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Olympia 2016
De Maizière lehnt Aufstockung der Olympia-Prämien ab

Olympia De Maizière lehnt Aufstockung der Olympia-Prämien ab

Der Bundesinnenminister will nicht mehr Geld für einen Olympiasieg zahlen. Ob es auf Dauer mehr Mittel für den deutschen Spitzensport gibt, will Thomas de Maizière auch von dessen künftigen Strukturen abhängig machen. Diese stehen nach Olympia auf der Tagesordnung.

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Während DOSB-Präsident Alfons Hörmann (l) eine Reform des Leistungssports für nötig erachtet zeigt sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière zurückhaltend.

Quelle: Tim Brakemeier

Berlin. Angesichts der erneut entbrannten Diskussion um die Sportförderung in Deutschland hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Aufstockung der Olympia-Prämien abgelehnt.

Mit Einmalbeträgen nach Olympiasiegen seien Sportler nicht zu halten, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch dem ZDF. "Dauerhaft mehr Geld ist wichtiger als einmal viel", erklärte er. Vor allem bei der Förderung der Athleten bei ihren beruflichen Perspektiven nach der Karriere müsse man mehr investieren, um den Spitzensport attraktiv zu halten.

Nach den Spielen wollen de Maizière und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Spitzensportreform auf den Weg bringen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann unterstrich in Rio de Janeiro deren zwingende Notwendigkeit. "Dass künftig die Zahnräder zwischen dem Bundesinnenministerium und dem DOSB besser ineinander greifen müssen, ist nicht neu. Aber was wir in Rio erlebt haben, bestätigt unsere These, dass es ein 'Weiter so' im deutschen Sport nicht geben darf", sagte Hörmann im Deutschen Haus. "Lasst uns nach den Spielen von Rio damit beginnen."

Eine Gesamt-Bilanz zu Olympia ließ sich der Sportchef nicht entlocken. Gründe für das Nicht-Erreichen des Ziels von 44 Medaillen sieht er im Totalausfall einiger Sportarten. "Wir müssen leider feststellen, dass einstige Domänen wie Schwimmen oder Fechten komplett erfolglos waren. Da müssen wir mit den Verbänden in die Tiefe gehen", kündigte er an und zog den Vergleich zu erfolglosen Wintersport-Verbänden bei den Spielen in Sotschi 2014. "Man muss die Verbände unter Umständen neu aufstellen, wie es Eisschnelllauf oder im Curling gelungen ist."

De Maizière wollte keine finanziellen Zusagen machen. "Ob es mehr Geld kann und geben muss, ist abhängig von der Frage, wie die Strukturen sind, die wir in Zukunft fördern wollen", erklärte er. Zugleich gab er zu, dass die Trainerförderung in der Vergangenheit zu kurz gekommen ist. Viele deutsche Trainer arbeiten mittlerweile im lukrativeren Ausland. "Deswegen soll bei dem neuen Förderkonzept auch der Trainer mehr im Mittelpunkt stehen", sagte der Minister, der wegen der aktuellen politischen Lage nicht so weit von Deutschland weg sein wollte und deshalb nicht nach Rio reiste.

Die deutschen Athleten hängen bei den Spielen in Rio ihren Zielen weit hinterher. Wie schon in der Vergangenheit bemängelten zahlreiche Trainer und Athleten, dass die finanzielle Förderung im Vergleich zu anderen Nationen viel zu gering sei. Deutschland zahlt 20 000 Euro für einen Olympiasieg, Italien zum Beispiel 150 000 Euro.

dpa

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