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Dieses Interview ist jetzt schon legendär

Wutausbruch von Rudi Völler Dieses Interview ist jetzt schon legendär

Eklat bei Dortmunds 1:0 in Leverkusen: Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel neun Minuten, weil Leverkusens Trainer Schmidt nicht auf die Tribüne will – nach der Partie explodiert Rudi Völler wie zu besten Zeiten. Das Wut-Interview in voller Länge.

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Ein Sportdirektor in Rage: Leverkusens Rudi Völler (rechts) nimmt sich nach Spielschluss das Schiedsrichter-Trio um Felix Zwayer (Zweiter von links) vor. 

Quelle: Federico Gambarini

Leverkusen. Borussia Dortmund schlägt Bayer Leverkusen mit 1:0 durch den 21. Saisontreffer von Pierre-Emerick Aubameyang. So weit, so normal. Aber über das Normale wird heute nicht geredet … Der Eklat in Leverkusen: Nach einem Freistoß in der eigenen Hälfte erzielt Aubameyang den Dortmunder Siegtreffer (64.). Bayer-Trainer Roger Schmidt liefert sich Diskussionen mit dem vierten Offiziellen. Er moniert, dass der BVB den Freistoß zu weit vom Foul entfernt ausgeführt habe (es waren 5,80 Meter). Es wird hitzig. Schiedsrichter Felix Zwayer schickt ihn auf die Tribüne, doch Schmidt weigert sich. Daraufhin schickt Zwayer alle in die Kabine, unterbricht die Partie. Regelkonform, wie er erklärt: „Herr Schmidt hat sich derart unsportlich verhalten, dass wir mit Verweis auf die Tribüne reagieren mussten. Er hat sich der Anweisung widersetzt. Da habe ich weisungsgemäß gehandelt.“ Dann nimmt Schmidt doch seinen Zwangsplatz auf den Rängen ein, Zwayer pfeift wieder an, übersieht noch einen Handelfmeter für Leverkusen.

Es schlägt die Stunde von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Nach Schlusspfiff redet er sich im Interview mit Sky-Reporter Sebastian Hellmann in Rage - wie 2003. Nach einem 0:0 gegen Island war der damalige Nationalmannschafts-Teamchef auf die Reporter losgegangen, beschimpfte Waldemar Hartmann, Gerhard Delling und Experte Günter Netzer: „Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören.“ Das neue Wut-Interview in voller Länge.

Sebastian Hellmann (Moderator bei Sky): Was ist aus Ihrer Sicht passiert?
Rudi Völler: Der Schiedsrichter meinte, es ein bisschen spannender machen zu müssen. (...) Ein Spiel zu unterbrechen, so eine Hektik reinzubringen - das war völlig unnötig.

Hellmann: Wenn Schmidt weiß, dass er hoch muss, dann provoziert er ja auch den Abbruch.
Völler: Aber warum geht der Schiedsrichter denn nicht hin und sagt: Ich schicke Sie jetzt auf die Tribüne, weil …

Hellmann: Das müssen Sie Herrn Zwayer fragen …
Völler: Hab ich ihn auch gefragt, da konnte er mir keine Antwort geben.

Hellmann: Aber muss ich mich nicht als Trainer fragen: Verwende ich meine Energie darauf, der Mannschaft neue Impulse zu geben? Oder lasse ich mich jetzt auf einen Kleinkrieg mit dem Schiedsrichter ein?
Völler: Wissen Sie, wer neue Impulse hätte geben können? Der Schiedsrichter, der Linienrichter! Wenn er Handelfmeter gepfiffen hätte! Da hätte er einen super Impuls geben können! Das war ein 100-prozentiger Elfmeter. Der Impuls wäre ganz wichtig gewesen!

Hellmann: Ich gebe Ihnen 100-prozentig recht!
Völler: Na, dann ist ja in Ordnung!

Hellmann: Es gab viele Diskussionen mit dem vierten Offiziellen, Roger Schmidt war sehr impulsiv.
Völler: War doch bei anderen Trainern auch so, wir stehen alle unter Hochspannung. (...) Man kann den Trainer auch hochschicken, da geht die Welt nicht unter. Erklär’s ihm halt vernünftig. Die Spieler müssen reingehen, als wäre hier was ganz Schlimmes passiert - total übertrieben.

Hellmann: Das muss Zwayer machen, wenn er entscheidet, das Spiel zu unterbrechen …
Völler (laut): Na, dann geh doch hin zum Trainer!

Hellmann: Aber ich sage doch nur, wie es in den Regeln steht.
Völler: Ja, ist klar. Jaja.

Hellmann: Ich meine, das hat es noch nie gegeben in der Fußball-Bundesliga: eine Spielunterbrechung, weil der Trainer nicht auf die Tribüne geht.
Völler (laut dazwischen): Aber er hat sich ja revanchiert, deswegen hat er da den Elfmeter nicht gepfiffen. Das gleicht sich dann eben aus.

Hellmann: Das weiß ich jetzt nicht.
Völler: Das sage ich aber!

Hellmann: Was sagt Roger Schmidt denn? Was sagen Sie? Im Sinne des Vereins?
Völler (schreit): Dass wir da hätten einen Elfmeter kriegen müssen! Was haben Sie jetzt mit Roger Schmidt! Was wollen Sie eigentlich mit dem Roger Schmidt?

Hellmann: Ich finde, er hätte sofort hochgehen müssen. Weil er die Situation so nicht retten kann.
Völler: Das hat doch aber nichts mit dem Resultat zu tun! Es ist doch viel wichtiger, dass wir hätten einen Elfmeter kriegen müssen! Oder finden Sie nicht?

Hellmann: Ich finde ja …
Völler: Ja, was finden Sie? Was?

Hellmann: Ja, finden Sie, dass Roger Schmidt richtig gehandelt hat, indem er sich geweigert hat, auf die Tribüne zu gehen? Weil: Er hat doch der Mannschaft nicht geholfen. Das finde ich.
Völler: Ja, wer hat uns denn mehr geschadet? Der Roger Schmidt? Oder der Schiedsrichter? Seien Sie mal ganz ehrlich jetzt!

Hellmann: Der Schiedsrichter ist neutral, der Roger Schmidt …
Völler (unterbricht): Ach so! Wer hat uns denn mehr geschadet?

Hellmann: Der Schiedsrichter schadet nicht ...
Völler (unterbricht): Sagen Sie mal jetzt. Wer hat uns mehr geschadet? Jetzt sagen. Nicht nachher, wenn das Mikro aus ist, dann sagen, du hast ja recht, Rudi. Sagen Sie mal jetzt!

Hellmann: Ich sage, der Schiedsrichter ist neutral!
Völler: Ich habe aber eine andere Frage gestellt!

Hellman: Ich sage nicht, dass der Schiedsrichter Ihnen geschadet hat. Ich sage ganz bewusst, er hat das falsch entschieden.
Völler: Also aus der einen Sicht, er hat uns geschadet.

Hellmann: Ja, aber Roger Schmidt ist der Vereinsangestellte.
Völler: Ja, vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man doch nicht so aufpumpen, die Nummer. Warum kann er nicht einfach sagen: Herr Schmidt, gehen Sie auf die Tribüne, weil Sie so laut waren - dann wäre er hochgegangen. Warum hat er das nicht gemacht?

Hellmann: Wir werden Herrn Zwayer fragen.
Völler: Ja, frag ihn. Ciao!

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