Viel Zeit, auf Betriebstemperatur zu kommen, haben sich die Hannover Scorpions nicht gelassen. Gleich im ersten Spiel der neuen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zeigte sich der deutsche Meister in ausgezeichneter Verfassung. Beim Niedersachsenrivalen EHC Wolfsburg setzte sich die Mannschaft des neuen Trainers Toni Krinner mit 3:1 (1:1, 1:0, 1:0) durch und kann so befreit in die Heimpremiere am Sonntag (14.30 Uhr) gegen die Düsseldorfer EG gehen.
Von der 1. Minute an demonstrierten die Scorpions an Krinners ehemaliger Arbeitsstelle, was man in der neuen Spielzeit von ihnen erwarten kann. Nachdem sie sich von einem frühen Lattentreffer von EHC-Stürmer Kai Hospelt nach wenigen Sekunden erholt hatten, übernahmen die Gäste immer mehr die Initiative. Vor allem das frühe Stören des Gegners bereits in dessen Verteidigungszone machte den Wolfsburgern erheblich zu schaffen.
Der Führungstreffer für die Hannoveraner fiel dann allerdings nicht durch das Forechecking, sondern durch eine der großen Stärken der vergangenen Saison: das Überzahlspiel. Nachdem John Laliberte sich einen völlig überflüssigen Ellenbogencheck gegen Scorpions-Verteidiger Patrick Köppchen geleistet hatte, der trotz eines Nasenbeinbruchs weiterspielte, durften die Gäste mit zwei Spielern mehr ran. Und Adam Mitchell bestrafte das Foul des Wolfsburgers, der schon in der 4. Minute mit einer Matchstrafe in die Kabine musste, auf seine Weise. Nach einem Schuss von Sascha Goc bugsierte der Kanadier den Puck im Nachschuss zum 0:1 über die Linie.
Zwar konnte Tyler Haskins schon gut acht Minuten später ebenfalls im Nachsetzen ausgleichen, doch danach wurden die Hannoveraner immer stärker. Speziell in den ersten zehn Minuten des Mittelabschnitts ließen sie den Halbfinalisten der vergangenen Saison kaum noch zu Atem kommen. Und nach dem erneuten Führungstreffer durch Verteidiger Aris Brimanis, der die Scheibe über die Schulter von HC-Keeper Jochen Reimer hinweg ins kurze Eck hämmerte, hätten die Gäste eigentlich schon den Sack zumachen müssen. Doch Adam Mitchell und Neuzugang Ryan Maki scheiterten freistehend an Reimer.
So mussten die Scorpions bis kurz vor Schluss zittern, ehe Matt Dzieduszycki für die Entscheidung sorgte. Nach herrlicher Vorarbeit von Martin Hlinka verlud er Reimer und machte den Traumstart in die neue Saison perfekt.
Tore: 0:1 (4:40) Mitchell (Dzieduszycki, S. Goc bei 5–3), 1:1 (13:00) Haskins (Magowan), 1:2 (24:06) Brimanis, 1:3 (56:29) Dzieduszycki (Hlinka) – Zuschauer: 3343 – Strafminuten: Wolfsburg 9 plus Matchstrafe für Laliberte, Hannover 12 – Beste Hannoveraner: Aris Brimanis, Martin Hlinka und Patrick Köppchen – Andere Ergebnisse: Mannheim – München 4:3, Ingolstadt – Nürnberg 1:2, Hamburg – Köln 0:3, Straubing – Krefeld 1:2, Iserlohn – Düsseldorf 5:2.
HAZ.de Anmeldung