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Olympia 2016
Caipi und Bolt-Sieg als Belohnung für Scheders Qualen

Olympia Caipi und Bolt-Sieg als Belohnung für Scheders Qualen

Zwischen Freud und Leid lagen nur 0,033 Punkte. Auch zu ganz später Stunde versuchte Sophie Scheder, die so knapp unterlegene Teamgefährtin Elisabeth Seitz mit herzlichen Worten aufzubauen. Scheders Eltern feierten Bronze auf der Silberhochzeitsreise.

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Sophie Scheder präsentiert stolz ihre Bronzemedaille.

Quelle: Lukas Schulze

Rio de Janeiro. Mit einem Becher Caipi in der Hand genoss Sophie Scheder vor dem Fernseher im Deutschen Haus von Rio den Gold-Sprint ihres Idols Usain Bolt. Dabei hielt sie immer wieder ihre Bronzemedaille in die Luft, die sie zuvor so unvermittelt gewonnen hatte.

Und auch die knapp unterlegene Vierte Elisabeth Seitz schöpfte im Kreise der Familie wieder Mut für einen neuen Angriff in vier Jahren.

"Ich kann es immer noch nicht fassen. Es wird noch eine Zeit lang dauern, bis ich das wirklich begreifen werde", schilderte Scheder ihre Glücksgefühle am Morgen nach dem Erfolg. Schon am Vorabend hatte die 19-jährige Chemnitzerin einen stundenlangen Interview-Marathon absolviert. Erst eine Stunde vor Mitternacht fiel sie ihren Eltern in die Arme, für die Bronze das schönste Geschenk zur Silberhochzeit war. "Mental habe ich sie noch nie so stark erlebt", sagte Vater Harald. Und Mutter Andrea machte noch einmal deutlich, dass eigentlich "schon Platz fünf das Optimum für ihre Tochter gewesen" wäre.

Doch nach "der besten Leistung ihrer Karriere" - so Heimtrainerin Gabi Frehse - kam auch noch ein wenig Glück dazu. "Ich habe nur noch geheult", berichtete Scheder über den Moment, in dem die Überraschung perfekt war. Mit einem Gläschen Sekt hatten Eltern und Trainerin schon vor der nächtlichen Party den Triumph begossen.

Scheder indes war in der "Casa Alemao" mit Postern begrüßt worden, auf denen unter ihrem Foto stand: "Du turnst uns an". Schließlich hatte sie am Stufenbarren für den ersten deutschen Medaillengewinn bei Olympia seit 28 Jahren gesorgt. In ihrer Wahlheimat Chemnitz wurde am Rathaus ein Plakat aufgehängt, berichtete Scheder am Montag. "Ich finde es super, dass die Stadt so hinter uns steht", meinte Scheder.

Doch auch die unglückliche Verliererin stand mit ihr im Rampenlicht. Elisabeth Seitz, das Gesicht des deutschen Frauen-Turnens seit vielen Jahren, hatte die Enttäuschung am Montag schon ein wenig heruntergeschluckt. Nur 0,033 Punkte fehlten ihr zu Bronze: "Ein Hauch von Nichts", wie sie selber sagte, oder ein "ziemlich blöder Moment", wie Scheder meinte.

"Ich lasse die Übung immer wieder Revue passieren. Und immer wieder komme ich zu dem Schluss: Du hast eine Weltklasse-Übung geturnt", sagte Seitz, die sich dem Beistand der Familie in der nicht leichten Stunde sicher sein konnte. "Es wäre gelogen, wenn ich nicht zugeben würde, dass wir alle enttäuscht sind", gestand Mutter Claudia, die für die ganze Familie die nicht gerade billigen Tickets für rund 200 Euro pro Kopf spendiert hatte.

Seitz' elfjähriger Bruder Gabriel versuchte, sich mit einem Tischtennis-Match gegen Fecht-Star Britta Heidemann im Deutschen Haus ein wenig abzulenken. "Ich bin schon ein bisschen traurig", räumte der Blondschopf ein. Er hatte extra das Shirt mit der Aufschrift "Ich bin ein Fan von Elisabeth Seitz" angezogen, das er schon trug, als diese 2011 in Berlin Vize-Europameisterin geworden war.

Zu später Stunde rutschte dann auch noch Cheftrainerin Ulla Koch ein Geständnis heraus: "Ich habe schon vor zwei Tagen nachts von der Medaille geträumt", gab sie in der Feierrunde zu. "Aber sie hing da bei Eli um den Hals, nicht bei Sophie. Eigentlich hätten sie wirklich beide verdient." Dies wäre jedoch bei Olympia selbst bei Punktgleichheit aufgrund der Tiebreak-Regeln nicht möglich gewesen. Nach dem Super-Auftritt der deutschen Turnerinnen in Rio hofft Spordirektor Wolfgang Willam nun auf einen neuen Hype: "Diese Bilder von einem so harmonischen Team werden eine Initialzündung sein."

dpa

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