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Eishockey

Hannover Scorpions besiegen DEG Metro Stars mit 3:2

Von Björn Franz

Titelverteidiger Hannover Scorpions ist mit einem Sechs-Punkte-Wochenende in die neue Saison der Deutschen Eishockey-Liga gestartet: Nach dem Derby-Sieg in Wolfsburg feierten die Niedersachsen am Sonntag bei ihrem Heimspiel-Debüt gegen die DEG Metro Stars einen 3:2-Erfolg.
Die Hannover Scorpions haben gegen die DEG Metro Stars mit 3:2 gewonnen.

Die Hannover Scorpions haben gegen die DEG Metro Stars mit 3:2 gewonnen.

© Ulrich zur Nieden

Die Szenerie war schon etwas bizarr. Über den großen Videowürfel der TUI Arena flimmerten eine Viertelstunde vor Spielbeginn noch einmal die schönsten Szenen aus der vergangenen Saison: Die wichtigsten Tore der Hannover Scorpions auf dem Weg zur deutschen Eishockey-Meisterschaft, die Pokalübergabe und die Feierlichkeiten danach. Jubelnde Menschen waren zu sehen, die sich in der bis auf den letzten Platz besetzten Halle in den Armen lagen. Doch wenn man den Blick nach unten senkte, dann entdeckte man das Kontrastprogramm: Bis auf die gut gefüllte Fankurve war die Arena bei der Heimspielpremiere des Meisters gegen die Düsseldorfer EG weitgehend leer. Nur 3687 Zuschauer waren gekommen. Doch die, die da waren, wurden für ihre Treue belohnt. Denn die Scorpions gewannen nach dem 3:1-Sieg in Wolfsburg auch gegen die Rheinländer mit 3:2 (1:0, 0:1, 2:1) und feierten damit einen perfekten Start.

Das erste Wochenende der neuen Spielzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) offenbarte so gleich zwei Dinge. Da wäre das alte Problem der Scorpions, dass die 10 500 Zuschauer fassende Multifunktionsarena auf dem Expo-Gelände bei ihren Spielen nur selten gut gefüllt ist. Zwar wird der Kreis der treuen Fans, die im Trikot zu den Partien kommen und die Mannschaft lautstark unterstützen, immer größer. Das belegen knapp 2200 verkaufte Dauerkarten – mehr als doppelt so viele wie in der vergangenen Saison. Doch das „Laufpublikum“ kann sich nur selten in so großer Zahl zum Besuch der Arena aufraffen, dass die Ränge zumindest zur Hälfte gefüllt sind. Das sieht auch Marco Stichnoth so. „Unser Stammpublikum ist gewachsen, die Fanbasis wird immer größer“, meint der Scorpions-Geschäftsführer. „Aber die anderen sind heute bei dem schönen Wetter lieber auf der Fischfete in Elze oder bei irgendeinem Herbstmarkt.“

Dabei hat der Klub im Kampf um mehr Zuschauer ein Argument, dem man sich kaum verschließen kann. Denn auch das wurde am Sonntagnachmittag wieder einmal deutlich. Die Mannschaft knüpfte nämlich unter ihrem neuen Trainer Toni Krinner nahtlos an das erfolgreiche Saisonfinale im April an. Zwar merkte man den Profis in einigen Szenen an, dass sie noch einige Zeit brauchen werden, um das deutlich offensivere und aggressivere System Krinners zu verinnerlichen. Doch in anderen Situationen wiederum war die Handschrift des Nachfolgers von Hans Zach schon deutlich zu erkennen. Beim Ausgleich zum 2:2 neun Minuten vor Schluss etwa klappte das frühe Stören geradezu vorbildlich. Nach dem Scheibengewinn ging es blitzschnell: Traumpass von Klaus Kathan, Tor von Thomas Dolak – so einfach kann Eishockey aussehen.

Als Schlüssel zum Sieg reichte das Neue diesmal zwar noch nicht. Doch dafür haben die Scorpions ja immer noch die Qualitäten, mit denen sie im Vorjahr den größten Erfolg der Klubgeschichte errangen. Beim Führungstreffer durch Nikolaus Mondt (9. Minute) etwa vereitelte Verteidiger Aris Brimanis mit einem spektakulären Hechtsprung eine Großchance der DEG – und auf der anderen Seite schlugen die Gastgeber dann mit einem dieser perfekten Konter eiskalt zu, die man von ihnen so gut kennt. Und nachdem Dolak die zwischenzeitliche Gästeführung ausgeglichen hatte, war es schließlich das starke Überzahlspiel, das den beeindruckenden Schlussspurt der Scorpions krönte. Matt Dzieduszycki hämmerte den Puck 47 Sekunden vor Schluss zum Siegtreffer in die Maschen. Auf den Rängen gab es danach kein Halten mehr. Und zumindest in diesem Moment war die Stimmung so gut, dass wohl niemand mehr an die vielen freien Plätze dachte.

Tore: 1:0 (8:19) Mondt (Dolak, Blank), 1:1 (29:34) Kreutzer (Collins bei 5–4), 1:2 (47:42) Hofland (Fenton, Pokulok), 2:2 (51:11) Dolak (Kathan, Vikingstad), 3:2 (59:13) Dzieduszycki (Mitchell, Köppchen bei 5–4) – Zuschauer: 3687 – Strafminuten: Hannover 12, Düsseldorf 10 – Beste Hannoveraner: Chris Herperger, Travis Scott und Paul Manning – Nächstes Spiel: Berlin – Hannover (Freitag, 19.30 Uhr).

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