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Olympia 2016
Auch Trajdos raus: Deutsche Judokas enttäuschen

Olympia Auch Trajdos raus: Deutsche Judokas enttäuschen

Die deutschen Judokas müssen in Rio weiter auf Erfolge warten. Von den sieben bisherigen Athleten schafft es keiner ins Viertelfinale, auch die Medaillenhoffnung Martyna Trajdos scheitert. DJB-Präsident Peter Frese wertet das bisherige Abschneiden als "Enttäuschung".

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Martyna Trajdos hat den Einzug ins Viertelfinale verpasst.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. Nach über der Hälfte der Judo-Entscheidungen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fällt das Fazit der deutschen Athleten ernüchternd aus.

Ex-Europameisterin Martyna Trajdos und Sven Maresch scheiterten in Rio schon in ihrem ersten Kampf - von bislang sieben deutschen Judokas schaffte es damit keiner ins Viertelfinale. "Wir brauchen keine Ausreden finden, unser Abschneiden ist eine Enttäuschung bisher", sagte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), Peter Frese.

Mehrere Medaillen wollten die Judokas in Rio gewinnen, in den ersten vier Tagen war kein Athlet auch nur in der Nähe. "Die Mannschaft, die Bundestrainer, alle haben mehr erwartet", sagte Frese der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem Trajdos enttäuschte in der Klasse bis 63 Kilogramm. Die vor den Spielen als Medaillenkandidatin gehandelte Hamburgerin verlor ihren ersten Kampf gegen die Brasilianerin Mariana Silva. "Sie hat wirklich einfallslos gekämpft", kritisierte Frese.

Dazu kamen Irritationen um einen Dopingtest, den Trajdos im Juni im Trainingslager in Frankreich abgelehnt hatte. Nach Angaben des DJB war bei einem internationalen Trainingslager eine französische Kontrolleurin ohne offizielle Akkreditierung aufgetaucht. Auch Olympiasiegerin Majlinda Kelmendi war betroffen. Der Internationale Judo-Bund (IJF) erklärte am Dienstag, die Kontrollen seien eine Woche später nachgeholt worden und hätten negative Ergebnisse ergeben.

Gegen Silva, die von den Zuschauern lautstark unterstützt wurde, gelang Trajdos keine Wertung. Nach dem Aus war sie laut Frauen-Bundestrainer Michael Bazinsky sehr niedergeschlagen: "Da kommt der ganze Frust raus, da bricht eine ganze Menge zusammen."

Bazinsky sah die Gründe für das frühe Aus von Trajdos vor allem in den aus seiner Sicht ungerechten Entscheidungen der Schiedsrichterin. "Martyna ist deutlich benachteiligt worden", schimpfte er. "Sie ist klar die Bessere und verliert den Kampf, und das ist bitter. Das tut mir vor allem für die Athletin leid." Trajdos verlor durch Strafpunkte - aus Sicht von Bazinsky ungerechtfertigt.

Einen schwachen Tag erwischte auch Sven Maresch in der Klasse bis 81 Kilogramm. "Er hat einfach nicht gekämpft", kritisierte Frese nach dem Kampf, den Maresch gegen Sergiu Toma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten durch Strafpunkte verlor. "Das war eine ganz schwache Leistung, da gibt es nichts schönzureden."

Vor den Augen von Ole Bischof, der 2008 in Peking in der Klasse von Maresch Deutschlands bislang letzter Judo-Olympiasieger geworden war, mussten die deutschen Athleten in Rio de Janeiro daher eine weitere Enttäuschung hinnehmen.

dpa

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