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Hannover Scorpions: „Müssen klären, was wir wollen"
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Nach Aus vor Play-offs Hannover Scorpions: „Müssen klären, was wir wollen"

Wer bleibt, wer geht? Nach dem Verpassen der Play-offs wird es bei den Hannover Scorpions einige Veränderungen geben.

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Ivan Ciernik soll mit seinen Toren dafür sorgen, dass es nächste Saison besser läuft.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Igor Pavlov war auch am Montag noch ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite war da die Enttäuschung, die der Trainer der Hannover Scorpions über das Verpassen der Play-offs um die deutsche Eishockey-Meisterschaft verspürt. Auf der anderen Seite aber auch der Stolz auf die Moral der Mannschaft, die am Sonntag bei der 5:6-Niederlage nach Verlängerung in Krefeld bis zur letzten Sekunde um ihre winzig kleine Chance gekämpft hatte. „Das war ein geniales Spiel voller Leidenschaft und Herz“, sagte Pavlov. „Ich kann der Mannschaft in diesem Spiel keinen Vorwurf machen. Aber wir haben die Play-off-Teilnahme auch nicht am Sonntag verspielt, sondern im Laufe der Saison.“
Ein paar Tage wird der Scorpions-Coach sicherlich brauchen, um das Verpassen des erklärten Saisonziels zu verarbeiten. Erst dann wird er den Blick ausschließlich nach vorne richten und gemeinsam mit Marco Stichnoth die konkrete Kaderplanung für die kommende Saison besprechen. „Wir werden alles ganz bewusst eine Woche sacken lassen, ehe wir uns zusammensetzen und die Planungen vorantreiben“, sagte der Sportdirektor. Wobei Pavlov zumindest schon einmal ankündigte, dass es „einige Veränderungen“ geben werde. „Wir müssen aber natürlich erst einmal klären, was wir wollen. Es ist ja ein Unterschied, ob man eine Mannschaft zusammenstellt, die deutscher Meister werden soll, oder eine, die um die Pre-Play-off-Teilnahme kämpft“, erklärte der Trainer, der seinen Vertrag vor einigen Tagen um ein Jahr verlängert hat. Doch ein Blick nach vorne lohnt sich schon jetzt.

Wer verlässt die Scorpions?

Klar sind bislang erst zwei Personalien. Stürmer Chris Herperger verkündete unmittelbar nach dem Ausscheiden am Sonntag in Krefeld sein Karriereende. Der 39-Jährige hinterlässt eine große Lücke, aber vielleicht bleibt er dem Klub, für den er sechs Jahre lang gespielt hat und mit dem er 2010 deutscher Meister wurde, als Teil des Trainerstabs erhalten. Ähnlich schwer wiegt der Abgang von Gerrit Fauser, der auf lange Sicht die Rolle von Herperger übernehmen sollte, aber einen Wechsel nach Wolfsburg vorzog, wo er aufgrund eines Zweijahresvertrags mit deutlich verbesserten Konditionen mehr Sicherheit hat. „Das ist ein großer Verlust. Gerrit hat großes Potenzial, und ich hätte sehr gerne langfristig mit ihm gearbeitet“, sagte Pavlov.
Darüber hinaus stehen die Zeichen vor allem bei Maris Jass, Artjom Ternavsky, Denis Shvidki, Corey Quirk und vielleicht auch beim gebürtigen Hannoveraner Andy Reiss auf Abschied. Der 26-Jährige hat eine enttäuschende Saison hinter sich und benötigt vielleicht einmal einen Tapetenwechsel, um zu alter Stärke zurückzufinden.

Wer soll bleiben?

Ganz oben auf der Liste dürften Kapitän Sascha Goc und Torjäger Ivan Ciernik stehen. Die Signale, die dabei von beiden Seiten kommen, sind durchaus positiv. Auch Torhüter Dimitri Pätzold hat bereits erklärt, dass er weiterhin für die Scorpions spielen möchte – wenn er in Deutschland bleibt. Der 30-jährige Nationalkeeper liebäugelt allerdings mit einem Wechsel nach Russland oder in die Schweiz, wo er auf der Zielgeraden seiner Karriere deutlich mehr verdienen könnte. Kandidaten für eine Vertragsverlängerung sind darüber hinaus in erster Linie Robin Thomson, David Sulkovsky, Stephan Daschner und wohl auch Routinier Martin Hlinka, dessen Wert für die Mannschaft oft unterschätzt wird, der aber nach langer Verletzungspause auch im Saisonfinale wieder seine Qualitäten am Bullypunkt, in Unterzahl und auch als Scorer unter Beweis gestellt hat.

Wer soll kommen?

Das wird – wie es Pavlov bereits andeutete – bis zu einem gewissen Grad davon abhängen, welchen finanziellen Rahmen und welche sportliche Zielsetzung die Verantwortlichen mit Klubbesitzer Günter Papenburg abstecken. Als sicher gilt, dass Stürmer Thomas Dolak nach zwei Jahren in Hamburg zu den Scorpions zurückkehren wird, wovon vor allem Goc durch dessen Vorlagen im Überzahlspiel profitieren dürfte. Darüber hinaus wird sich Pavlov in den kommenden Tagen und Wochen einige „konkrete Kandidaten“ in den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga anschauen. „Wir benötigen insgesamt mehr Qualität“, erklärte der Trainer.

Wo sind die größten Baustellen?

Es gibt drei Bereiche, in denen die Scorpions sich verbessern müssen, wenn sie den nächsten Schritt machen wollen. Der Spielaufbau aus der Abwehr heraus war zuletzt ein Problem. Dort benötigen die Hannoveraner einen oder zwei neue Spieler, die einen guten ersten Pass spielen können. Auch im Angriff fehlt spätestens mit dem Abgang von Herperger ein Denker und Lenker. Ciernik ist ein überragender Torjäger, aber ohne einen Spielmacher mangelt es speziell im Powerplay an zündenden Ideen. Der Däne Morten Green, der diese Rolle ausfüllen könnte, zeigte seine Qualitäten nur phasenweise. Aus der fehlenden Kreativität resultierte ein Stück weit auch das dritte Defizit: Neben  Ciernik, der mit 25 Treffern Platz 2 in der DEL hinter dem ehemaligen Scorpions-Profi Matt Dzieduszycki (Wolfsburg, 31) belegt, fehlt es an Torgefahr. Doch Spieler, die wissen, wo das Tor steht, werden nicht nur in der DEL von allen Klubs gesucht.

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