Hannover. Mit seinem Treffer 59 Sekunden vor Schluss zum 2:3 (1:0, 1:1, 0:2)-Endstand betätigte sich der Straubinger Blaine Down nicht nur als Stimmungstöter - er versetzte auch den Play-off-Hoffnungen der Scorpions den vielleicht entscheidenden Dämpfer. Denn durch die Niederlage rutschten die Hannoveraner vor dem letzten Vorrundenspiel am Sonntag (14.30 Uhr) aus den zehn begehrten Plätzen und sind nun sogar auf fremde Hilfe angewiesen, wenn ihre Saison nicht schon am Sonntag enden soll.
Wie groß die Anspannung bei beiden Mannschaften angesichts der Bedeutung des Spiels war, das konnte man an den ersten zwölf Minuten ablesen. Kaum ein Pass kam beim Mitspieler an, die Partie wogte hin und her - bis David Sulkovsky die zerfahrene Anfangsphase mit einem Kunstschuss beendete. Aus spitzem Winkel bugsierte der 34-jährige Scorpions-Stürmer den Puck vorbei an Freund und Feind in den linken oberen Torwinkel. Doch die erhoffte Sicherheit brachte der Führungstreffer den Gastgebern nicht, die ohne den vor fünf Tagen nach einer Gehirnerschütterung zurückgekehrten Chris Herperger angetreten waren.
Zwar agierten sie mit dem Tor im Rücken etwas druckvoller, doch in der Defensive brannte es trotzdem immer wieder. Und zu Beginn der Mitteldrittels machte dann ausgerechnet der zuletzt bärenstarke Sascha Goc beim Ausgleich eine unglückliche Figur. Der Scorpions-Kapitän verpasste es, den Schläger des Straubingers Laurent Meunier bei einem Pass vor das hannoversche Tor zu blockieren - und so verlängerte der die Scheibe vorbei am chancenlosen Torhüter Dimitri Pätzold ins Netz (24. Minute).
Also begann das Nervenspiel der beiden Play-off-Kandidaten von vorne. Und erneut setzten die Hannoveraner den ersten Punch. Nachdem sie zunächst eine gut einminütige doppelte Überzahlchance ausgelassen hatten, schlug Martin Hlinka kurz darauf im nächsten Powerplay zu: Ein abgefälschter Schlagschuss von Goc landete genau auf dem Schläger des am langen Pfosten wartenden Slowaken. Und der hatte keine Mühe, zur erneuten Führung ins leere Tor einzuschieben (32.). Doch wieder schafften es die plötzlich viel zu passiven Scorpions nicht, den Vorsprung zu verteidigen. Schon fünf Minuten nach Beginn des Schlussabschnitts glich der ehemalige Hannoveraner Rene Röthke aus. Und es kam für die Gastgeber noch schlimmer.
Denn Straubing drängte in der Schlussphase mit aller Macht auf den Dreipunktesieg, den die Bayern unbedingt brauchten. Und schließlich landete der Puck in der letzten Minute tatsächlich noch einmal im Tor der Scorpions, die es kaum noch schafften, den Puck aus der eigenen Verteidigungszone zu befördern. Wie schon beim Ausgleich wurde diesmal Down vor dem Tor nicht gestört - und plötzlich war es ganz still in der Halle.
Tore: 1:0 (12:22) Sulkovsky (Hlinka, Ciernik), 1:1 (23:57) Meunier (Stewart, Kramer), 2:1 (31:41) Hlinka (Goc, Wilhelm bei 5-4), 2:2 (45:44) Röthke (Stewart, Meunier), 2:3 (59:01) Down (Germyn, Hussey) - Zuschauer: 4152 - Strafminuten: Hannover 6, Straubing 12 - Beste Hannoveraner: Sulkovsky, Wilhelm, Pätzold - Letztes Vorrundenspiel: Krefeld - Scorpions (Stg., 14.30 Uhr).
