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Wird Len Soccio Trainer der Indians?

Eishockey Wird Len Soccio Trainer der Indians?

Die aktuelle Saison in der Eishockey-Oberliga neigt sich dem Ende zu - möglicherweise beginnt die neue Spielzeit am Pferdeturm mit einem Coup auf der Trainerbank. Gerüchten zufolge soll Len Soccio ein heißer Kandidat sein, den EC Hannover Indians als Coach zu übernehmen.

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Die Atmosphäre am Pferdeturm kennt er bestens: Noch-Preussen-Berlin-Trainer Len Soccio. Foto: Sielski

Quelle: sp / Sielski

Hannover. Beide Seiten halten sich bedeckt - aber weil es auch keine Dementis gibt, sieht eben zum aktuellen Zeitpunkt doch alles nach einem Engagement Soccios beim ECH aus. Derzeit ist der 49-Jährige Trainer beim Oberliga-Kontrahenten ECC Preussen Berlin.

„Wir werden die Saison zu Ende spielen. Und erst dann machen wir uns Gedanken, wie es weitergeht“, sagt Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky. Der ECH hat am Wochenende noch zwei Spiele auszutragen, ein Punkt aus den beiden Partien gegen die Black Dragons Erfurt genügt - dann wären die Duelle in den Pre-Play-offs gegen den Nachbarn ESC Wedemark perfekt. Möglicherweise fällt bei einem positiven Ausgang das Arbeitszeugnis für Trainer Tobias Stolikowski doch positiv aus, aktuell steht er bei den Fans aber wegen der bislang verkorksten Saison in der Kritik. Von dieser Zeitung auf die Personalie Soccio angesprochen, gibt es von Sulkovsky weder Bestätigung noch Dementi - dafür aber ein vielsagend zu interpretierendes verschmitztes Lächeln.

Auch Soccio möchte sich erst nach Saisonende äußern, mit den Berlinern erfolgt der Abschluss jedoch schon am kommenden Wochenende. Er bestätigt aber, „dass es Gespräche mit den Indians gab“. Ein Vereinswechsel deutet sich für den 49-Jährigen ohnehin an. Denn die Preussen wollen den mit ihm auslaufenden Vertrag verlängern, der frühere Nationalspieler hat aber abgelehnt.

Die eigene Vergangenheit als verdienter Spieler der Hannover Scorpions wäre für ihn kein Hindernis für ein Engagement am Pferdeturm, wo in der Fanszene ohnehin wenig Skepsis gegenüber den fachlichen Qualitäten des Deutschkanadiers herrscht. „Das war damals eine andere Zeit. Jetzt bin ich Trainer“, sagt Soccio.

Was ebenfalls für eine Rückkehr nach Hannover spricht: Er ist weiterhin Coach des Inlinehockey-Bundesligisten Bissendorfer Panther, mit diesem Team startet er am Sonnabend in die Saison. Eine Tätigkeit als Eishockey-Trainer in Hannover würde ihm künftig viel Reisestress ersparen. „Ich spreche aber auch mit anderen Vereinen, es muss ja nicht Oberliga sein“, betont Soccio.

Fest steht: Wenn Soccio der neue Chefcoach am Pferdeturm wird, und dahin geht eindeutig die Tendenz, wäre er nicht nur der Nachfolger von Stolikowski, sondern auch von Fred Carroll. Der etatmäßige Chefcoach musste zu Saisonbeginn krankheitsbedingt passen, mit Stolikowski übernahm sein bisheriger Assistent. Nach seiner Krankheit plant Carroll, der im April 2015 einen Vertrag für zwei Jahre unterschrieben hatte, den Wiedereinstieg ins Trainergeschäft - was aber vom Heilungsverlauf abhängt und damit nicht an einem bestimmen Datum festzumachen ist.

Von Stephan Hartung

Er hält alle DEL-Rekorde der Scorpions

Leonhard „Len“ Soccio ist in St. Cathrines (Ontario) geboren und aufgewachsen. Nach einigen Stationen als Eishockeyprofi verließ er seine kanadische Heimat und schloss sich 1994 dem ESC Wedemark (später Hannover Scorpions) an. Der inzwischen 49-Jährige absolvierte insgesamt 504 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga für den Club, bei dem er auch sämtliche Bestenlisten (Scorerpunkte/492, Spiele, Tore/156, Vorlagen/336 und Strafminuten/760) anführt. Er ist zudem zweitbester Vorlagengeber der DEL und wurde dreimal ins DEL-All-Star-Team berufen.

Seine Rückennummer 20, die er während seiner Karriere trug, wird bei den Scorpions seit dem Ende seiner Spielerkarriere in der DEL 2005 nicht mehr vergeben.

Nach seiner Profilaufbahn war Soccio Nachwuchskoordinator der Scorpions. Bei den Langenhagen Jets begann er 2007 als Spielertrainer. 2011 wurde er Assistenztrainer des Frauen-Nationalteams. Im Juli 2013 übernahm er die Scorpions in der Oberliga. 2016 wechselte er zu Preussen Berlin.

gru

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