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Das kleine Indians-Wunder

Eishockey Das kleine Indians-Wunder

Der ECH holperte sich durch die Saison – doch in den Play-offs gegen Herne trumpft er groß auf. Ein Sieg fehlt den Indians noch, um den favorisierten Herner EV rauszuwerfen.

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Plötzlich ganz stark: Die Spieler der Indians bejubeln den zweiten Erfolg über den Favoriten Herne.

Quelle: sp / Sielski

Hannover. Als auch die zweite dicke Überraschung geschafft war, fingen die Eishockeyfans des EC Hannover Indians an zu singen. „Herne, Herne, ha, ha, ha“, stimmten sie ein Lied auf den Verlierer im zweiten Play-off-Spiel der Oberliga an. Und einmal in Form, legten sie noch ein zweites Lied nach, eines mit Ausblick auf die dritte Partie in Herne (20 Uhr): „Und am Dienstag schmeißen wir euch raus.“

Hätte irgendjemand vor ein paar Wochen daran geglaubt, dass die Indians überhaupt die Möglichkeit bekommen würden, den Nordmeister der Oberliga im dritten Spiel aus dem Wettbewerb zu befördern? Die Indians hatten eine durchwachsene, holprige Saison hingelegt und den Platz in der Meisterrunde den Wedemark Scorpions überlassen müssen. Der Herner EV dagegen war souverän durch die Liga spaziert. Doch in keiner Sportart gibt es wie im Eishockey die Möglichkeit, alles vergessen zu machen und mit zwei Begegnungen die Situation zu drehen. Plötzlich sind die lange selbstbewussten Herner verunsichert und die lange verunsicherten Indians selbstbewusst.

Die „Indianer“ hatten es ihren treuen Anhängern in den vergangenen Monaten nicht leicht gemacht. Auch Sonntag war die Zuschauerzahl (2747 Besucher) für ECH-Verhältnisse nicht umwerfend. Aber was die Mannschaft in den 60 Minuten gegen Herne zeigte, war das Beste, was am Pferdeturm in der jüngeren Vergangenheit zu sehen war. „Das war ein hoch emotionales Spiel, das den Zuschauern alles geboten hat, was gutes Eishockey ausmacht“, sagte ECH-Vereinschef Florian Heinze. „Ich bin begeistert davon, was die Mannschaft in den Play-offs bislang abliefert.“

Was sich beim 2:1-Sieg nach Penaltyschießen im ersten Play-off-Spiel in Herne bereits angedeutet hatte, setzte sich in Partie Nummer zwei fort: Die Indians brachten eine enorme Leidenschaft mit, sie verteidigten robust und klug, Trainer Tobias Stolikowski entschied sich für schnelle Wechsel, teilweise alle 40 Sekunden, um Kraft zu sparen. Sie vergaßen außerdem nicht, immer wieder Konter zu setzen. Und sie ließen sich auch von einem Rückstand nach acht Minuten durch ein Tor des Herners Dominik Luft nicht irritieren.

Die Gästespieler auf der Herner Bank wirkten angesichts des Spielverlaufs ratlos. Auch Trainer Frank Petrozza konnte immer wieder nur mit den Achseln zucken. Herne hatte offenkundig nicht mit dem gerechnet, was da auf dem Eis auf sie zurollte.

Mehr noch: Die Indians zeigten ein DEL-reifes Überzahlspiel. Kein Zufall also, dass beide hannoverschen Treffer im zweiten Drittel, erzielt von Tobias Schwab und Branislav Pohanka, mit einem Mann mehr auf dem Eis fielen. Und weil es Eishockeytage gibt, in denen alles passt, war auch das Unterzahlspiel erstklassig. Nur mit der Dramatik übertrieb es der ECH ein wenig. Als die Gäste ihren Torwart Christian Wendler - genau wie Indians-Goalie Mirko Pantkowski herausragend - 55 Sekunden vor dem Ende vom Eis nahmen, waren die Herner für kurze Zeit sogar drei Mann mehr auf dem Eis. Doch mit großem Einsatz überstanden die Indians auch diese überaus kritische Phase.

Und nun? Sind die Hannoveraner ein drittes Mal zu einem solchen Kraftakt in der Lage? Könnten sie im Heimspiel am Freitag noch einmal zurückschlagen, wenn es heute in Herne eine Niederlage geben würde? Zuzutrauen ist dem Team derzeit beides.

Spannend dürfte zudem werden, ob es sportlich bleibt in dem Duell. Im Vergleich zum ruppig-hektischen ersten Spiel ging es im zweiten friedlich zu, erst die Schlusssirene war Startschuss für eine unübersichtliche, wilde Schlägerei auf dem Eis. In ihrem Block schlugen Herner Fans wütend gegen die Plexiglasscheibe, einige Indians-Anhänger provozierten den für die Getränke zuständigen Herner Betreuer, der sie daraufhin mit Wasser bespritzte. Es waren die unschönen Szenen eines für die Indians wundervollen Eishockeyabends.

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