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Olympia 2016
Kühnhackl vor Olympia-Quali: "Man spürt den Druck"

Eishockey Kühnhackl vor Olympia-Quali: "Man spürt den Druck"

Der Nachname erinnert an die bislang größte deutsche Eishockey-Sensation: Vater Erich Kühnhackl gewann mit Deutschland 1976 bei Olympia Bronze. Als aktueller Stanley-Cup-Sieger soll Tom Kühnhackl mit für die Rückkehr zu Olympia sorgen.

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Tom Kühnhackl präsentiert den gewonnen Stanley-Cup.

Quelle: Peter Kneffel

Riga. Tom Kühnhackl ist derzeit die größte Attraktion im deutschen Eishockey. Der 24 Jahre alte Sohn von "Jahrhundertspieler" Erich Kühnhackl gewann im Juni als erst dritter deutscher Profi den Stanley Cup.

Mit den Pittsburgh Penguins wurde der Stürmer Meister der nordamerikanischen Profiliga NHL. Von Donnerstag an steht Kühnhackl junior bei der Nationalmannschaft im Fokus.

Nach seinem Länderspiel-Debüt bei den Tests in Weißrussland mit einem Tor soll der Aufsteiger mithelfen, Deutschland zurück auf die Olympia-Bühne zu bringen. In Riga beim Qualifikationsturnier für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang ist Kühnhackl als einer von sieben NHL-Spielern Teil des nominell wohl besten Teams, das jemals für Deutschland auf dem Eis gestanden hat.

2016 muss Ihnen doch bislang vorkommen wie ein Traum...

Tom Kühnhackl: Das Jahr hat für mich sehr gut angefangen mit der Berufung in den NHL-Kader der Penguins. Ab da war es wie ein Traum für mich, der erst im Juni auf dem allerhöchsten Level geendet hat.

Am Samstag haben Sie überhaupt zum ersten Mal für Deutschland gespielt und am Sonntag im zweiten Spiel sogleich getroffen. Welche Bedeutung hat das Länderspiel-Debüt für jemanden, der gerade den Stanley Cup gewonnen hat?

Kühnhackl: Für jeden Spieler ist es eine Ehre, das Nationaltrikot zu tragen. Vor allem für mich, da mein Vater ja lange für Deutschland gespielt und 1976 auch Olympia-Bronze gewonnen hat. Allein deshalb will ich unbedingt mithelfen, dass wir uns für Olympia qualifizieren.

1976 waren sie noch gar nicht geboren. Hat Ihnen Ihr Vater von der Faszination Olympia berichtet?

Kühnhackl: Mein Vater war ja auch 1998 als Trainer in Nagano dabei. Das habe ich schon ein bisschen mitbekommen. Ich habe ihn natürlich schon gefragt, was das denn für ein Gefühl ist. Er sagt, es sei einmalig.

Welchen Eindruck haben Sie hier von der Qualität der Mannschaft? Es sind immerhin sieben NHL-Spieler dabei.

Kühnhackl: Wenn man sich die Mannschaft so anschaut, dann ist sie schon sehr, sehr gut. Klar ist: Mit dieser Mannschaft haben wir eine sehr gute Chance - wenn jeder Spieler hier seine Leistung abruft.

Wächst dadurch nicht auch der Druck, es schaffen zu müssen?

Kühnhackl: Natürlich spürt man den Druck. Gerade auch vor der Heim-WM im nächsten Jahr. Aber wir dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen. Wir müssen auch wirklich von Spiel zu Spiel schauen und nicht direkt schon an das dritte Spiel denken.

Sie sind zwar Neuling, kommen aber als Stanley-Cup-Sieger. Auf Sie wird sich viel fokussieren. Wie sehen Sie ihre Rolle im Team?

Kühnhackl: Ich mache mir da keinen großen Kopf. Ich schaue einfach, dass ich der Mannschaft helfen kann. Egal, ob auf dem Eis, in der Kabine oder sonst wo. Ich werde auf jeden Fall alles für die Mannschaft tun.

Wird von Ihnen automatisch eine Führungsrolle erwartet?

Kühnhackl: Ich glaube, eine Führungsrolle habe ich nicht. Da sind andere für zuständig. Wir haben etliche Spieler, die schon lange dabei sind. Da gucke ich eher, was ich mir von denen abschauen kann.

Welche Rolle hat ihr berühmter Vater: Vorbild, Mentor, Kritiker?

Kühnhackl: Er ist von allem ein bisschen. Wenn ich Fragen habe, kann ich immer zu ihm. Er ist immer für mich da. Er schaut sich ja auch jedes NHL-Spiel von mir in der Nacht an. Er ist da auf der einen Seite Kritiker, aber auf der anderen Seite auch ein Vater, der mich unterstützt wo er kann.

War der Name Kühnhackl in Nordamerika eigentlich bekannt, als Sie in die NHL kamen?

Kühnhackl: Er ist sogar bekannter, als ich dachte. Selbst Sidney Crosby oder auch andere in der Mannschaft in Pittsburgh kannten den Namen Kühnhackl schon. Da war ich schon sehr überrascht.

Wie ist ihr Verhältnis zu Superstar Crosby?

Kühnhackl: Als ich in Pittsburgh ankam, wurde mir gleich meine Tasche abgenommen und gesagt, es würde für mich alles vorbereitet. Da kam ich in die Kabine und habe gesehen, dass ich direkt neben Crosby sitze. Da habe ich mir auch nur gedacht: 'Oh, oh. Reiß dich jetzt bloß zusammen und mach nix falsch.' Aber er war wirklich super, super nett und zuvorkommend. Er hat mir unheimlich geholfen und mich in die Mannschaft integriert. Er hat sofort mit mir gesprochen und mir gesagt, ich solle mir keine Gedanken machen und einfach mein Spiel spielen. Denn das könne nicht so schlecht sein, sonst wäre ich kaum da. Wenn so einer das zu einem sagt, dann hörst du schon genau zu.

Wenn Sie sich in Riga qualifizieren, könnten sie 2018 eventuell gegen ihre Teamkollegen Crosby und Jewgeni Malkin spielen.

Kühnhackl: Es wäre auf jeden Fall was Besonderes. Wahrscheinlich hätte ich am Anfang erstmal ein Lächeln im Gesicht. Danach ginge aber der Ernst los.

ZUR PERSON: Tom Kühnhackl (24), Sohn des größten deutschen Eishockey-Spielers Erich Kühnhackl, ist der Aufsteiger schlechthin in seiner Sportart. Im Januar wurde der Stürmer, der zuvor in den unterklassigen nordamerikanischen Ligen unterwegs war, in den NHL-Kader der Pittsburgh Penguins berufen. Sein Vater hatte einen Wechsel nach Nordamerika in den 80er Jahren abgelehnt, der Sohn etablierte sich schnell. An der Seite der Superstars Crosby und Malkin gewann er im Juni als dritter Deutscher nach Uwe Krupp (1996 und 2002) und Dennis Seidenberg (2011) sogar den Stanley Cup, den er Mitte August in seiner Heimatstadt Landshut präsentierte. Zusammen mit sechs anderen NHL-Spielern ist Kühnhackl Teil der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die sich von Donnerstag an in Riga für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang 2018 qualifizieren will.

dpa

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