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Olympia 2016
Emotionales Tennis-Finale mit zwei Gewinnern

Olympia Emotionales Tennis-Finale mit zwei Gewinnern

Der britische Tennisspieler Andy Murray nutzt das frühe Aus von Novak Djokovic und erreicht etwas Einmaliges. Doch auch sein unterlegener Final-Gegner darf sich wie ein Gewinner fühlen.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Rio de Janeiro. Wie er seinen historischen Olympiasieg einmal seiner Tochter näherbringen will, wusste Andy Murray spontan nicht genau. "Ich bin mir sicher, es wird Videos geben", sagte der britische Tennisprofi nach seinem emotionalen Finalerfolg über den Argentinier Juan Martin del Potro.

"Dann kann ich ihr die Matches zeigen, wenn es sie interessiert. Aber vielleicht interessiert es sie ja auch nicht." Noch hat Murray Zeit, noch ist seine kleine Sophia erst ein halbes Jahr alt. Irgendwann wird sie erfahren wollen, wie sich ihr Vater in den Olympia-Geschichtsbüchern verewigte.

Denn seit dem finalen Tag des olympischen Tennis-Turniers in Rio de Janeiro ist der 29-jährige Murray der erste Profi, der zum zweiten Mal im Einzel Gold gewinnt. Vier Jahre nach seinem Coup in London wiederholte der Schotte in Brasilien seinen Triumph. Selbst Steffi Graf war das nach ihrem Olympiasieg vor 28 Jahren nicht gelungen. "Dass das noch keiner geschafft hat, zeigt, wie schwer es ist. Ich bin stolz, der Erste zu sein", sagte Murray.

Wer wie seine Tochter Sophia einmal die Bilder vom Centre Court nach dem 4:02 Stunden dauernden Finale sehen wird, ohne das Ergebnis von 7:5, 4:6, 6:2, 7:5 für Murray zu wissen, erkennt vielleicht nicht auf Anhieb den Champion und den Verlierer. Innig umarmten sich der Olympiasieger und der Silbermedaillengewinner nach dem Matchball am Netz. Beide waren müde von einer intensiven Rio-Woche und emotional erschöpft. Beide saßen anschließend weinend auf ihrer Bank und liefen später mit der Fahne über den Schultern vom Platz.

Für Murray schloss sich am Sonntagabend ein Kreis. Neun Tage zuvor war der Schotte als britischer Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier eingelaufen. Nun wurde die britische Fahne über der Tennis-Arena hochgezogen, als der Weltranglisten-Zweite gerührt die Nationalhymne mitsang. Fünf Wochen nach seinem zweiten Wimbledonsieg ist er auch zweifacher Olympiasieger.

"Delpo, Delpo" klang es aber noch während der Siegerehrung auf dem Centre Court. Und der letzte Moment gehörte dem Argentinier del Potro. Die Flagge um seinen Schultern war noch mal um einiges größer als die Murrays. Nach drei Handgelenksoperationen kämpft sich der Publikumsliebling zurück. Seinen Weg ins Finale von Rio bahnte sich der Weltranglisten-141. auch über die Stars Novak Djokovic und Rafael Nadal. "Als ich die Auslosung gesehen habe, dachte ich, das wird ein kurzes Turnier", sagte er über die Erstrunden-Aufgabe Djokovic. "Nun habe ich Silber gewonnen, was Gold für mich bedeutet." Murray traut dem Argentinier mit der gewaltigen Vorhand zu, sich wieder unter den Besten zu etablieren. 2010 war del Potro schon mal die Nummer vier.

Zwei Jahre hatte der Bronzemedaillengewinner von 2012 wegen Problemen am Handgelenk fast komplett pausieren müssen. In Rio trug ihn jetzt auch die Atmosphäre durch das Turnier. Im Finale waren die Lager im Publikum etwa geteilt, wie Murray befand. "Es war wie ein Traum. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Das Publikum hat etwas Besonderes aus mir gemacht", sagte del Potro.

Auch in Glasgow kommt es wohl zu einer für Tennisprofis nicht alltäglichen Stimmung, die Mehrheit wird dann für die Briten sein. Mitte September treffen Titelverteidiger Großbritannien und Argentinien im Davis-Cup-Halbfinale aufeinander. Del Potro bekommt möglicherweise spätestens dann die Gelegenheit zur Revanche.

dpa

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