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Vom Stamm der Hannoveraner

Hannover Indians Vom Stamm der Hannoveraner

Jedes Wochenende feiern die Fans der Hannover Indians mit ihrer Mannschaft eine große Party am Pferdeturm. Zumindest nach den Zuschauerzahlen steht die verschworene Stammesgemeinschaft an der Tabellenspitze der Oberliga. Zu Recht. Ein Stadionbesuch.

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Licht aus, Wunderkerzen an: Die ECH-Fans am Pferdeturm begrüßen stimmungsvoll ihr Eishockeyteam.

Quelle: Sielski

Hannover. Mit lautem Krachen knallen die Pucks gegen die Bande. Die Spieler des EC Hannover Indians machen sich vor dem ersten Play-off-Spiel gegen den EC Peiting warm. Pässe werden gespielt, Torschüsse geprobt. Und auch die Fans auf den Rängen bringen sich schon einmal in Stimmung. Die kalte Luft riecht nach Bier und Pommes, der Atem wird sichtbar. Vor dem Anpfiff wird gefachsimpelt, es gibt Kaltgetränke und gefüllte Pizzen. Warm wäre prima, kalt geht aber auch. Denn das spielt hier im Stadion am Pferdeturm keine Rolle. Was hier zählt, ist die Stimmung. Jedes Wochenende feiert die Indians-Familie eine große Party.

Aus den Boxen über dem Spielfeld dröhnen laute Gitarrensongs aus den USA. Die Zuschauer halten für die Eröffnungszeremonie ihres Stammes, wie das Team liebevoll genannt wird, Wunderkerzen bereit. Denn wenn die Spieler die schwarzen Warm-up-Trikots gegen die blau-weiß-roten fürs Spiel getauscht haben, kommen sie in einem fast feierlichen Akt zurück aufs Eis. Dafür ist der ECH in der ganzen Stadt berühmt. Die Indians sind mit der Stimmung in der Halle zur Legende geworden. Ein Abend am Pferdeturm: Das bedeutet Feierei, Freude und Fangesang für die ganze Familie. „Ich bekomme immer eine Gänsehaut, wenn es losgeht“, sagt Philipp (23).

Das Licht geht aus, hymnische Musik ertönt. Stolz gleiten die Fahnenträger über das glänzende Eis. In der Mitte thront der braune Marterpfahl. Die Indianerstämme im Nordosten der USA banden daran einst ihre Feinde fest. Hannover, das ist für die Fans am Pferdeturm Indianerland. Und die Gegner sollen nicht ohne die Schmach einer Niederlage wieder aus der Halle geschickt werden. Wenn sie die Spielfläche betreten, gibt es ein lautes Pfeifkonzert. Ist nicht immer böse gemeint. Aber so ist es Tradition am Pferdeturm.

Mehrere Tausend Fans kommen Spiel für Spiel in die Eishalle nach Kleefeld, um die Mannschaft zu unterstützen. Egal, wie kalt es in der zugigen Halle am Messeschnellweg auch ist. In der Hauptrunde der Saison führten die Hannoveraner damit in der Oberliga Nord die Top-Liste an. Durchschnittlich 2765 Besucher waren zum Anfeuern zum Pferdeturm gekommen - insgesamt 58 083 bei 21 Spielen. Und dass, obwohl die Indians nicht in der erstklassigen DEL, sondern nur in der Oberliga spielen. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Fan Tim über den Zusammenhalt. Der 32-Jährige kommt seit rund zehn Jahren regelmäßig mit Freunden zu den Heimspielen. „Die Atmosphäre ist immer super gut, vor allem, wenn wir gewinnen“, sagt er mit einem Grinsen. Darauf hofft er auch am heutigen Sonnabend, wenn es zum dritten Mal in den Play-offs gegen den EC Peiting geht.

Die Wunderkerzen werden feierlich entzündet, der Stadionsprecher begrüßt die Indianer. Spieler für Spieler ruft er mit der Rückennummer und Vornamen auf, die Fans gröhlen die Nachnamen im Chor. Sie positionieren sich auf der Südseite um ihren Pfahl. Dann geht’s los. Niemand scheint zu frieren, unter den weiten Trikots tragen die Zuschauer Winterjacken. Den Rest übernehmen Fangesänge, Händeklatschen, Hüpfen und Bier.

Textsicher brüllt die Nordkurve ihre Zeilen zu den rhythmischen Trommeln in Richtung Spielfeld. Dann ist die Scheibe vor dem Tor der Gegner und fliegt am Torwart vorbei ins Netz. Spätestens in diesem Moment hält es auch in den Seitenblocks niemand mehr auf den Sitzen. Peter Schillings „Major Tom“ hallt aus den Lautsprechern. Arme und Fanschals werden in die Luft gerissen. Die Menge tobt. Die Indianer sind auf Kriegspfad.

Isabell Rollenhagen

ECH kann wieder vorlegen

Niederlage in Peiting: Im dritten Spiel der Play-off-Viertelfinalserie hat der EC Hannover Indians wieder Heimrecht gegen den EC Peiting. Und die Mannschaft von Trainer Fred Carroll erhält am heutigen Sonnabend (Eröffnungsbully im Eisstadion am Pferdeturm ist um 19.30 Uhr) die Chance zum Vorlegen. Bisher ist die Bilanz ausgeglichen: Am Donnerstag gewannen die Bayern ihr Heimspiel mit 4:1, nachdem der ECH das erste Duell in Hannover ebenfalls mit 4:1 für sich entschieden hatte. Carroll muss heute weiterhin auf Dennis Schütt verzichten, außerdem fehlt Yanick Meve. In Peiting stand es vor 1324 Besuchern lange 0:0, in der 38. Minute brachte Oliver Duris die Indians sogar mit 1:0 in Führung. Doch im Schlussdrittel drehte der Gastgeber durch Tore von Brad Miller (46.), Ty Morris und Anton Radu (jeweils 53.) und Anton Saal (59.) mit einem Schuss ins leere Tor das Spiel. Damit ist klar, dass der ECH den entscheidenden dritten Erfolg frühestens am Montag (18 Uhr) in Peiting einfahren kann.

Stephan Hartung

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