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Eishockeygott Dahms macht sich Sorgen

Indians Eishockeygott Dahms macht sich Sorgen

In der Oberliga beginnen am Freitagabend in Mellendorf die Pre-Play-offs. Mit dabei sind die Indians, bei denen Michael Dahms als Legende gilt. Eine, die am Pferdeturm etwas kaputtgehen sieht.

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„Ich habe am Pferdeturm so viel erlebt – in alle Richtungen“: Michael Dahms spielte neun Jahre in Hannover. Fotos: zN (2), Petrow (2)

Quelle: florian petrow

Hannover. Es sind verwirrende Eishockeyzeiten in Hannover. Mal angenommen, jemand hat das vergangene Jahr auf einer abgelegenen Insel verbracht, ohne Internet, ohne Nachrichten, und er würde jetzt versuchen, sich wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Käme er noch aus dem Staunen heraus? Würde er alles glauben, was in Hannovers Puckwelt passiert ist?

In der Oberliga beginnen heute Abend die Pre-Play-off-Spiele. Die Saison nimmt also endlich richtig Fahrt auf, doch die Hannover Scorpions, der deutsche Meister von 2010, verschickten gestern die Einladungen zur Saisonabschlussfeier am Sonntag. In den Pre-Play-offs treffen die Wedemark Scorpions heute (20 Uhr) im ersten Duell in Mellendorf auf die Hannover Indians. Eishockey in Mellendorf wird es auch kommende Saison noch geben, dann aber von den Hannover Scorpions, die mit den Wedemark Scorpions fusionieren.

Die Pferdeturmlegende

Das klingt verwirrend. Das ist verwirrend. Aber das ist noch nicht alles. Denn am Pferdeturm ist in den vergangenen Wochen ebenfalls Unglaubliches passiert: Die Fans, die zum treuesten Eishockeypublikum in Deutschland gehören, sind enttäuscht von ihren Indians.

Wer das alles verstehen will, braucht einen wie Michael Dahms. Einen, der nicht mehr aktiv ist, aber noch alles und fast alle kennt, und der von seiner neuen Heimat Köln vielleicht genau den Blick auf Hannover hat, den man aus der Nähe nicht bekommt.

Dahms, den alle „Dahmsi“ rufen und der nach neun Jahren bei den Indians von den Anhängern mit Zweitnamen „Pferdeturmlegende“ oder „Eishockeygott a. D.“ genannt wird, macht sich Sorgen. Und wenn einer wie er sich Sorgen macht um Hannovers Eishockey und die Indians, dann ist das kein gutes Zeichen.

Himmel und Hölle

Dahms kam 1999 aus Adendorf an den Pferdeturm und blieb bis 2008. Seine Nummer, die 2, wird seitdem nicht mehr bei den Indians vergeben. Der Verein ist für ihn nach wie vor eine Herzenssache. „Es waren neun intensive Jahre mit Erlebnissen, die nicht alltäglich sind“, sagt er. Er hat im Eisstadion seine Freundin Alex kennengelernt, seit mehr als 16 Jahren ist er mit ihr zusammen. Und er hat an einem einzigen Tag erlebt, wie „man aus dem siebten Himmel unter die Erde gerissen werden kann“.

Auch dank Dahms’ Engagement hatten die Indians im Sommer 2002 das Aufstiegsrecht in die Oberliga erstritten. Zum ersten Heimspiel der Saison gegen Selb reisten seine Eltern aus Berlin an. Als er nach der gewonnenen Partie in die Kabine kam, erfuhr Dahms, dass seine Mutter während des Spiels auf der Stadiontoilette einen Schlaganfall erlitten hatte und es überhaupt nicht gut aussehe. Einen Tag später starb sie im Krankenhaus.

Wer so etwas erlebt, wird immer eine emotionale Bindung zu dem Verein haben - und empfänglich dafür sein, wenn sich in diesem Club etwas verändert. Dahms sagt, dass ihm die Entwicklung selbst aus der Ferne „echt wehtut“. Er hofft, dass Eishockey am Pferdeturm „nicht unterzukriegen ist. Aber die Alarmzeichen sind da, und es ist doch schlimm, wenn die Fans froh sind, wenn die Saison vorbei ist. Vielen Fans ist momentan angst und bange.“

Für viele Menschen sind die Indians und der ECH eine Familie. Was der 38-Jährige sieht und hört, führt bei ihm zum Gefühl, dass „da viel bröckelt und kaputtgeht. Es geht den Fans doch gar nicht darum, einem Superstar auf dem Eis zujubeln zu wollen. Es ist das Gemeinschaftsgefühl, was verloren geht. Das sehe ich als Gefahr für die Zukunft“, sagt er.

Hannover steht auf Tradition

Man könne die einzelnen Personen am Turm hinterfragen, „aber das trifft nicht den Kern. Ich beneide die Leute in den verantwortlichen Positionen nicht.“ Keinem in der Vergangenheit könne man unterstellen, nicht mit Herz bei der Sache gewesen zu sein. Ein Konzept für die Zukunft aber erkenne er nicht. Dahms hat den Weg der Hannover Scorpions in der Tui-Arena verfolgt. „Das Produkt hat nie richtig Anklang gefunden“, sagt er. Und das trotz sportlich durchaus beachtlicher Erfolge. „In Hannover steht man mehr auf Tradition, auf ein einfaches Produkt. Das muss nicht alles perfekt sein, aber es muss Emotionen bieten.“

Die Indians und der Pferdeturm bieten das, sagt Dahms, auch in Mellendorf sei Eishockey tief verwurzelt. Dennoch meint Dahms, dass es Perspektiven am Pferdeturm nur geben wird, wenn am Eisstadion „grundlegend investiert“ wird. „Wie sich die Stadt aus der Verantwortung gestohlen hat, ist ein Drama.“

An den reichen Onkel oder Scheich, der sein Eishockeyherz für Hannover entdeckt, glaubt er nicht. Dahms hat auch nicht das Allheilmittel parat, aber er ist überzeugt: „Das Stadion muss angefasst werden. Sonst fällt es irgendwann aus der Zeit.“ Und Zeiten ohne die Indians ... Unvorstellbar. Nicht nur für Dahms.

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