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Olympia 2016
Britische Rio-Helden - "Dieser Erfolg ist kein Zufall"

Olympia Britische Rio-Helden - "Dieser Erfolg ist kein Zufall"

Vier Jahre nach den Spielen in London haben die Briten in Rio gute Chancen, ihren Olympia-Erfolg von 2012 zu toppen. Möglich macht es die staatliche Förderung, von der jedoch nicht alle Athleten profitieren.

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Max Whitlock gewann Gold im Bodenturnen.

Quelle: Foto: Lukas Schulze

London. Es war wirklich ein "Super Sunday" für die britischen Athleten. Die heimische Presse verfiel einheitlich in Euphorie, nachdem Großbritannien durch die Erfolge von Max Whitlock, Andy Murray und anderen Athleten an China vorbei auf Platz zwei des Medaillenspiegels gerückt war.

Fünf Goldmedaillen allein am Sonntag ließen die Menschen vor den Fernsehbildschirmen und bei den zahlreichen Public Viewings in London jubeln. Nach den erfolgreichen Sommerspielen 2012 im eigenen Land sind die Briten in Rio auf einem guten Weg, den Erfolg von London zu übertreffen. Das wäre beachtlich, weil bisher keine der 17 Nationen, die seit dem Zweiten Weltkrieg die Spiele ausgerichtet hat, vier Jahre später besser platziert war als zuvor im eigenen Land.

Britische Medien machen unter anderem die gute Stimmung und den Zusammenhalt im "Team GB" als Erfolgsfaktoren aus. Doch die Antwort liegt wohl eher in der nationalen Sportförderung, um die sich die staatliche Agentur "UK Sport" kümmert.

Die 1997 gegründete Organisation verwaltet umfangreiche Fördergelder, die überwiegend durch die britische Lotterie generiert werden. "Dieser Erfolg ist kein Zufall", stellt Simon Timson, Direktor von "UK Sport", klar. "Das ist das geplante Ergebnis unserer Maßnahmen - das Ergebnis von konsequenter, schlüssiger und gezielter Investition der Lotterie."

Für den aktuellen Förderzeitraum von 2013 bis 2017 stellt "UK Sport" dem Olympischen und Paralympischen Sport fast 400 Millionen Euro zur Verfügung. Einzelne Athleten werden nach Recherchen des Daily Telegraph mit bis zu 75 000 Euro im Jahr gefördert. Dazu investiert "UK Sport" in Betreuung und Infrastruktur, also Trainer, Ausrüstung, Trainingszentren und Ärzte. Und in Talentscouts, die sich um den olympischen Nachwuchs kümmern.

Allerdings variiert die Verteilung der Gelder unter den Sportarten stark - die Kehrseite der Medaille. In erfolgreiche Disziplinen wird noch mehr investiert. Das Budget für Sportarten, die 2012 ihr Medaillenziel verfehlten, wurde hingegen gekürzt. "Brutal und effektiv" nennt die Zeitung "The Guardian" dieses Prinzip. Doch weil es offenbar aufgeht, sind die kritischen Stimmen momentan ziemlich leise.

Großbritannien feiert lieber seine Helden in Rio und ihren Rekordtag. Der Daily Mirror nannte es die "Super-Sonntags-Medaillen-Beute". Die Daily Mail sprach von einem "atemberaubenden Tag", der Daily Telegraph gar vom "größten Tag für das Team GB". Im Fußball-verrückten England hatte Olympia sogar den ersten Spieltag der Premier League von den Titelseiten verdrängt.

Simon Timson ist überzeugt, dass es in der zweiten Olympia-Woche so weitergeht. Ob die Briten ihr ursprüngliches Ziel von 48 Medaillen erreichen, ist bei derzeit 41 Medaillen-Erfolgen (einem mehr als 2012 zu diesem Zeitpunkt) keine Frage mehr. Das Ziel ist jetzt die 65-Medaillen-Marke von London zu knacken.

dpa

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