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Hannover und Wedemark Scorpions planen Fusion

Eishockey-Oberliga Hannover und Wedemark Scorpions planen Fusion

Aus zwei sollen eins werden: Die beiden Eishockey-Oberligisten Hannover Scorpions und Wedemark Scorpions planen für die kommenden Saison die Fusion. Damit wäre nicht nur die Hoffnung auf die sportliche Renaissance der Scorpions verbunden, es wäre auch eine direkte Kampfansage an die Hannover Indians.

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Der größte Moment der Hannover Scorpions: Im April 2010 feiert der Club den Titelgewinn in der DEL.

Quelle: dpa

Hannover. Es ist das kurioseste Derby in Hannovers Sport. Und in gewisser Weise auch das aberwitzigste. Wenn am Freitag um 19.30 in der Eishalle Langenhagen das Eishockey-Oberligaduell zwischen den Hannover Scorpions und den ESC Wedemark Scorpions ansteht, dann werden die Fans beider Mannschaft bei ihren „Scorpions“-Rufen immer auch den Gegner anfeuern.

„Wir haben die gleichen Wurzeln, die gleiche Geburtsstätte, das gleiche Logo“, sagt Eric Haselbacher, der Manager des ESC. „Das ist schon ein Witz, aber ein schlechter.“ Und, ergänzt Marco Stichnoth, der Geschäftsführer der Hannover Scorpions, „es ist ein Witz, der uns Geld kostet“. Jedes Wochenende während der Saison spielen zwei Scorpions-Teams und brauchen alles doppelt: die Hallen (eine in Langenhagen, eine in Mellendorf), das Material, den Bus, das Personal. Die Idee, die Kräfte zu bündeln und aus zwei Teams, die derzeit in Deutschlands dritter Liga die Plätze 11 (ESC Wedemark) und 13 (Hannover Scorpions) belegen, ein starkes, ambitioniertes Team zu machen, liegt auf der Hand. Und wird bereits mit Leben gefüllt, das demonstrieren Haselbacher und Stichnoth mit ihrem gemeinsamen Besuch bei der HAZ.

Marco Stichnoth: „Die Indians lachen sich momentan doch tot über uns, dass wir so blöd sind.“

Marco Stichnoth: „Die Indians lachen sich momentan doch tot über uns, dass wir so blöd sind.“ 

Quelle: Körner

Wenn alles so kommt, wie sich beide das wünschen, dann wird es zur kommenden Saison in Hannover neben den Hannover Indians nur noch einmal die Scorpions geben - und zwar Scorpions mit vereinten Kräften. Von diesem Weg sind Haselbacher und Stichnoth überzeugt. Um die Beweggründe zu verstehen, muss man kurz zurückblicken. Weit zurückblicken, und zwar ins Jahr 1975.

Damals begann mit der Gründung des ESC Wedemark eine Erfolgsgeschichte, die im Sport selten ist. „Als wir in die Oberliga aufgestiegen sind, haben sie uns in der Gemeinde Wedemark belächelt und gesagt, dass wir aufpassen sollten, gegen Gegner wie Nordhorn demnächst nicht fünf Stück zu kriegen. Ein paar Jahre später haben die Kölner Haie von uns fünf Stück gekriegt“, sagt Eric Haselbacher. Der Stolz ist ihm anzumerken, er erzählt die Geschichte, die untrennbar mit ihm, vor allem aber mit seinem Vater Jochen verbunden ist, als hätte sie sich gestern ereignet. 1996 qualifizierte sich Wedemark für die DEL, höher geht es im deutschen Eishockey nicht.

„Ich würde lieber mit einer starken Scorpions-Truppe am Pferdeturm gewinnen“

Der ESC war zu groß geworden für Mellendorf, weiter ging die Geschichte in der Landeshauptstadt und mit dem neuen Namen Hannover Scorpions. Was 2010 folgte, war eine Sensation. Die Hannover Scorpions holten den DEL-Titel, maßgeblich daran beteiligt nicht mehr die Familie Haselbacher, sondern Stichnoth.

Drei Jahre später ging die Story mit dem Verkauf der DEL-Lizenz an die Schwenninger Wild Wings traurig zu Ende. Der Name Hannover Scorpions blieb, Stichnoth startete mit dem alten Namen beim neuen Stammverein SCL in Langenhagen einen Neuanfang in der Oberliga, in der seit drei Spielzeiten auch die 2008 gegründeten Wedemark Scorpions auf Puckjagd gehen. Stichnoth und Haselbacher sprechen von den Scorpions als „Familie“. Es ist ein schönes Bild, denn das, was beide vorhaben, ist im Grunde eine Familienzusammenführung.

„Die Indians lachen sich doch tot über uns“

„Natürlich sind bei uns auch alle heiß auf das Derby mit den Hannover Scorpions am Freitag“, sagt Haselbacher. „Aber ich würde lieber mit einer starken Scorpions-Truppe am Pferdeturm gewinnen.“ Die Stadt brauche im Eishockey wieder ein Derby auf hohem Niveau, sagt Stichnoth, und damit sei nun einmal nicht Scorpions gegen Scorpions gemeint, sondern Scorpions gegen Indians. „Die Indians waren jahrelang hinter uns. Wir müssen eine intelligente Lösung finden, damit das wieder der Fall ist“, sagt Stichnoth. „Die Indians lachen sich momentan doch tot über uns, dass wir so blöd sind.“ Die intelligente Lösung ist eine einfache Rechnung: aus zwei mach eins.

Die große hannoversche Lösung, Indians und Scorpions zu vereinen, ist in der Vergangenheit immer mal wieder angedacht worden, machbar aber ist sie nicht. „Das ist wie Schalke und Dortmund“, sagt Haselbacher. „Solange ich lebe, ist das auszuschließen“, sagt Stichnoth. Scorpions und Scorpions aber könnte klappen, aus mehreren Gründen. Stichnoth und Haselbacher verstehen sich gut, sie haben in Hannover WM-Spiele und Olympiaqualifikationsspiele zusammen über die Bühne gebracht. Sie haben ihre Wurzeln in der Wedemark, die Haselbachers ohnehin, aber auch Stichnoth, der erst kürzlich die Vereinsgaststätte beim MTV Mellendorf übernommen hat - nur wenige hundert Meter entfernt vom Icehouse.

„Am Ende muss unser Sport auch bezahlt werden“: Eric Haselbacher.

„Am Ende muss unser Sport auch bezahlt werden“: Eric Haselbacher.

Quelle: Alexander Körner

„Ich glaube, wir können eine Renaissance der Scorpions erleben“, sagt Haselbacher. Gemeinsam mit Stichnoth will er die Fans - und die Sponsoren - in den nächsten Wochen mitnehmen, mit Problemen rechnen beide nicht. „Wenn drei Leute kommen und sagen, dass wir bekloppt sind, dann nehmen wir uns drei Stunden Zeit und erklären unsere Motive“, sagt Haselbacher. „Schlaue Sprüche sind schön und gut, aber am Ende muss unser Sport auch bezahlt werden.“

Die Sogwirkung soll dabei von der neuen, sportlichen Perspektive ausgehen. „Die Menschen wollen mal eine Saison mit 22 Heimsiegen erleben. Sie sollen wieder Stolz empfinden, und das kriegst du nur über Siege hin“, sagt Haselbacher und zitiert den ehemaligen Wedemark-Trainer Kevin Gaudet. „Wenn du in den Krieg ziehst, brauchst du gute Waffen“, hat dieser gern gesagt. Will heißen, und das ist nicht so kriegerisch gemeint, wie es jetzt klingt: Wenn beide Scorpions ihre Waffen zusammenwerfen, werden sie stärker.

 „Wir haben so viele uns wohlgesonnene Leute“

„Momentan fahren wir beide mit einem Etat von 300 000 Euro herum“, sagt Stichnoth. Zweimal 300 000 Euro bietet mehr Möglichkeiten. „Wir müssen guten Spielern doch auch etwas bieten“, sagt Haselbacher. „Die kommen nicht zu uns, weil Marco ein schlauer Sprecher ist und ich so eine tolle Frisur habe.“ Selbst mit 600 000 Euro lägen vereinte Scorpions noch weit unter den finanziellen Möglichkeiten der Oberliga-Spitzenclubs wie Duisburg oder Essen. „Mit unserem Knowhow wären wir aber vielen überlegen“, sagt Haselbacher. Er und Stichnoth haben große Eishockey-Netzwerke und über Jahre geknüpfte Kontakte. Und da wäre außerdem noch Jochen Haselbacher, der immer noch ein großer Sponsorenfänger ist. „Wenn mein Vater zehn Leute anspricht, machen neun davon mit“, sagt Eric.

Der Glaube, eine neue Scorpions-Euphorie wecken zu können, ist groß. „Wir haben so viele uns wohlgesonnene Leute“, sagt Haselbacher. Diese Leute warten derzeit ab, weil die Plätze 11 und 13 in der Oberliga halt nicht besonders sexy sind. „Ich bin sicher, dass wir mit einer starken Scorpions-Mannschaft ruck, zuck 1500 Leute ins Stadion kriegen.“

Das Eröffnungsbully zur Fusion haben Haselbacher und Stichnoth gemacht. Jetzt heißt es, die Fans für die Idee zu begeistern und wichtige Details - Name, Spielstätte, Nachwuchsarbeit - zu klären. „Noch haben wir keine Hochzeit zu vermelden“, sagt Haselbacher. Die Aussichten dafür sind allerdings gut.

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