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Wie gut ist das Nationalelf-Klima?

Schweinsteiger und Özil uneins Wie gut ist das Nationalelf-Klima?

Interviews von Mesut Özil sind normalerweise so spannend wie ein Krimi, den man schon fünfmal gelesen hat und dessen Inhalt man so gut kennt wie den Weg mit dem Auto zur Arbeit. In Pressekonferenzen legen die Reporter meist den Stift weg, wenn Özil auf dem Podium sitzt, der Meister der klugen Pässe ist außerhalb des Platzes ein Meister der Worthülsen.

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Gutes Klima, schlechtes Klima? Bastian Schweinsteiger (links) und Mesut Özil haben die Europameisterschaft unterschiedlich in Erinnerung.

Quelle: dpa

Hannover. Wenn aber Özil der „Bild“-Zeitung vor dem heutigen Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Irland (20.45 Uhr, live im ZDF) ein Interview gibt, dessen Schlagzeile „Ich verstehe Schweinis Kritik nicht“ lautet, dann ist das bemerkenswert. Und wirft ein Licht auf das Binnenklima im Nationalteam, das möglicherweise doch nicht so „total intakt“ ist, wie es Manager Oliver Bierhoff in den vergangenen Tagen erzählt hat.

Wenn ein Nationalspieler dem anderen in einer nicht ganz unwichtigen Angelegenheit widerspricht, lässt das aufhorchen. Genau wie die Tatsache, dass es ausgerechnet der sonst meist nichtssagende Özil ist, der den Teamgeist anders bewertet als Schweinsteiger. Özils Berater ist Roland Eitel, in Medienfragen seit 20 Jahren auch der Berater von Bundestrainer Joachim Löw.

Noch immer dreht sich die Diskussion um eine Aussage von Schweinsteiger, die nicht ohne ist. Der Bayern-Mittelfeldspieler, der an diesem Freitag in Dublin die deutsche Mannschaft als Kapitän anführen wird, hatte kritisiert, dass beim EM-Turnier in Polen und der Ukraine nicht alle Reservisten auf der deutschen Bank bei den Toren begeistert aufgesprungen seien. Und er hat das mit dem Hinweis garniert, dass dies derzeit beim FC Bayern anders sei.

Vor dem Irland-Spiel weigerte sich Schweinsteiger, seine Vorwürfe näher zu erläutern, sagte aber etwas bockig, dass er bei seinen Aussagen bleibe. „Ich habe meine Meinung – und dazu stehe ich auch“, sagte er: „Ich scheue mich nicht davor, etwas zu sagen.“ Mit diesen beiden Sätzen werden Löw und Bierhoff nicht besonders glücklich gewesen sein.

Özil, als Anwalt der guten Laune, kommt ihnen da gerade recht. Einen schlechten Teamgeist habe er bei der EM nicht bemerkt, sagte der Profi von Real Madrid, „ich war ja mittendrin, habe eigentlich gespürt, dass wir eine Einheit waren. Da war jeder für den anderen da, jeder kämpfte für die Mannschaft.“ Bei der EM, so Özil, hätte jeder Spieler „Vollgas gegeben, auch wenn er eingewechselt wurde. Deshalb kann ich die Kritik auch nicht so verstehen.“

Mit seinem Unverständnis für Schweinsteiger heizt Özil unfreiwillig ein Thema an, das schon in den vergangenen Monaten immer mal wieder hochköchelte: die angebliche Rivalität in der Nationalmannschaft zwischen den Spielern der starken Bayern-Fraktion, den aufstrebenden Dortmund-Profis und den Stars von Real Madrid (Özil, Sami Khedira). Manager Bierhoff weiß um die Problematik, beschwichtigt aber: „Wir haben nur mehr Spieler, die von sich behaupten können: ,Eigentlich müsste ich spielen.‘ Das gibt mehr Unzufriedenheit“, sagte er.

An diesem Freitag in Irland werden Schweinsteiger und Özil gemeinsam im deutschen Mittelfeld auflaufen. Auf dem Rasen gab es in der Vergangenheit zwischen ihnen keine Kommunikationsprobleme.

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Oliver Bierhoff hat genug von der seit einigen Wochen zunehmenden Kritik an der Nationalmannschaft und ihrem Bundestrainer. Vor den beiden Spielen gegen Irland und Schweden forderte der Manager der deutschen Fußball-Nationalelf daher, den Fokus doch wieder auf die sportlichen Aspekte zu legen.

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