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Werder klammert sich an Altstar Pizarro

Kein Geld für Verstärkungen Werder klammert sich an Altstar Pizarro

Werder Bremen setzt im Abstiegskampf auf Trotz, Geschlossenheit und die Erfahrung eines in die Jahre gekommenen Stürmers. Für eigentlich nötige Verstärkungen fehlt an der Weser das Geld. Deshalb setzen die Hanseaten auf Claudio Pizarro.

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Bleibt bei den Fans: Claudio Pizarro.

Quelle: dpa

Belek. Als Claudio Pizarro am Dienstag trotz seiner kleinen Blessuren im Trainingslager in Belek wieder den Platz betrat, war die Erleichterung bei den zahlreich mitgereisten Werder-Anhängern hinter dem Zaun spürbar. Seine große Zeit in der Fußball-Bundesliga hat der inzwischen 37 Jahre alte Peruaner zwar längst hinter sich, doch im Abstiegskampf ist der Altstar als Führungsspieler unverzichtbar in Bremen. „Gold wert“ sei der Stürmer für den Club, urteilte auch Manager Thomas Eichin dieser Tage, Pizarro selbst versprach vor der entscheidenden Rückrunde eine Leistungssteigerung „um 100 Prozent“.

Es ist bezeichnend für den Zustand des Vereins, dass die größten Hoffnungen der Fans nun wieder auf einem ruhen, dessen Karriereende absehbar ist. Pizarro spielte mit Werder schon in der Champions League, stand mit dem Club 2009 im Finale des UEFA-Cups und holte den DFB-Pokal. Doch inzwischen ist der im September an die Weser zurückgekehrte Stürmer deutlich gealtert - und sein Club sportlich abgefallen. Zum wiederholten Male muss der Ex-Meister um den Klassenverbleib bangen: Nach der schwächsten Hinrunde seit der Saison 1974/75 startet Werder als Tabellen-16. aus der Winterpause.

„Die Atmosphäre ist nicht angespannt, aber alle wissen natürlich um die Kompliziertheit und die Schwierigkeit dieser Aufgabe“, befand Aufsichtsratschef Marco Bode. „Es geht einigen Mannschaften so wie uns, es ist ein sehr enges Feld im unteren Drittel der Liga zurzeit. Das bietet Chancen, das muss aber eben auch für alle heißen, dass man aufpassen muss. Und das haben wir kapiert!“

Ein großer Unterschied zwischen Werder und zahlreichen Konkurrenten wird zurzeit allerdings außerhalb des Platzes deutlich. Während andere Abstiegskandidaten teils ordentlich auf Winter-Einkaufstournee gehen, sind für die Bremer keine echten Verstärkungen drin. Zu verzwickt ist die finanzielle Lage des wirtschaftlich klammen Clubs. „Ich habe keine sechs oder sieben Millionen zur Verfügung. Nur dafür kann ich Qualität kaufen“, kommentierte Eichin zuletzt im „Kicker“.

Bode versucht, das der Not geschuldete Konzept positiv zu verkaufen: „Wir haben uns aus Überzeugung für diesen Weg entschieden, der auch schiefgehen kann. Wir gehen mit diesem Kader in die Rückrunde, der so schlecht nicht ist, bei dem mitunter nur die Konstanz fehlte.“

Dass die Mission Klassenverbleib mit dem derzeitigen Personal zu einer kniffligen Angelegenheit wird, wurde auch in Belek bereits deutlich. Bei zwei Testspielen am Sonntag verlor eine B-Auswahl zunächst mit 1:3 gegen den Drittligisten Erzgebirge Aue, ehe eine A-Elf um Pizarro und Anthony Ujah - mit sieben Saisontoren Werders bester Torschütze - nicht über ein 0:0 gegen den türkischen Erstligisten Sivasspor hinauskam. Trainer Viktor Skripnik relativierte die blassen Vorstellungen. „Wir sind nicht im Urlaub hier, sondern machen eine harte Vorbereitung“, bemerkte der Ukrainer mit Blick auf die harten Trainingseinheiten vor den Spielen.

In der Hinrunde blieb der spät verpflichtete Pizarro auch wegen seines Trainingsrückstands mit nur drei Pflichtspieltreffern hinter den Erwartungen zurück. Nun ist er seit dem Trainingsneustart am 4. Januar voll dabei - abgesehen von einer Prellung, die ihn am Montagnachmittag zum Aussetzen zwang. Pizarro gibt sich optimistisch: „Wir haben noch viel Zeit, da rauszukommen“, stellte er fest.

Von Michael Brehme/dpa 

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