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Kriegen Scorpions Finanzspritze aus Russland?
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Eishockey Kriegen Scorpions Finanzspritze aus Russland?

Auf den ersten Blick scheint es fast so, als müssten sich die Fans der Hannover Scorpions schon wieder Sorgen machen. Null Punkte, null geschossene Tore, letzter Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

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Klubbesitzer Günter Papenburg hat ein Herz für die Scorpions.

Quelle: Rainer Dröse/Archiv

Hannover. Da kommen Erinnerungen an die vergangene Saison auf, die die Hannoveraner erstmals in der Klubgeschichte als Schlusslicht beendeten. Doch das Bild ist stark verzerrt. Schließlich haben die Konkurrenten fast durchweg vier Spiele absolviert, die Scorpions tragen am Freitag dagegen erst ihre zweite Partie aus. Die Anhänger dürfen also durchaus auf eine bessere Zukunft hoffen. Und das nicht nur deshalb, weil ihre Mannschaft noch 51 Vorrundenspiele Zeit hat, das aktuelle Bild zu korrigieren. Auch in finanzieller Hinsicht könnte es Licht am Horizont geben: Nach HAZ-Informationen verhandelt Klubbesitzer Günter Papenburg intensiv mit dem russischen Unternehmer Sergej Egorow über dessen Einstieg bei den Scorpions.

Der Chef der in der Bau- und Ölbranche tätigen Firma Arcticmorgeo soll am Montag bereits zum zweiten Mal zu Gesprächen nach Hannover gekommen sein. Papenburg bestätigte lediglich, dass er derzeit Besuch von einer russischen Delegation habe. Einen Zusammenhang mit seinem Eishockey-Erstligisten wollte er aber nicht herstellen. „Wir haben Russen zu Besuch, aber die interessieren sich für Baumaschinen und nicht für Eishockey“, erklärte er knapp. Das trifft auf Egorow nicht zu. Ganz im Gegenteil. Der russische Milliardär gilt als „eishockeyverrückt“ und leistet sich sogar den Luxus, regelmäßig ein internationales Turnier für Traditionsmannschaften in St. Petersburg auszutragen, bei dem er als Kapitän der russischen Auswahl selbst die Schlittschuhe schnürt. Im vergangenen Jahr nahmen am „Arctic Cup“ mit Torhüter Ildar Mukhometov, Todd Warriner und Kerry Goulet auch drei ehemalige hannoversche Profis teil.

Gerüchte über den Einstieg von russischen Investoren bei den Scorpions hatte es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gegeben. Doch so ernsthaft wie diesmal waren die Gespräche wohl noch nie. Egorow will sich dem Vernehmen nach nicht nur an dem Klub, sondern auch an der TUI Arena beteiligen, in der die Scorpions ihre Heimspiele austragen. Darüber hinaus dürfte er mit dem in Osteuropa stark engagierten Bauunternehmer Papenburg auch in anderen Geschäftsbereichen eine Zusammenarbeit anstreben.

Für Papenburg könnte sich mit dem Einstieg von Egorow der Wunsch erfüllen, die finanzielle Belastung bei den Scorpions und der Arena auf mehrere Schultern zu verteilen. Zur neuen Saison hatte der 73-Jährige, der den Klub 2004 von Jochen Haselbacher übernommen und seitdem eine zweistellige Millionensumme in ihn investiert hatte, den Etat um etwa eine Million auf 4,2 Millionen Euro gesenkt. Erfolge wie die deutsche Meisterschaft 2010 sind angesichts dieser finanziellen Rahmenbedingungen aber kaum möglich.

Das könnte sich durch die Beteiligung des russischen Unternehmers ändern. Und langfristig dürfte für die Hannoveraner sogar der Einstieg in die russische Liga KHL ein Thema werden. An der nehmen bereits Klubs aus Kasachstan, Lettland, Weißrussland, der Ukraine, Slowakei und Tschechien teil. Ein Verein in Deutschland wird seit einiger Zeit gesucht.

dpa

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