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Olympia 2016
DOSB-Chef: "Medaillenspiegel nicht Maß der Dinge"

Olympia DOSB-Chef: "Medaillenspiegel nicht Maß der Dinge"

Dank des starken Endspurts der Rennkanuten hat das deutsche Olympia-Team sein Medaillenziel in Rio fast noch erreicht. Doch DOSB-Chef Hörmann will das Abschneiden nicht daran festmachen. Er nimmt den Verbänden die Angst mit Blick auf die Leistungssportreform.

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei der Pressekonferenz im Deutschen Haus.

Quelle: Felix Kaestle

Rio de Janeiro. Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) blickt trotz voraussichtlich verfehlter Medaillenvorgabe in Rio optimistisch in die Zukunft.

Er sieht Russland als "großen Verlierer" der Spiele" und fordert international einen weltweit härteren Kampf gegen Doping. Bei der Abschluss-Pressekonferenz im Deutschen Haus stellte er sich den Fragen.

Wie fällt Ihre deutsche Bilanz aus? Muss man sich Sorgen um den deutschen Sport machen?

Alfons Hörmann: 50 Prozent mehr Gold als in London ist nicht so schlecht. Mit dem "Schicksal" würden manche gerne tauschen. Wir müssen den beschrittenen Weg weitergehen. Ich bin überzeugt, dass viele im deutschen Sport das auch so sehen. Sie werden mit hochgekrempelten Ärmeln zurückkommen.

Die bereits auf dem Weg gebrachte Leistungssportreform sorgt in vielen Fachverbänden für eine gewisse Unsicherheit. Woher kommt dieses Gefühl?

Hörmann: Ich vernehme seit Tagen, dass der Leistungsport in Deutschland eine gewisse Angst hat. Ich verspüre keine Angst, es ist schlichtweg Vorfreude, auf das was kommt. So sehe ich es auch in den Verbänden, mit denen reden wir genauso. Alle Gremien haben klar und deutlich gemacht, wir wollen eine Reform, keine Revolution, sondern eine Evolution. Dort, wo es nicht läuft, müssen wir tiefergehend analysieren.

Werden da einige Verbände nicht auf der Strecke bleiben?

Hörmann: Am Ende muss es so sein, dass die Leistungsstarken und Fähigen von solch einer Reform profitieren. Und bei den Leistungsschwachen müssen wir abwarten, ob sie gewillt sind, zu den Leistungsstarken hinzukommen zu wollen. Die Reform ist ja für 2024 und 2028 langfristig ausgerichtet.

Wo sehen Sie Deutschland im internationalen Maßstab?

Hörmann: Wenn man sich den aktuellen Leistungsstand weltweit anschaut, wird das Niveau weiter steigen. Es gibt zwei klare Sieger: die USA an der Spitze und dann Großbritannien. Das sind dort noch die klaren Effekte der Heimspiele von London. Da haben sie ein klar besser erkennbares Leistungsniveau und die Prognose von den Heimspielen 2012 hier in Rio mindestens gehalten. Der große Verlierer ist Russland und das zurecht. Wir haben den deutschen Weg, neben dem Medaillenkampf sauber und mit Fairplay an den Start zu gehen. Der Medaillenspiegel ist nicht Maß der Dinge. Jeder Dritte aus dem deutschen Team kehrt als Medaillengewinner nach Deutschland zurück. Sie bringen die olympische Idee, den Charakter an die Basis zurück. Da spielt der Mannschaftssport eine bedeutende Rolle.

Was muss jetzt im internationalen Anti-Doping-Kampf passieren, auch durch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA?

Hörmann: Ich habe den internationalen Dopingkampf vorher schon kritisiert. Mein Weltbild von der WADA hat sich hier noch mal verändert und dramatisch verschlechtert. Mich wundert an der einen oder anderen Stelle nichts mehr. Die WADA hat kein Finanzierungsproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.

Gibt es denn keine Fortschritte?

Hörmann: Doch, beim Gewichtheben. Der Weltverband hat nun Beschlüsse auf einrucksvolle Art auf dem Weg gebracht. Wenn das, was die Exekutive beschlossen hat, zur Zensur kommt, dann haben sie die Zeichen der Zeit erkannt. Nur so kann und muss es funktionieren.

dpa

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