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Olympia 2016
Dank Neymar ist Brasilien wieder stolz: Revanche und Gold

Olympia Dank Neymar ist Brasilien wieder stolz: Revanche und Gold

Dank Neymar gelingt Brasilien zum Olympia-Abschluss der wohl wichtigste Sieg. Die Goldmedaille im Fußball versöhnt ein ganzes Volk und bringt die so sehr ersehnte Revanche. Der Superstar rechnet danach ab.

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Neymar feiert nach seinem entscheidenden Tor im Elfmeterschießen. Foto: Alejandro Ernesto

Rio de Janeiro. Neymar lachte, als er die Genugtuung am meisten verspürte. Er wusste, dass er seiner großen Fußballnation gerade ihren verloren geglaubten Stolz zurück gegeben hatte.

"Das ist eines der besten Dinge, die mir je in meinem Leben passiert sind", sagte Brasiliens Superstar nach dem so sehr ersehnten Sieg im Olympia-Finale gegen Deutschland. "Jetzt werdet ihr mich schlucken müssen." Im übertragenen Sinn bedeutet das: Die Kritiker sollen all ihre zuvor gesprochenen Worte nun wieder zurück nehmen. Dann grinste er wieder.

Zwei Jahre nach dem erschütternden 1:7 im WM-Halbfinale gegen die DFB-Elf hat Neymar da Silva Santos Júnior die Seleção zu ihrem ersten Olympiasieg im Fußball geführt. Zum Abschluss der milliardenschweren Spiele versöhnte er nicht nur sein krisengeplagtes Volk, sondern auch sich selbst. Denn der Weg zu Gold war steinig. Nach schwachem Olympia-Start war Neymar scharf kritisiert worden, seit dem Ende der Vorrunde hatte er nicht mehr mit den Medien geredet. "Wir haben mit Fußball geantwortet", sagte er nach dem Triumph.

In einem dramatischen Endspiel und vor hitziger Kulisse hatten sich die Brasilianer mit 5:4 im Elfmeterschießen durchgesetzt. Neymar war zum entscheidenden Elfmeter angetreten, als ein ganzes Volk ihm dabei zusah. Er küsste den Ball, legte ihn auf den Punkt, schoss ihn oben rechts ins Eck. Danach lag er minutenlang auf dem Boden, der Lärm im Maracanã war ohrenbetäubend.

"Wir mussten den brasilianischen Menschen eine Antwort geben", sagte sein Trainer Rogerio Micale. "Ich bin sicher, dass dieser Sieg den Brasilianern Stolz und Selbstvertrauen gibt." Wie Aussage zeigt, wie sehr wirtschaftliche und politische Krise den Brasilianern in den vergangenen Jahren zugesetzt haben.

Der Fußball war im fünftgrößten Land der Erde über viele Jahre die vielleicht einzige erfolgreiche Konstante gewesen. An der DFB-Auswahl war sie in der denkwürdigen Nacht vor zwei Jahren zerbrochen. Der Vorrunden-K.o. bei der Copa America vor wenigen Monaten war ein zusätzlicher Schlag. Neymar hat Brasiliens Fußball-Fans wieder aufgerichtet.

"Der brasilianische Fußball ist nicht tot", betonte Micale. "Wir haben großes Potenzial und hoffen, großartige Dinge in der Zukunft zu erreichen." Für die Seleção könnte der Erfolg zum Olympia-Ende ein Neuanfang werden. In der Qualifikation zur WM 2018 in Russland liegen die Brasilianer derzeit nur auf dem sechsten Rang, was nicht reichen würde. Sehr vieles wird auch in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren an Neymar hängen.

"Wir werden auch in der Zukunft weiter die Antworten auf dem Platz geben", sagte der Stürmer des FC Barcelona. Viel mehr reden wollte er danach, zumindest öffentlich, nicht mehr. Mit seinem Sohn David auf dem Arm genoss er die letzten Minuten auf dem Rasen des Maracanã. Er war stolz - und Brasilien ist es wieder.

dpa

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