Ben Cottreau (2.v.li.) jubelt nach seinem Treffer zum 2:1.
In der 44. Minute hatte Nikolaus Mondt seinen großen Auftritt. Als sich bei einer angezeigten Strafzeit gegen die Kassel Huskies fast alle Spieler vor dem Tor der Hessen versammelt hatten, behielt der Stürmer der Hannover Scorpions den Durchblick. Mit einem Traumpass quer durch das Gewühl hindurch bediente er den am hinteren Pfosten lauernden Andy Reiss. Und der Nationalverteidiger hatte keine Mühe, den Puck zum vorentscheidenden 3:1 für die Scorpions ins Netz zu befördern, die den Tabellenletzten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) letztlich mit 3:2 (1:0, 1:1, 1:1) besiegten und damit drei enorm wichtige Punkte im Kampf um die direkte Viertelfinal-Qualifikation holten.
Ausgerechnet Mondt scheint in der entscheidenden Saisonphase zum Punktegaranten für die Hannoveraner zu werden, die sich durch den Sieg auf den 6. Tabellenplatz vorschoben. Bereits am Sonntag hatte der 31-Jährige, dessen Vertrag bei den Scorpions noch bis zum Sommer 2012 läuft, beim 4:2 über die Hamburg Freezers mit seinem Unterzahltreffer zum zwischenzeitlichen 2:1 die Weichen auf Sieg gestellt.
Und auch gestern durfte sich der Angreifer, der sich eigentlich eher durch die Stärken einer unermüdlichen, aber zumeist eben auch unauffälligen „Arbeitsbiene“ auszeichnet, als einer der Väter des Sieges fühlen. Denn alle drei Treffer der Scorpions gingen auf das Konto der 4. Angriffsformation mit Mondt, Martin Hlinka und Sachar Blank.
Irgendwie war es gestern aber auch ein Stück weit bezeichnend, dass es eben diese Reihe war, die mit ihren Treffern für die Entscheidung sorgte. Denn bis die drei Punkte letztlich gesichert waren, mussten die 3709 Zuschauer in der TUI Arena gehörig zittern. Die Profis des Schlusslichts, für die der Tag mit dem Schock des Verlusts ihrer Schlittschuhe und der Mannschaftskasse durch einen nächtlichen Einbruch in der heimischen Eishalle begonnen hatte, machten den Gastgebern das Leben nämlich lange Zeit sehr schwer. Immer, wenn es so aussah, als sollten die Scorpions das Spiel endgültig im Griff haben, kamen die Hessen noch einmal zurück.
In der Schlussphase drängten die Gäste sogar noch mit einem sechsten Feldspieler auf den erneuten Ausgleich. Doch die Hannoveraner hielten mit Glück und Geschick den knappen Vorsprung, der ihnen für die letzten fünf Vorrundenspiele eine sehr gute Ausgangsposition verschaffte. Und das gute Gefühl, dass die Scorpions in knappen Spielen auch auf wichtige Tore ihrer 4. Sturmformation bauen können, gab es als Bonus noch obendrauf.
Tore: 1:0 (12:54) Brimanis (Mondt, Blank), 1:1 (25:10) Sleigher (Klinge, Kramer), 2:1 (27:18) Cottreau (Brimanis, Mondt bei 5-4), 3:1 (43:56) Reiss (Mondt, Hlinka bei 6-5), 3:2 (54:51) Kraft (Soares)
Zuschauer: 3709
Strafminuten: Hannover 8, Kassel 14 plus 10 für Soares
Beste Hannoveraner: Nikolaus Mondt, Martin Hlinka und Sachar Blank
Nächstes Spiel: Nürnberg Ice Tigers - Hannover Scorpions (Fr., 19.30 Uhr).
Neuzugang für Hannover Scorpions: Der amerikanische Stürmer Ryan Maki hat beim deutschen Eishockeymeister einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Zuvor hatte er zur Probe vorgespielt. mehr