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Marco Stichnoth verabschiedet sich bei den Scorpions

Nach 21 Jahren Marco Stichnoth verabschiedet sich bei den Scorpions

Marco Stichnoth war die Hannover Scorpions. Und die Scorpions waren Stichnoth. Damit ist nun Schluss, auch wenn sich niemand ihn ohne Eishockey vorstellen kann. Nach 21 Jahren hört er auf. Nach der beschlossenen Fusion mit den Wedemark Scorpions steht für Stichnoth fest, dass Schluss ist mit Eishockey. 

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„Mir wird auch ohne Eishockey nicht langweilig“: Marco Stichnoth hört nach 21 Jahren bei den Hannover Scorpions auf. Fotos: Imago, zN (2), Braun

Quelle: imago sportfotodienst

Hannover. 21 Jahre. Was nimmt jemand mit, der nach 21 Jahren mit etwas aufhört, für das er gelebt hat, mit großer Leidenschaft und viel Energie? Marco Stichnoth war 21 Jahre die Hannover Scorpions. Und die Scorpions waren 21 Jahre Marco Stichnoth. Es gab große Erfolge, Rückschläge, Enttäuschungen, aber Stichnoth, der in dieser Zeit Geschäftsführer und Manager und Sportlicher Leiter war, sagt: „Ich möchte nichts missen. Es war eine unheimlich positive Zeit.“

Am Sonntag hatten die Hannover Scorpions in der Langenhagener Eishalle ihre Saison-Abschlussfeier. Es war gleichzeitig Stichnoths Abschiedsfeier, denn nach der beschlossenen Fusion mit den Wedemark Scorpions steht für Stichnoth fest, dass Schluss ist mit Eishockey. Auch wenn sich keiner, wirklich keiner, Stichnoth ohne Eishockey vorstellen kann.

„Das war ein überragender Abschied, den mir die Fans und die Spieler bereitet haben. Dafür ein riesiges Dankeschön“, sagt der 51-Jährige, der auch am Tag danach noch gerührt war, obwohl er kein Freund von Sentimentalitäten ist. „Die Scorpions sind ja nicht gestorben.“ Und bis zum Sommer hat er schließlich noch etwas zu tun, „denn ich will helfen, die Scorpions vernünftig zu überführen“.

Helfen beim Neustart

Spieler, Sponsoren und jede Menge andere Dinge, an die gedacht werden muss: Wenn aus zwei Mannschaften eine wird, dann ist viel zu erledigen. „Ich kann ja jetzt nicht sagen: ,Hier macht mal‘.“ Das wäre nicht seine Art nach so vielen Jahren. Stichnoth will den Hannover Scorpions in Mellendorf zu einem „guten Neustart“ verhelfen. Erst dann ist es endgültig vorbei.

Wer jetzt denkt, dass es ein bitterer Abschied sein muss, der täuscht sich. „Ich bin nicht sauer, sondern froh. Die Haselbachers haben ihre eigene Philosophie, und das ist völlig in Ordnung. Ich weiß die Scorpions in guten Händen.“

Nach dem Verkauf der Lizenz für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) an die Schwenninger Wild Wings im Jahr 2013 hatten die Scorpions in Langenhagen in der Oberliga wieder klein anfangen müssen. Stichnoth blieb ihnen treu. „Das Wichtigste war, die Scorpions am Leben zu erhalten.“

Die Hannover Scorpions haben für Stichnoth ein Video zusammengeschnitten mit großartigen Szenen aus der DEL-Zeit, die 2010 gekrönt wurde mit der sensationellen Meisterschaft. Zahlreiche Weggefährten kommen in dem Video zu Wort und sind voller Lob für Stichnoth. Auch Hans Zach, der Meistertrainer von vor sieben Jahren, richtet sich in dem Video „an Marco“.

Komplimente von Zach

Zach, Spitzname „Alpenvulkan“, ist für diplomatische Floskeln nicht unbedingt berühmt geworden. Zum Anfang sagt er, dass Stichnoth „das sehr gut gemacht hat“. Für einen wie Zach ist bereits das ein Riesenkompliment. Aber dann sagt Zach über Stichnoth, der von 2002 bis 2004 gleichzeitig auch Teamleiter der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft war, einen weiteren, bemerkenswerten Satz: „Du warst der beste Sportliche Leiter, den ich je hatte.“

Stichnoth hat sich das angehört.„Das ist Gänsehaut pur“, sagt er. „Wir haben die Scorpions in schwierigen Zeiten zusammen gerockt“, sagt er. Nicht immer ohne Probleme, wie es halt so ist, wenn zwei Sturköpfe aufeinanderprallen. „Wir haben auch Nase an Nase gestanden“, erzählt Stichnoth. „Aber es war immer ein gesunder Kampf um die Sache.“ Einmal, als es darum ging, ob der Spieler Thomas Dolak gehen (Zachs Meinung) oder bleiben soll (Stichnoths Meinung), führte das dazu, „dass wir drei Monate nicht miteinander gesprochen haben“. Dolak schoss im entscheidenden Finalspiel 2010 gegen die Augsburger Panther das spielentscheidende Tor zum 3:2. „Das ist auch meiner Sturheit zu verdanken“, sagt Stichnoth.

Alle diese Erinnerungen sind in Stichnoths Kopf noch einmal herumgepurzelt. Auch ohne Eishockey wird er gut ausgelastet sein. Er betreibt weiter die Herzblut-Bar in Langenhagen, die Vereinsgaststätte des MTV Mellendorf hat er zu einem Restaurant erweitert, „in dem es brummt“. Den früheren 96-Profi Frank Hartmann unterstützt er im Soccer-Park.

Stichnoth freut sich aber auch auf mehr Zeit für die Familie. „Meine Kinder kennen mich ja am Wochenende gar nicht. Außer am Sonnabend zum Einkaufen.“

Kommentar: Schwerer Abschied nach 21 Jahren

Die Hannover Scorpions ohne Marco Stichnoth? Daran wird man sich erst einmal gewöhnen müssen. Er hat diesen Verein 21 Jahre lang geprägt. Die Bar in der Eishalle in Langenhagen hat er Herzblut genannt. Das kann kein Zufall sein, denn genau das hat Stichnoth für seinen Verein und seine Idee vom Eishockey mitgebracht: Herzblut. Auch wenn man noch nicht glauben mag, dass er in Zukunft ganz vom Eishockey lassen kann: Wenn es wirklich so sein sollte, dann verlieren dieser Sport und die Region Hannover einen echten Typen. Und einen exzellenten Fachmann für das schnelle Spiel mit dem Puck.

Stichnoth hatte sich der Sache Scorpions derart verschrieben, dass für ihn ein Seitenwechsel nie infrage gekommen wäre. Stichnoth bei den Hannover Indians? Das hätte er niemals gemacht, er hätte es vermutlich als Verrat an seiner Scorpions-Idee empfunden. Man kann das dickköpfig nennen oder treu, eines ist es auf jeden Fall: konsequent. In Zeiten, in denen im Sport Spieler und Manager sehr wandelbar sind in ihren Meinungen, ist das ein seltenes Gut. Der 51-Jährige hat manchmal provoziert und notfalls auch die eigenen Fans mal überrascht mit seinen Äußerungen. Aber er hat sich nie verbiegen lassen.

Sein Spruch, dass es am Pferdeturm „verbrannte Bratwürste“ gibt, sorgte damals für große Aufregung, auch wenn die Indians-Fans cool konterten und in einem späteren Derby die „Stichnoth-Bratwurst (schwarz)“ mit 50 Cent Aufschlag verkauften. Was viele nicht wissen: Stichnoth hat sich immer wieder bemüht, dass die Rivalität zwischen Indians und Scorpions eine sportliche bleibt. Stichnoth musste sich mit Scorpions-Besitzer Günter Papenburg und Trainer Hans Zach arrangieren. Sturköpfe wie er. Da hat es auch mal gerummst, aber am Ende stand mit dem DEL-Titel 2010 einer der sensationellsten Erfolge in Hannovers Sportgeschichte.

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