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Olympia 2016
"Brasilien pur" im Maracanã: Start der Samba-Spiele

Olympia "Brasilien pur" im Maracanã: Start der Samba-Spiele

Von der Kolonialzeit bis zum bunten Leben in den Favelas. Und natürlich Samba. Die Olympischen Spiele in Rio werden mit einer bunten Show eröffnet. Spannend wird der Empfang für zwei Herren.

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Entzündet Pelé das olympische Feuer?

Quelle: Antonio Lacerda

Rio de Janeiro. Wird es Pelé? Die Fußballlegende, vom Internationalen Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts gekürt, hat selbst bestätigt, dass er ein Kandidat für das Entzünden des olympischen Feuers ist.

Ausgerechnet im Maracanã: Hier schoss der heute 75-Jährige gegen Vasco da Gama am 19. November 1969 für den FC Santos sein 1000. Tor - ein Elfmeter, das war egal. Heute kann in den Katakomben ein Denkmal zu Ehren dieses Moments besichtigt werden.

Aber die Herren der Eröffnungsfeier geben sich zugeknöpft, kein Kommentar, ob Pelé der letzte der 12 494 olympischen Fackelträger sein wird. Endlich geht es los, Rio de Janeiro eröffnet die XXXI. Olympischen Sommerspiele, nach all den Problemen und Dopingskandalen sind es Spiele, die einer Wundertüte gleichkommen - die Eröffnungsfeier wird ein wichtiger Gradmesser. Brasilien wird das zeigen, was es auszeichnet: Lebensfreude, Buntheit, Musik, Schönheit.

Grün wird die dominierende Farben im Stadion sein. Am Anfang steht bei der Eröffnung der "Garten": "Wir sind der letzte natürliche Garten der Welt", meint der Produzent Abel Gomes mit Blick auf Regionen wie das Amazonasgebiet. Das zweite Thema wird die Vielfalt: Indigene, Schwarze, Weiße, das friedliche Zusammenleben von Kulturen und Religionen. Drittes Thema wird die Lebensfreude in Brasilien. 

Es soll auch eine klare politische Botschaft geben - zum Kampf gegen den Klimawandel. "Wir müssen aufhören, unsere Heimat, den Planeten, zu attackieren", sagt der künstlerische Direktor, der Filmregisseur Fernando Meirelles, bekannt durch das Favela-Drama "City of God". 

Brasilien pur - dazu gehört auch die Musik und das Model Gisele Bündchen (36). Sie könnte laut Spekulationen als heutige Version des "Girls from Ipanema" bei der Eröffnungsfeier auftauchen, jene Schönheit vom Strand, der Tom Jobim den berühmten Bossa-Nova-Klassiker widmete.

Nach der Nationalhymne sollen die Zuschauer auf eine große Zeitreise geschickt werden, berichtet das Portal "O Globo". Angefangen von den indigenen Völkern, die das Land, die Weiten des Amazonasgebietes bewohnten, und nach der Ankunft der portugiesischen Kolonialherren immer weiter zurückgedrängt wurden. Riesige Schiffe sollen angeblich eine Rolle spielen, mit Blick auf die heutige Zeit soll auch das bunte Leben etwa in den Favelas spielerisch thematisiert werden.

Dabei sind auch einige Samba-Schulen, darunter der Gewinner des diesjährigen Karnevals, Mangueira. Besuch bei der Abschlussprobe, eine riesige Halle in der Nähe des Maracanã. Es ist unbeschreiblich laut, die "Bateria Mangueira", die mehrere hundert Leute starke Samba-Kapelle, trommelt sich warm, junge Frauen tanzen 100 Meter entfernt auf Hochtouren mit wahnsinnig schnellen Trippelbewegungen. "Eine Minute, das ist schrecklich, da müsst ihr jetzt durch", ruft Lehrerin Queila Mara. Es wird mächtig geschwitzt, Samba tanzen kann sehr harter Sport sein. Bis zu 5000 Tänzerinnen und Tänzer sind beim Karneval dabei. Bei der Olympia-Eröffnung werden von Mangueira rund 70 Mitglieder zu sehen sein.

Beobachter der Generalprobe sprechen von einer großen Show - trotz Spardrucks. Über die genauen Kosten schweigt man sich aus, Geldmangel sei mit kreativen Ideen übertüncht worden, heißt es. Es sind strenge Einlasskontrollen durch das Militär geplant, der Tag wurde kurzerhand zum Feiertag erklärt, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Die Zahlen der Show sind beeindruckend: drei Jahre Vorbereitung, 12 000 Kostüme, 5000 Freiwillige, 3000 Kilo Feuerwerk. Zur Feier werden 45 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter Frankreichs Präsident François Hollande. Bundespräsident Joachim Gauck musste kurzfristig wegen einer Zahn-Operation absagen.

Für zwei Ehrengäste dürfte es spannend werden: Muss IOC-Präsident Thomas Bach nach seinem grünen Licht für Russlands Olympia-Start mit Pfiffen rechnen? Gleiches gilt für Brasiliens Interimspräsident Michel Temer, der bisherige Vize hatte sich mit der Opposition verbündet. Staatschefin Dilma Rousseff wurde unter fragwürdigen Umständen suspendiert, nach Olympia soll sie endgültig des Amtes enthoben werden. So kann Temer die Spiele eröffnen. Rousseff hat nur ein Wort für ihn: "Verräter". Angeblich soll mit dem sofortigen Einspielen von Musik nach seiner kurzen Ansprache ein mögliches Pfeifkonzert unterbunden werden.

dpa

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