Startseite HAZ
Volltextsuche über das Angebot:

Olympia 2016
Nepalesin Gaurika Singh mit 13 jüngste Rio-Starterin

Olympia Nepalesin Gaurika Singh mit 13 jüngste Rio-Starterin

In der Pubertät hält das Leben viele Herausforderungen bereit. Olympia mit 13 gehört eher nicht dazu, ein Erdbeben zu überleben im Normalfall auch nicht. Dann eher die Frage: Wie spreche ich mein Idol an?

Voriger Artikel
Biedermann wieder im Olympia-Finale über 200 Meter Freistil
Nächster Artikel
Der außergewöhnliche US-Volleyballer Anderson

Gaurika Singh in ihrem Element.

Quelle: Dave Hunt

Rio de Janeiro. Die 13-jährige Nepalesin Gaurika Singh hat vor ihrem großen Auftritt ein Problem. Ein gerissenes Kostüm kurz vor dem Gang ins olympische Scheinwerferlicht würde auch manch Ältere nervös machen.

Mit ihren Fingernägeln hatte die jüngsten Teilnehmerin der Spiele von Rio ihren Schwimmanzug eingerissen, Minuten vor ihrem Vorlauf über 100 Meter Rücken. "Das machte mich schon etwas nervös", gibt Singh den vielen Reportern zu Protokoll. Der fix angerufene Trainer in London empfahl den Wechsel des empfindlichen Anzugs. Kurz darauf gewann Singh ihren Vorlauf gegen zwei Konkurrentinnen aus Samoa und dem Kosovo.

Der Frage-Marathon danach dauerte um ein Vielfaches länger als die 1:08,12 Minuten im Becken. Es sei natürlich etwas ganz besonderes, bei Olympia zu starten, und ein tolles Gefühl, den eigenen Namen ganz oben auf der Anzeigetafel zu lesen.

Die Schülerin aus London kam als Zweijährige nach Großbritannien. Ihr Vater bekam damals einen Job als Urologe in einem Krankenhaus. Die behütete Kindheit erfährt einen Einschnitt im April vergangenen Jahres. Singh ist in Kathmandu bei den nepalesischen Meisterschaften, als bei einem Erdbeben 9000 Menschen sterben. "Es war schrecklich. Wir warfen uns unter einen Tisch im fünften Stock. Zum Glück brach das Gebäude nicht zusammen wie die anderen drumherum." Seitdem spendet sie ihr Preisgeld von Wettkämpfen, immerhin 200 Pfund (236 Euro).

Erstmals nahm sie als Elfjährige an Landesmeisterschaften in Nepal teil. Als sie in einem von zwei 50-Meter-Pools des Landes elf nationale Rekorde aufstellte, kam erstmals der Gedanke an Olympia auf. "Ich war mir unsicher, ob ich nicht zu jung war. Als sie mir vor einem Monat gesagt haben, dass ich dabei bin, war ich geschockt", berichtet Singh, die für das Schwimmtraining vor der Schule oft um vier Uhr morgens aufsteht.

"Es ist schon beeindruckend, wie sie mit allem Druck umgeht", sagt der stolze Vater Paras Singh. Bei aller Lockerheit zeigt seine Tochter aber auch vor der Weltpresse die typischen Probleme eines Teens. Als ihr großes Idol Mitch Larkin auf der Bahn neben ihr trainiert, will sie ihn ansprechen: "Aber aus meinem Mund kam nichts heraus."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Olympia-News
Hannover Indians gegen Hannover Scorpions

Die Scorpions gewinnen gegen die Indians mit 2:1.

Auf dem Laufenden: HAZ-Redakteur Norbert Fettback (rechts) und Journalist Frerk Schenker verbinden in ihrem Blog die Themen „Laufen" und „Hannover" – mit Tipps zu Trainingsstrecken und Wettkämpfen sowie skurrilen Geschichten aus dem Läuferalltag.
22. Februar 2017 - Frerk Schenker in HAZ-Laufpass

Es sind mitunter die kleinen Versprecher, die zeigen, wie groß eine Sache wirklich ist. 5409 Läufer hätten 2016 am „Laufpass“ teilgenommen, bilanzierte Doris Klawunde, stellvertretende Regionspräsidentin, am Dienstagabend bei der Ehrung der Gesamtsieger.

mehr