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Olympia 2016
Biedermanns trauriges Olympia-Triple

Olympia Biedermanns trauriges Olympia-Triple

Weltmeister Koch unterstreicht seine Medaillenambitionen, Europameisterin Hentke sieht sich auf einem guten Weg. Am Tag nach dem traurigen Olympia-Hattrick von Paul Biedermann wird im deutschen Team wieder auf Medaillen gehofft.

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Der Doppel-Weltmeister von 2009 verpasste in seinem letzten Einzelrennen bei Sommerspielen eine Medaille.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. Mit allerletzter Kraft kämpfte Paul Biedermann um sein olympisches Happy End - und verließ die imposante Schwimm-Arena danach mit einem Lächeln.

Nach der verpassten Medaille im Einzelrennen führte der Weltrekordler die deutsche Freistil-Staffel mit Wut im Bauch als Vierte ins Finale über 4 x 200 Meter. Am Mittwoch ist die große Karriere dann beendet. "Das Einzelrennen ist mir noch einige Male durch den Kopf gegangen. Wie ich es auch drehe und wende, ich habe alles gegeben", bilanzierte Biedermann im ARD-Interview.

Lockerer als "Krieger Paul" wirkten zwei andere Hoffnungen. Weltmeister Marco Koch unterstrich mit einem souveränen Vorlaufauftritt Ambitionen auf die erste Einzelmedaille eines deutschen Schwimmers seit 2000. "Es hat sich ganz gut angefühlt", sagte der 26-Jährige. Über 200 Meter Brust kam Koch nach 2:08,98 Minuten als Fünfter problemlos weiter. "So richtig aufgedreht hat wahrscheinlich noch keiner", sagte er.

Auch Franziska Hentke musste nicht ans Maximum gehen. Die Europameisterin schwamm über 200 Meter Schmetterling in 2:07,59 Minuten die neuntbeste Zeit. "Es wird wahrscheinlich so eng wie noch nie", prognostizierte die Weltjahreszweite.

Chefbundestrainer Henning Lambertz ballte bei den Vorläufen im Olympic Aquatics Stadium zwischenzeitlich sogar begeistert die Faust und schrie seine Freude heraus. Eine Medaille würde Mannschaft, Verband und auch ihm sehr gut tun. "Heute war ein Tag, an dem das Team gezeigt hat, was es für eine Stärke hat", sagte Lambertz.

Medaille hin oder her: Auf die große Karriere von Biedermann wird in Rio auf jeden Fall angestoßen. "Klar werden wir hier ein Bier zusammen trinken. Und ich gehe davon aus, dass wir vor Ort die Olympischen Spiele noch ein bisschen genießen können", versicherte Trainer Frank Embacher in der Nacht des großen Olympia-Frusts.

Auch im dritten und letzten Anlauf wurde es für den Weltrekordler beim Sieg des Chinesen Sun Yang auf Rang sechs über 200 Meter Freistil nichts mit der Olympiamedaille. "Das war das Maximum", sagte Biedermann.

Nun ist Koch vier Jahre nach der olympischen Nullnummer von London der größte Anwärter auf einen Einzelerfolg, der Biedermann wieder nicht glückte. "Der große Traum, die Medaille, ist nicht in Erfüllung gegangen", seufzte Embacher.

Für seine tolle Karriere erhielt Biedermann schon vor dem letzten Rennen viel Lob: Ob vom Chefbundestrainer, dem deutschen Olympioniken-Chef oder von der Ex-Freundin. "Einer der größten deutschen Schwimmer verlässt die Bühne", erklärte Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen. "Aus dem Herzen gesprochen: Paul, du bist ein unerschrockener Krieger im Wasser. Ob mit oder ohne olympische Medaille, du bist ein großer Sportler, ein großes Vorbild."

Bei der WM 2009 stieg Biedermann zu den Großen seiner Sparte auf: Zwei WM-Titel feierte er in Rom in Weltrekordzeit - und im Hightech-Anzug wurde sogar US-Megastar Michael Phelps mit mehr als einer Sekunde Vorsprung düpiert.

Insgesamt gewann der "Sportler des Jahres 2009", dessen internationale Laufbahn so richtig mit dem EM-Titel 2008 begonnen hatte, bei Weltmeisterschaften auf der Langbahn neben den beiden Goldmedaillen noch dreimal Bronze und einmal Silber. Nur bei Olympia ging er eben dreimal leer aus. "Er war einer der ganz großen Athleten im Schwimmsport des vergangenen Jahrzehnts oder auch länger", erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Biedermann freut sich schon lange auf die Zeit nach der Karriere. Der Heavy-Metal-Fan will spontaner sein, Konzerte besuchen, nicht mehr penibel auf alles achten müssen, auch mal einen Schnupfen riskieren können. Dass er sofort nach dem missglückten Einzelrennen die Staffel ins Visier nahm, statt sich öffentlich groß zu grämen, spricht für den bemerkenswerten Sportsgeist.

"Er hat direkt die richtige Reaktion gezeigt", lobte Lambertz. Der Chefbundestrainer muss sein Team auf die Zeit ohne "eine Ikone des deutschen Schwimmsports" einstellen. Und das wird schwer: Denn als einziger deutscher Schwimmer schaffte Biedermann an den ersten drei Wettkampftagen in Rio eine Finalteilnahme. Die von ihm angeführte Staffel sorgte für Nummer zwei. Beim Olympia-Desaster von London waren es zu diesem Zeitpunkt schon vier.

Noch siezt Biedermann seinen Trainer Embacher, der ihn seit Januar 2002 betreut. Ob das nach dem Bierchen in Brasilien anders wird? Abwarten! Eines aber steht von Donnerstag an für Britta Steffen fest: "Die Schwimmhose wird durch Badeshorts ersetzt."

dpa

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