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Olympia 2016
Drei russische Leichtathleten wegen Dopings disqualifiziert

Olympia Drei russische Leichtathleten wegen Dopings disqualifiziert

Gerade hat Stabhochsprung-Superstar Jelena Issinbajewa bei ihrem Rücktritt wieder einmal von bösen Unterstellungen gegen die russische Leichtathletik gesprochen, da werden drei weitere ihrer Landsleute des Dopings 2008 bei den Sommerspielen überführt.

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Mit bei der Silberstaffel gewesen: Anastasija Kapatschinskaja (r).

Quelle: Martin Rose

Rio de Janeiro. Russlands Leichtathletik-Erfolge bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 sind durch drei weitere überführte Dopingsünder noch mehr in Frage gestellt worden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) disqualifizierte die Athleten und strich deren Ergebnisse aus den Listen. Die 4x400-Meter-Staffel verlor ihre Silbermedaille. Bei der 36-jährigen Läuferin Anastasija Kapatschinskaja wurden die Anabolika Turinabol und Stanozolol nachgewiesen. Sie war zudem Fünfte auf der Einzelstrecke geworden.

Nach der Disqualifizierung der Russen ging Silber an Jamaika und Bronze an Weißrussland. Die deutsche Staffel verbesserte sich von Rang acht auf Platz sieben.

Ebenfalls überführt wurden laut IOC Zehnkämpfer Alexander Pogorelow (36), der den vierten Platz erreicht hatte, und Kugelstoßer Iwan Juschkow (35), der Zehnter geworden war. Beide hatten nach den Angaben ebenfalls Turinabol genutzt.

Zuvor hatte Russland schon die Goldmedaillen der 4x100-Meter-Staffel der Frauen in Peking wegen Dopings verloren. In diesem Fall war Julia Tschermoschanskaja bei Nachtests positiv auf Anabolika getestet worden.

Das IOC hatte von den Sommerspielen in Peking und London 2012 insgesamt 1243 Proben nachgetestet. Insgesamt waren bislang 98 Proben nachträglich positiv.

Stabhochsprung-Superstar Jelena Issinbajewa, die kurz zuvor am Freitag in Rio ihren Rücktritt erklärt hatte, sagte grundsätzlich zu den Doping-Vorwürfen gegen Russland: "Alle Anschuldigungen basieren auf Vermutungen, nichts ist nachgewiesen. Ich will mehr Fakten sehen."

Die Anabolika Turinabol und Stanozolol waren verbreitet - auch in der DDR. Prominentester Fall mit Stanozolol-Missbrauch ist bis heute der des Sprinters Ben Johnson. Der Kanadier hatte 1988 in Seoul das Finale über 100 Meter in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden gewonnen. Wenige Stunden später wurde ihm die Goldmedaille wegen Dopings wieder aberkannt. Lebenslang gesperrt worden war er 1993, als ihm zum zweiten Mal Doping nachgewiesen worden war.

Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro durfte in der Leichtathletik aus Russland nur die Weitspringerin Darja Klischina antreten. Die IAAF hatte die russischen Leichtathleten auf Grundlage des sogenannten Pound-Berichts für internationale Wettkämpfe und damit auch für die Rio-Spiele gesperrt. Der unabhängige Ermittler Richard Pound hatte in diesem Bericht Beweise für systematisches Doping in der russischen Leichtathletik zusammengetragen.

Überhaupt gab es während der Rio-Spiele eine Debatte, ob eine russische Mannschaft hätte antreten dürfen. Auslöser war der sogenannte McLaren-Report des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren. Er trug Beweise zusammen, dass bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi systematisches, vom russischen Staat gedecktes Doping betrieben worden war.

dpa

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