„Wir haben bezahlt – wir wollen was sehen“, sangen die gut gelaunten Anhänger des Eishockey-Zweitligisten. Und als das zunächst ausgeschaltete Gebläse die wegen der hohen Luftfeuchtigkeit durch das Stadion am Pferdeturm wabernde weiße Wand nach knapp zehn Spielminuten und einer kurzen Unterbrechungspause endlich beseitigt hatte, bekamen die Indians-Fans von ihrer Mannschaft tatsächlich eine ganze Menge zu sehen. Denn die Gastgeber setzten sich vor 2534 Zuschauern überraschend mit 7:4 (4:2, 2:1, 1:1) gegen den Erstligisten durch.
Nun sollte man sich davor hüten, die Indians wegen des Erfolges gleich in den erweiterten Favoritenkreis der in drei Wochen beginnenden Zweitligasaison zu befördern. Dafür agierten die Sauerländer, die ohne Nationalstürmer Michael Wolf angereist waren, eine Woche vor ihrem Punktspielstart gegen die Düsseldorfer EG speziell im 1. Drittel viel zu lässig und uninspiriert. Und dafür ließ Roosters-Ersatzkeeper Sinisa Martinovic viel zu viele leichte Gegentreffer zu. Doch ein Fingerzeig dafür, dass die neuformierte hannoversche Mannschaft bereits recht gut harmoniert, war die Partie allemal.
Speziell zwei der insgesamt 18 Neuzugänge aufseiten der Hannoveraner spielten sich bei ihrem ersten Auftritt vor den heimischen Fans von Beginn an in den Mittelpunkt. Der 24-jährige Deutsch-Kanadier Kevin Schmidt erzielte zwei Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor. Und mit Zach Tarkir demonstrierte auch ein zweiter neuer Verteidiger, dass von der Defensivabteilung der Hannoveraner in dieser Saison deutlich mehr Torgefahr ausgehen dürfte als in der enttäuschenden vergangenen Spielzeit, in der die Indians am Ende nur knapp dem Abstieg entgingen.
In Gefahr geriet der Indians-Sieg gegen die maßlos enttäuschenden Gäste nie, die lediglich im Mittelabschnitt mit einigen überharten Aktionen erahnen ließen, dass ihnen die Partie nicht völlig egal war. Doch einen Wermutstropfen hatte der eigentlich so erfolgreiche Abend für die Gastgeber dennoch: Dirk Jelitto musste nach einer Schlägerei mit dem als ausgesprochenes Raubein bekannten Iserlohner Christian Hommel in der 25. Minute mit einer Schulterverletzung in die Kabine.
Tore: 0:1 (1:24) Wörle, 1:1 (3:33) Sommerfeld, 2:1 (6:51) Schmidt, 3:1 (7:08) Fox, 4:1 (10:20) Tarkir, 4:2 (12:30) Roy, 5:2 (14:45) Dmitriev, 5:3 (26:45) Guiliano, 6:3 (35:51) Schmidt, 7:3 (44:37) Bombis, 7:4 (57:35) – Zuschauer: 2534 – Strafminuten: Hannover 8, Iserlohn 10 plus jeweils 10 für Hommel, Kavanagh und Insana.
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