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Auswärtsniederlage

1:2: Bärenstarke Hannover Scorpions werden gegen Eisbären nicht belohnt

Von Jörg Grußendorf

Nur 17 Sekunden fehlten zum Glück: Mit 1:2 nach Verlängerung haben die Hannover Scorpions bei Titelfavorit Eisbären Berlin vor 14.000 Zuschauern verloren. Dabei hatten sie schon mit 1:0 geführt.
Am Ende fehlte das Glück: Scorpions-Coach Toni Krinner.

Am Ende fehlte das Glück: Scorpions-Coach Toni Krinner.

© Ulrich zur Nieden

17 Sekunden fehlten zum Traumstart. Die Hannover Scorpions führten bei den Eisbären Berlin mit 1:0, durften auf den dritten Sieg im dritten Spiel der Deutschen Eishockey-Liga hoffen. Doch dann kam die Ernüchterung. Erst flog Martin Hlinka, dann nahmen die Gastgeber ihren Torwart Rob Zepp vom Eis – und zu guter Letzt traf Jeff Friesen auch noch zum Ausgleich. Damit noch genug: In der Nachspielzeit gelang Jens Baxmann auch noch der überaus glückliche Siegtreffer für die Berliner.

Dieser Erfolg der Hauptstädter war ebenso knapp wie unverdient. Denn der deutsche Meister hatte beim frischgebackenen „European-Trophy-Gewinner und DEL-Titelfavoriten lange ein bärenstarkes Spiel gemacht; besonders in den ersten beiden Dritteln überzeugte er mit seinen aggressiven und schnellen Aktionen und versetzte auch die gegnerischen Fans ins Staunen, sodass es mitunter ziemlich still war in der mit 14.000 Zuschauern gefüllten 02-World-Arena.

Die Scorpions hatten in dieser Phase auch ein deutliches Chancenplus, doch nur Stürmer Matt Dzieduszycki (28. Minute) nutzte eine der Möglichkeiten zur verdienten Führung. Er und seine Nebenleute hätten nachlegen können, scheiterten aber mehrmals an Berlins guten Keeper Zepp und ließen auch sonst viel zu viele Überzahl-Situationen ungenutzt. Dass auch die Scorpions über einen überragenden Torhüter verfügen, bewies Travis Scott speziell im Schlussabschnitt.

Die Gastgeber machten in dieser Zeit viel Druck, ohne jedoch großartige Chancen herauszuspielen. Dem Titelfavoriten fiel herzlich wenig ein; die Hannoveraner verteidigten allerdings auch geschickt. Tauchte doch einmal ein Berliner vor Scott auf, wehrte er den Puck irgendwie ab. Zumindest bis 17 Sekunden vor Schluss, dann war auch Scott machtlos. „Eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter“, schimpfte Marco Stichnoth, der Geschäftsführer der Scorpions, nach dem Ausgleich. „Travis hatte die Scheibe vorher klar unter Kontrolle.“ Der Referee erkannte dennoch auf Tor, und das Verhängnis nahm seine Lauf. „Das ist total schade“, sagte Stichnoth, „die Mannschaft hat wirklich klasse gespielt, die Partie eindeutig beherrscht.“

Tore: 0:1 (32:42) Dzieduszycki (Mitchell, Herperger bei 5–4), 1:1 (59:43) Friesen (Mullock, Walser bei 6–4), 2:1 (61:08) Baxmann (Walser, Friesen) – Zuschauer: 14 000 – Zeitstrafen: Berlin 11 plus zehn für Rankel plus Spieldauer-Disziplinarstrafe für Laurin Braun, Hannover 16 – Nächstes Spiel: Scorpions – Augsburg Panther (Stg., 14.30 Uhr, TUI Arena).

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