-Historie hat sich Löw auch selbst. „Er hat sich heute eine Krone als Trainer aufgesetzt. Wir haben alle den Titel und können uns Weltmeister nennen“, sagte Lukas Podolski.

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Von Jens Mende und Klaus Bergmann/dpa

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